Wegen Corona-Pandemie

Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Main: Pläne für Anlegestelle in Hanau liegen auf Eis

Luftbild Schloss Philippsruhe und Main
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In Höhe des Parkplatzes vom Amphitheater des Schlosses Philippsruhe ist der Anlegesteg für Flusskreuzfahrtschiffe geplant. Doch wegen Corona hat das Unternehmen RSR Schifffahrt AG alle Neubauprojekte eingefroren.

Hanau - Die Pläne zum Bau eines Anlegesteges für Flusskreuzfahrtschiffe in Hanau haben sich vorerst zerschlagen. Grund ist die Corona-Pandemie, die sich auch auf das Geschäft mit Flusskreuzfahrten äußerst negativ auswirkt.

Über mehrere Monate hinweg wurden überhaupt keine Flusskreuzfahrten angeboten, erst ganz allmählich läuft das Geschäft wieder an. Die ersten Kreuzfahrtschiffe sind auf den deutschen Flüssen wieder unterwegs.

Dabei galten Flusskreuzfahrten bis vor einem halben Jahr als die „Boombranche“ in der Schifffahrtstouristik. Flusskreuzfahrten, lange Zeit ein Nischenmarkt, wiesen zuletzt sogar höhere Steigerungsraten auf als Kreuzfahrten zu hoher See.

Unternehmen aus der Schweiz baut Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe

Ein Wachstum, von dem auch das Schweizer Unternehmen RSR Schifffahrt AG profitieren möchte. Das erst im Jahr 2012 gegründete Unternehmen mit Sitz in Baar hat als Geschäftsmodell, Anlegestege für Flusskreuzfahrtschiffe zu bauen und die Liegeplätze an Kreuzfahrtanbieter zu vermieten.

Bislang betreibt das Unternehmen Anlegestellen in Düsseldorf, Traben-Trabach, Oestrich-Winkel, Volkach, Forchheim und Straubing. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist, in den kommenden Jahren sein Netz von Anlegestellen an Rhein, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal und Donau weiter auszubauen.

Hanau: Stadt will durch Flusskreuzfahrtschiffe mehr Touristen anlocken

Auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten wurde die RSR Schifffahrt AG vor gut einem Jahr auch in Hanau vorstellig. In der Brüder-Grimm-Stadt steht man den Plänen durchaus offen gegenüber. Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle sieht darin vor allem eine Möglichkeit, den Tourismus in Hanau weiter anzukurbeln: „Wir hoffen, dass so noch mehr Tagesgäste in unsere Stadt kommen werden.“

Geplant ist eine Anlegestelle in Höhe des am Main gelegenen Parkplatzes des Amphitheaters von Schloss Philippsruhe. Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg hält eine Anlegestelle dort für „schifffahrtverträglich“. Der geplante Steg sei soweit von der eigentlichen Fahrrinne entfernt, dass dort auch zwei Schiffe „im Päckchen“, also nebeneinander festmachen könnten.

Hanau erfüllt Kriterien für Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe

Neben schifffahrtsrechtlichen Fragen müssen bei einem solchen Projekt aber auch noch jede Menge andere Aspekte berücksichtigt werden, angefangen vom Natur- und Denkmalschutz über Fragen der Ver- und Entsorgung bis hin zum Denkmalschutz.

Aus Sicht von Bieberle gibt es aber nichts, was grundsätzlich gegen ein solche Vorhaben spricht. Noch im Januar diesen Jahres war Bieberle deshalb von einer „raschen Realisierung“ des Projekts ausgegangen.

Corona-Pandemie durchkreuzt Pläne für Flusskreuzfahrtschiffe

Doch daraus wird wohl vorerst nichts. Wie Jef Pelkmans, Sprecher der RSR Schifffahrt AG, jetzt auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, liegt das Hanauer Projekt wegen der Coronakrise zur Zeit auf Eis. „Die Corona-Pandemie hat die gesamte Tourismusbranche schwer getroffen. Das gilt auch für das Geschäft mit Flusskreuzfahrten“, erklärt Pelkmans.

Vor diesem Hintergrund habe man sich entschieden, sich zunächst nur auf das Geschäft mit den bereits vorhandenen Anlegestegen zu konzentrieren und alle geplanten Neubauprojekte „einzufrieren“.

Unternehmen ist von Flusskreuzfahrten weiter überzeugt

Gleichzeitig ist man bei dem Schweizer Unternehmen aber davon überzeugt, dass das Geschäft mit Flusskreuzfahrten nach Corona „eine neue Dynamik“ bekommen könnte.

Jef Pelkmans: „Glücklicherweise werden die Menschen den Drang, die Welt zu entdecken, nicht verlieren und weiter verreisen. Deshalb sind wir optimistisch, was die Zukunft angeht, aber wir müssen jetzt anerkennen, dass die gesamte Branche zunächst noch harte Zeiten durchstehen muss.“

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