Fürs leibliche Wohl ist gesorgt...

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Auf großes Interesse bei den Teilnehmern stieß die Veranstaltung in der Themenreihe rund ums Ehrenamt.

Hanau ‐ „Fürs leibliche Wohl wird bestens gesorgt.“ Kaum ein Verein, der nicht mit derlei Ankündigungen für den Besuch seiner Feste und Feiern wirbt. Gutes Essen und trinken gehört heute selbstverständlich zu einem gelungenen Vereinsfest. Von Holger Hackendahl

Doch damit auch tatsächlich das leibliche Wohl der Besucher gewahrt bleibt, haben Veranstalter in puncto Lebensmittelhygiene und Lebensmittelsicherheit einiges zu beachten. Das wurde jetzt deutlich bei einem Vortrag an der Hanauer Volkshochschule im Rahmen der Reihe „Ehrenamt“. Hauswirtschaftsmeisterin Christina Köppel vom Deutschen Hausfrauenbund Landesverband Hessen machte dabei ihren Zuhörern deutlich, dass bereits kleine Nachlässigkeiten im Umgang mit Nahrungsmitteln große Folgen haben können: „Bei der Verpflegung von vielen Menschen etwa bei Vereins- und Straßenfesten ist allerhöchste Sorgfalt angesagt, weil hier Infektionen eine besonders große Gruppe treffen können“, so Köppel. Gerade im Sommer und bei höheren Temperaturen könnten sich krankmachende Keime, Viren und Mikroorganismen rasant vermehren. Aus 10.000 Keimen könnten sich, legt man 100 Gramm unsachgemäß gekühlten Kartoffelsalat zu Grunde, innerhalb von vier Stunden mehr als 2,5 Millionen Mikroorganismen bilden. Und das haut dann selbst den gesündesten Menschen um. Auch sollten Speisen bei der Zubereitung zur Keimabtötung mindestens zehn Minuten über 70 Grad gekocht werden, rät die Expertin. Zudem würden Speisen, etwa Suppen und Eintöpfe, oft auch zu lange warm gehalten.

Speisen und Getränke bei Vereinsfesten: Christina Köppel vom Hausfrauenbund erläuterte, worauf dabei zu achten ist.

„Eine wichtige Rolle bei Vereinsfesten spielt auch die persönliche Hygiene, vor allem der mit der Lebensmittelausgabe betrauten Personen. Denn der Mensch ist mit den an seinen Händen haftenden Keimen Krankheitsüberträger Nummer eins. Durch gründliches Händewaschen lässt sich die Anzahl der Keime drastisch reduzieren“, weiß Köppel. Wichtig sind auch die Einhaltung der Kühlkette sowie die ordnungs- und temperaturgemäße Lebensmittellagerung im Kühlschrank. Die Hauswirtschaftsmeisterin riet auch dazu, um etwa den Vorwurf einer Salmonellenerkrankung zu entkräften, bei Festen Proben zubereiteter Speisen in Gefrierbeuteln tiefgekühlt 14 Tage lang aufzubewahren.

Neben der Körperhygiene gelte es beim Speisenverkauf weiteres zu beachten. So sollten Speisen am besten unter Plexiglastheken angeboten werden, um sie vor eventuellem Niesen oder feuchter Aussprache der Kundschaft zu schützen. Gut sei es auch Kuchen hinter den Bedienenden, einige Meter vom Kunden entfernt, zu präsentieren.

Infektionen können sogar tödlich sein 

Infektionen durch verdorbene Lebensmittel könnten für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sogar tödlich verlaufen, warnte die Expertin vom Hausfrauenbund. Wichtig sei auch das heiße Abspülen von Bestecken, etwa der Kuchenmesser, und das oftmalige Austauschen von Geschirrtüchern sowie saubere Kleidung des Bedieners. Leichtverderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch, Fleischerzeugnisse wie Koch- und Brühwürste, Fisch, Eier- und Milchspeisen, Speiseeis und Mayonnaisen sowie Salate seien mit größtmöglichster Sorgfalt zu servieren.

Wo die Gefahren lauern und wie man damit umgeht, legt eine Broschüre des Deutschen Hausfrauen-Bundes dar. Sie soll insbesondere Vereine hinsichtlich der Hygiene und Lebensmittelsicherheit informieren. In der Broschüre werden die wesentlichen Hygieneregeln und der richtige Umgang mit Lebensmitteln ebenso erläutert wie die Arten von Mikroorganismen, die Infektionen und Vergiftungen verursachen. Die Ausstattung eines idealen Feststandes, der Aufbau einer Selbstbedienungstheke sowie Reinigung und Desinfektion sind weitere Themen. Damit die Veranstalter an alles denken und rechtlich auf der sicheren Seite sind, gibt es in der Broschüre praktische Pläne und Checklisten.

Der DHB Landesverband Hessen bietet zum Thema „Feste sicher feiern“ auch Vorträge an. Erfahrene Referentinnen stehen in ganz Hessen zur Verfügung. Sie können beim DHB, Landesverband Hessen in Darmstadt, Rossdörfer Straße 76 A, zum Preis von 120 Euro zuzüglich Fahrtkosten angefordert werden. Dort ist auch die Broschüre für drei Euro plus Versandkosten zu beziehen.

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