Im Tiefflug über die Zuschauer

Flugschau der Greifvögel im Wildpark

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Falknerin Diana Billein präsentiert den Besuchern des Wildparks Alte Fasanerie ihre faszinierenden Greifvögel fast täglich.

Klein-Auheim - Bei der Flugschau der Greifvögel im Wildpark steigt mitunter der Pulsschlag. Vor allem dann, wenn die geschickten Flieger ganz knapp über die Köpfe der Zuschauer sausen. Von Dieter Kögel 

Seit einigen Tagen fliegen sie wieder, und in den Osterferien wird zusätzlich zu den täglichen 15-Uhr-Vorführungen noch eine Flugschau um 13 Uhr angeboten. Denn das Interesse daran, die Greifer beim Jagen zu erleben, ist groß. Um die 150 Besucherinnen und Besucher haben Platz auf den drei Reihen Baumstämmen, die als Sitzgelegenheiten vor dem Gatter dienen, hinter dem die Vögel ungeduldig auf ihren nächsten Auftritt warten. Denn jeder Flug wird mit einem köstlichen Fleischbrocken belohnt, den Falknerin Diana Billein ihren gefiederten Schützlingen zukommen lässt. Seit 2004 sind Falken, Bussarde, Adler, Schleiereule und Uhu aus der Falknerei von Norbert Lawitschka Gäste im Wildpark „Alte Fasanerie“ und zeigen von Frühling bis Herbst täglich außer montags ihre Flugkünste.

Der kleine Turmfalke Otto darf diesmal als erster auf die Hand der Falknerin Diana Billein. „Falken töten mit ihrem Schnabel“, erklärt die Raubvogel-Expertin. Und wie messerscharf der ist, kann man aus nächster Nähe sehen. Noch beeindruckender aber ist die Geschwindigkeit von Falken. Beim Sturzflug können sie über 200 Stundenkilometer erreichen. Nicht Turmfalke Otto tritt den Beweis dafür an, sondern sein etwas größerer Verwandter, ein Sakerfalke. Falknerin Diana Billein schwingt das „Windspiel,“ eine Futterattrappe an einem langen Seil. Der Falke steigt hoch und stürzt sich dann in atemberaubenden Tempo auf die vermeintliche Beute. Oftmals geht es beim Anflug nur Zentimeter über die Köpfe der Zuschauer hinweg. „Wenn die Leute schreien, dann ist es gut“, scherzt Diana Billein.

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Diesmal schreit niemand, aber die Köpfe werden doch vorsichtshalber eingezogen. Und dann brandet Applaus auf für die Flugkünste des Sakerfalken. Doch „der Beifall ist dem Falken egal“, sagt Diana Billein, was allein zählt, ist das Futter. Denn die Greifer tun während der Flugschau nichts anderes als das, was sie in freier Natur auch tun würden: Jagen, um zu fressen. Nur dass die Tiere aus der Falknerei es eben auch auf Kommando hin tun.

Falken, Bussarde, Adler und Eulen stammen alle aus Zuchten der Falknerei. Wildtiere werden nicht gezeigt. Per Gesetz dürfte nicht einmal ein Vogel aus freier Wildbahn gezeigt werden, der verletzt aufgefunden und gesund gepflegt worden ist, erklärt die Falknerin.

Ihre beiden geselligen Wüstenbussarde überzeugen nicht so sehr durch ihre Flugkunst, sondern auch durch ihr Showtalent und ihre Geschwätzigkeit. Ehrfürchtig still wird es erst wieder, als der mächtige Steppenadler mit seinen zwei Metern Spannweite dicht über die Köpfe der Zuschauer schwebt. Tamino, einem Jungen aus dem Publikum, fällt danach die Rolle des Freiwilligen zu. Reglos steht er zwischen den sitzenden Gästen und wartet auf den Flug des Uhus Klara. Klara nimmt Maß, startet und patscht im Vorbeiflug mit dem rechten Flügel auf Taminos Baseballmütze. Ein bisschen Nervenkitzel gehört bei den Flugschauen eben auch dazu. Doch „bisher ist noch nie etwas passiert,“ beruhigt so Diana Billein. Mit einer Ausnahme: Im vergangenen Jahr habe sich eine hochschwangere Frau beim Anflug des Adlers wohl so erschrocken, dass die Wehen eingesetzt haben.

Billein mischt die Informationen über die Greifvögel mit Geschichten und Anekdoten auf unterhaltsame Art und Weise, so dass die 45 Minuten Flugschau im wahrsten Wortsinn wie im Flug vergehen. Dienstags bis freitags gibt es täglich ab 15 Uhr eine Vorführung, samstags fliegen die Greifvögel ab 13 Uhr und ab 15 Uhr, sonntags wird während der Sommerzeit ab 13 Uhr, ab 15 Uhr und ab 16.30 Uhr geflogen. Während der Ferien gibt es unter der Woche zusätzlich ab 13 Uhr noch eine Flugvorführung. Montags ist Ruhetag, außer an Feiertagen.

Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren zahlen drei Euro Eintritt, Kinder von vier bis elf Jahren zwei Euro, eine Familienkarte für Eltern mit Kindern oder Großeltern mit Enkeln kostet acht Euro.

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