In den Fraunhofer Science Park

Evonik IT zieht nach Wolfgang

+
So soll das neue Evonik-IT-Gebäude aussehen.

Hanau - „Ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Hanau“, kommentierte gestern Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Vertragsunterzeichnung für den Bau eines neuen Bürogebäudes samt Parkhaus im Fraunhofer Science Park. Von Dirk Iding 

Evonik-Standortleiterin Kerstin Oberhaus und Dieth AG-Vorstand Hafez Balaei unterzeichneten gestern im Hanauer Rathaus den Vertrag über Bau und Vermietung des neuen Evonik-IT-Gebäudes auf dem Gelände des Fraunhofer Science Parks.

Dort will das Unternehmen Evonik seine rund 300 IT-Mitarbeiter aus dem Rhein-Main-Gebiet an einem Standort konzentrieren. Der Immobilienentwickler Dietz AG wird auf einem rund 9000 Quadratmeter großen Grundstück an der Clara-Immerwahr-Straße ein neues Bürogebäude mit 7300 Quadratmetern Nutzfläche und ein angrenzendes Parkhaus mit 300 Stellplätzen errichten. Dietz-Vorstand Hafez Balaei geht von einer Gesamtinvestitionssumme von rund 18 Millionen Euro aus und rechnet damit, dass die neuen Gebäude Ende des vierten Quartals an den Mieter Evonik übergeben werden können.

Für Evonik-Standortleiterin Kerstin Oberhaus, die erst seit März diesen Jahres in Hanau tätig ist, bedeutet die Konzentration der IT-Mitarbeiter in Wolfgang „ein klares Signal für den Standort Hanau“. Bereits heute beschäftigt Evonik in der Brüder-Grimm-Stadt 3500 Mitarbeiter und ist damit nach Angaben von Oberbürgermeister Kaminsky „größter Arbeitgeber der Stadt“. Künftig könnten es 250 Mitarbeiter mehr sein, die von Evonik-Standorten in Darmstadt und Frankfurt nach Hanau wechseln werden. Rund 50 IT-Mitarbeiter, die auch in das neue Gebäude einziehen werden, arbeiten bereits heute im Industriepark Wolfgang.

Allerdings plant Evonik insgesamt im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms den Abbau von 1 000 der weitweit 37.000 Stellen. Betroffen sind vor allem die Bereiche Verwaltung und Vertrieb. Dabei sollen allerdings betriebsbedingte Kündigungen bis 2023 ausgeschlossen sein. Inwieweit vom geplanten Stellenabbau auch der Evonik-Standort Hanau betroffen sein wird, konnte Standortleiterin Kerstin Oberhaus gestern nicht sagen.

Darüber hinaus plant der Spezialchemiekonzern, sich von seinem Methacrylat-Geschäft zu trennen. Dafür, so berichteten verschiedene Medien, soll bis Jahresende ein Käufer gefunden werden. Am Standort Hanau wären laut Oberhaus bis zu 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einem Eigentümerwechsel betroffen.

Gleichwohl bedeutet der geplante Bau eines neuen IT-Gebäudes nicht nur eine weitere Aufwertung für den Evonik-Standort Hanau, nachdem bereits vor Jahren ein Großteil der Verwaltung von Frankfurt in den Industriepark Wolfgang verlagert wurde, auch die Bedeutung des Geschäftsbereichs IT innerhalb des Gesamtkonzerns werde dadurch unterstrichen, so Bettina Uhlich, Leiterin Corporate IT bei Evonik: „Eine solche Investitionsentscheidung ist ein klares Signal auch in Richtung unserer IT-Mitarbeiter.“

Besucher strömen aufs Lamboyfest nach Hanau: Bilder

Für sie sollen in dem neuen Bürogebäude „moderne Arbeitswelten“ geschaffen werden. So werde es dort künftig keine Einzelbüros mehr geben, kündigte Uhlich an. Wie die „modernen Arbeitswelten“ genau aussehen werden, daran werde noch gefeilt, sagte Uhlich und deutete eine mögliche Kooperation mit der künftig benachbarten Fraunhofer-Gesellschaft an.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Kaminsky zahlt sich der „kleine Coup“ der Ansiedlung der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) auf dem Gelände der ehemaligen Wolfgang-Kaserne, das nun als „Fraunhofer Science Park“ firmiert, zunehmend aus. So hatte bereits 2016 die ALD Vacuum Technologies GmbH ihren Standort in den Science Park verlegt. Auch in diesem Fall baute die Dietz AG die Gebäude, die dann langfristig an die ALD vermietet wurden. Und die Evonik IT soll auch nicht die letzte Ansiedlung im Science Park bleiben, versicherte Dietz-Vorstand Balaei. Man besitze dort noch rund 20 000 Quadratmeter Grundstück, die vermarktet werden wollen. Dafür befinde man sich in durchaus Erfolg versprechenden Verhandlungen, so Balaei.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare