Ex-US-Wohnblocks in Wolfgang

Bleibe für 340 Flüchtlinge

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Die Wohngebäude 340 (Bild) und 341 auf dem Gelände der Sportfield Housing sollen zum kommunalen Erstaufnahmelager für Flüchtlinge umgebaut werden. Mehr als 100 Vertreter aus Politik, von Kirchen, sozialen Verbänden sowie weiterer Organisationen nahmen gestern an einer Ortsbesichtigung teil.

Hanau - Die ersten Gebäude für Asylsuchende auf dem Gelände der früheren Sportsfield Housing der US-Armee in Wolfgang sollen im Sommer fertig sein. Der Magistrat hat am Montag den Beschluss gefasst. Gestern wurden die Umbaumaßnahmen und das Betreuungskonzept vorgestellt.  Von Christian Spindler 

Die Fertigstellung wird sich im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um einige Monate verzögern. Die ersten zwei von insgesamt vier Gebäuden der neuen zentralen Unterkunft sollen ab 1. August genutzt werden können. Das geht aus einer Vorlage des Fachbereichs Bildung, Soziale Dienste und Integration hervor, die der Magistrat nun beschlossen hat. In der kommenden Woche soll das Stadtparlament über das Flüchtlingsheim entscheiden. Eine breite Mehrheit gilt als sicher.

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Wie berichtet, überlässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) der städtischen Bauprojekt Hanau GmbH, eine Tochter der Baugesellschaft, vier Gebäude der Sportsfield Housing. Die Bauprojekt GmbH will das gesamte Areal der Pionier Kaserne nebst Sportsfield Housing an der Aschaffenburger Straße kaufen und die Kaserne mit privaten Investoren entwickeln. Auf dem Pionier-Gelände ist bekanntlich ein Wohngebiet geplant, auf der Sportsfield Housing neben den Flüchtlingsunterkünften ein Gewerbegebiet. Die vier Wohnblocks sollen saniert und für die Unterbringung der steigenden Zahl von Asylsuchenden genutzt werden. Während die ersten zwei Blocks in viereinhalb Monaten zur Verfügung stehen sollen, sind die zwei weiteren nach der Sanierung ab 2016 bezugsfertig, heißt es.

Für dieses Jahr werden laut dem Magistratsbeschluss im städtischen Haushalt bis zu 400.000 Euro für die Sammelunterkunft zur Verfügung gestellt. Insgesamt war bisher von Kosten von zwei Millionen Euro für das Projekt die Rede. Die Flüchtlinge werden vom Land Hessen zunächst den Landkreisen zugewiesen. Diese verteilen die Asylsuchenden dann auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Die Stadt Hanau ist verpflichtet, knapp 20 Prozent der dem Main-Kinzig-Kreis zugewiesenen Flüchtlinge aufzunehmen.

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Momentan leben in der Brüder-Grimm-Stadt 425 Asylsuchende. Sie sind in zwei kleineren Sammelunterkünften in Steinheim bzw. Großauheim sowie in mehr als 30 angemieteten Wohnungen untergebracht.

Da angesichts steigender Flüchtlingszahlen günstiger Wohnraum nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, hatte die Stadt im vorigen Jahr Planungen begonnen, um die Sammelunterkunft einzurichten Mehrere Standorte waren geprüft worden. In den vier Sportsfield- Blöcken in Wolfgang sollen bis zu 340 Menschen eine Bleibe finden. Die Stadt will die vier Wohnblocks des zentralen Flüchtlingsheims für zehn Jahre von der Bauprojekt GmbH mieten. Die übrigen 22 Blocks sollen abgerissen werden.

Gestern trafen sich Vertreter der Verwaltung, des Stadtparlaments, von Ortsbeiräten sowie des „Runden Tischs Asyl“ zu einer Ortsbesichtigung. Dabei wurden die Umbaumaßnahmen und das Konzept für die Betreuung der Flüchtlinge vorgestellt. Ein Bericht folgt in unserer morgigen Ausgabe.

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