Gartenzwerg gesucht per Steckbrief

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Seltsame Formen aus Keramik ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. In vier Großauheimer Gärten gibt es bis zum 10. Juli samstags und sonntags viel zu entdecken.

Großauheim - Ein ebenso interessantes wie anregendes Kunstprojekt hat im Großauheimer Auwanneweg seine Türen geöffnet. Von Dieter Kögel

„Über den Zaun“ ist die Präsentation der Galeristen Manfred und Marie Rubrecht vom „Kunstraum 69“ betitelt, in die drei weitere benachbarte Gärten mit einbezogen sind. Noch bis zum 10. Juli kann samstags und sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr Kunst im „Ausstellungsraum unter freiem Himmel“ bewundert werden.

Mehr als 20 Künstler haben sich der Örtlichkeiten im Auwanneweg 69, 71, 73 und 75 angenommen und passende Exponate, die sich thematisch um Begriffe wie Natur und Garten drehen, auf gepflegtem Rasen platziert. Der Regen zum Auftakt am Samstag hielt die neugierigen Besucher nicht ab. An die hundert mögen es gewesen sein, die mit Regenschirmen die vier Gärten in einer Art Entdeckungsreise erkundeten.

„Über den Zaun“ heißt die neue Präsentation der Galerie „Kunstraum 69“. Gezeigt werden Arbeiten von mehr als 20 Künstlern unter freiem Himmel in vier Privatgärten.

Fünf rote Objekte, vielfältig gebogen oder ineinander verschlungen, erinnern an Sitz- oder Liegemöbel. Sie kontrastieren in ihrer Dynamik mit den Korbmöbeln, die zum festen Bestandteil des Gartens gehören. Überdimensionale Samenkapseln und der Welt der Mikroben entliehene einzellige Wesen aus Ton haben sich auf einem Stück Rasen zusammengerottet, scheinen neugierig zu den Betrachtern hinaufzustarren, die ebenso neugierig auf die fantasievollen Lebensformen hinabschauen. Über einem prächtigen Gartenteich pendeln körperlose Kleider aus Draht im leichten Wind. Gespenstisch fast der Anblick der glänzenden Hüllen, in deren Nähe Dutzende lebensgroßer Krähen in schwarz und weiß die Kollegen der Finkenfraktion vom Auffressen der frisch eingebrachten Saat abhalten sollen.

Wer außerhalb der Öffnungszeiten auf Entdeckungsreise durch die Galerie und die vier Gärten im Auwanneweg gehen will, kann dies nach Absprache mit den Galeristen (06181/572956) regeln.

Der ungeliebte Maulwurf auf dem akkuraten Rasen, er hat Fürsprecher gefunden. Denn einer der Aussteller hat die Erdhäufchen des Wühlers mit kleinen Weidenumzäunungen als Schutz vor dem Menschen umgeben. Das lädt ebenso zum Schmunzeln ein wie der grob geschnitzte Schwimmer, der vor einem Gebüsch mit Schwimmmütze und Schwimmbrille aus seinem blauen Wasserrechteck auftaucht und in die zuschauende Menge grüßt. Fast versteckt im Efeu an der Schuppenwand die Holztäfelchen mit Insekten, deren genaue Beobachtung ansonsten schwierig ist. Doch als Bilder halten sie den genauen Blick aus, die Käfer, Schmetterlinge und Libellen. Vergeblich indes ist die Suche nach dem Gartenzwerg, der einst Inbegriff des bürgerlichen Gartenschmucks gewesen ist, wie Museumsleiter Richard Schaffer-Hartmann in seiner Einführung hervorhob. Dafür standen die Gesellen mit der roten Zipfelmütze im Fahndungsmittelpunkt. Auf kleinen Steckbriefen an den Gartenzäunen wird aus vielerlei Gründen nach ihnen gesucht. Unter anderem auch wegen eklatanter Verletzung des guten Geschmacks.

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