Linke sehen sich bestätigt

Forum-Verkauf: „Lizenz zum Gelddrucken“

Hanau - Die beiden ehemaligen Stadtverordneten der Linken, Ulrike Hanstein und Jochen Dohn, fühlen sich durch den Verkauf des Forum Hanau von HBB an Hamburg Trust in ihren Vorhersagen bestätigt.

Genau das hätten sie schon in Zeiten des Wettbewerblichen Dialogs immer vorausgesagt, seien nicht ernst genommen worden, hätten jetzt aber Recht. Schon früh habe die damalige Linke im Stadtparlament darauf hingewiesen, dass es zum Geschäftsgebaren von HBB gehöre, Einkaufscenter nach deren Bau wieder zu verkaufen. „Unsere damalige Fraktionskollegin, Ulrike Schauß und auch wir haben diesen Punkt immer wieder betont. Erst recht, als HBB das Postcarré verkauft hatte. Damals wurde das Argument vom Magistrat und den anderen Fraktionen als abwegig bezeichnet. Nun zeigt sich: Wir hatten auch in diesem Punkt zu 100 Prozent Recht“, betont Hanstein.

Dohn ergänzt: „Man musste kein Hellseher sein, um diese Entwicklung vorherzusehen. Jedem, der sich nur etwas mit Wirtschaft, Finanzen und Kapitalismus auskennt, war schon damals klar, dass HBB diesen Schritt gehen wird, weil dies ihr Geschäftsmodell ist.“ Dass das Forum Hanau nun vergoldet werde, sei ja auch kein Wunder. Bis zu 30 Jahre laufende Mietverträge von städtischen Einrichtungen und Beteiligungen seien eine „Lizenz zum Gelddrucken“. Dass da Hamburg Trust zuschlage, könne man dem Unternehmen nicht verdenken. „Bis zu 30 Jahre sichere Umverteilung von Steuergeldern auf die Konten der Fondbesitzer, das ist doch traumhaft“, so Dohn.

Ticker zur Kommunalwahl in Hanau

Mit den gleichen Worten, wie damals beim Wettbewerblichen Dialog, werde nun verkündet, die HBB werde weitere 15 Jahre als Centermanager fungieren. „Reine Augenwischerei,“ so Dohn und Hanstein. „Es läuft nach demselben Schema wieder ab. Wiederum wird schwadroniert, dass HBB sich für die Entwicklung Hanaus interessieren würde oder mit der Stadt verbunden wäre. Wenn ein Käufer mit dickem Portemonnaie kommt, der HBB aus dem Centermanagement rauskauft, dann machen die das und jeder weiß es, egal was erzählt wird“, sehen Dohn und Hanstein voraus. (did)

Das sind die Lieblingsmusiker der Spitzenpolitiker

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare