Wildpferde mussten zugefüttert werden

Fohlen haben den Winter gut überstanden

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Auch die drei Fohlen der Przewalski-Herde im Campo Pond-Reservat haben den Winter gut überstanden und erfreuen sich bester Gesundheit.

Wolfgang - Díe Wildpferde im Reservat Campo Pond haben den Winter gut überstanden. Das gelte auch für die drei Fohlen, freut sich Christoph Goebel, Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn, der federführend ist beim Przewalski-Projekt auf dem ehemaligen Übungsgelände der US-Truppen.

Wie Goebel berichtet, haben die Tiere im Winter auf Grund des heißen und trockenen Sommers im Vorjahr über den Winter nicht genügend Futter vorgefunden. „Daher mussten wir Heu zufüttern.“ Zudem zeige die Stute Barijoja, die bereits seit 2009 auf dem Gelände lebt, deutliche Alterserscheinungen. „Sie wird mit ihren 26 Jahren vielleicht keinen weiteren Winter überleben“, vermutet Goebel mit Bedauern. Falls nötig, müsse man das Tier von eventuellen Leiden erlösen.

Erfolgreich sei die Kastration beim zweijährigen Hengstfohlen Oleg verlaufen. „Diesen Eingriff mussten wir vornehmen, da Oleg zur Zucht nicht geeignet ist und er geschlechtsreif wurde“, berichtete der Förster weiter. Auch für das Hengstfohlen Pavel, das im letzten Jahr auf Campo Pond zur Welt kam, müsse im nächsten Jahr eine Lösung gefunden werden, denn auch er komme auf Grund seiner genetischen Disposition für eine weitere Zucht nicht in Frage, da er mit den Stuten vor Ort zu nah verwandt ist.

Hengst Fury, der in seiner Zeit auf Campo Pond vier Fohlen gezeugt hat, ist seit seiner Versetzung nach Gießen letztes Jahr hoch aktiv, wusste Goebel zu berichten. „Er hat fleißig alle sieben Stuten gedeckt und wir rechnen damit, dass in diesem Sommer eventuell sieben Fohlen in Gießen zur Welt kommen.“ Zumindest eine Schwangerschaft sei jetzt schon bestätigt.

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Furys vier Fohlen in Hanau hätten sich auf Campo Pond bestens eingelebt, berichtete Goebel. „Das Futter auf dem Gelände könnte für zehn ausgewachsene Tiere indes knapp werden. Vor allem, wenn der Sommer wieder sehr trocken wird“, befürchtet der Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn. „Sollte das absehbar sein, werden wir im Sommer zwei Pferde in ein anderes Gehege umstellen“, kündigt er an.

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Wie Martin Schroth von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hanau erläuterte, sei eine dauerhafte Zufütterung der Pferde auf dem Gelände problematisch für den Nährstoffkreislauf auf Campo Pond. „Viele geschützte Pflanzen des Sandmagerrasens, wie beispielsweise die Sandstrohblume, wachsen nur deshalb auf dem Gelände, weil der Boden sehr arm an Nährstoffen ist“, erklärte der Biologe. Durch das zusätzliche Heu gelangten - mittels der vielen Pferdeäpfel - stetig mehr Nährstoffe auf den kargen Boden und dadurch verändere sich auch die Pflanzenwelt. „Aber genau das wollen wir im Fauna-Flora-Habitat verhindern“, so Schroth. Mit der bisherigen Entwicklung der Artenvielfalt von Fauna und Flora ist er jedoch sehr zufrieden. „Seltene Arten vermehren sich und neue Arten siedeln sich an. Das Beweidungskonzept durch die Przewalskis als Landschaftspfleger geht voll auf.“

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did

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