An den Kaufmännische Schulen

Gedenken an Hanauer Terrornacht: Kondolenzbuch für Opferfamilien übergeben

Bei der Übergabe des Kondolenzbuchs: Schulsprecher Paul Heinzinger, OB Claus Kaminsky, Schulleiterin Claudia Galetzka und der stellvertretende Schulsprecher Özcan Deger.
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Bei der Übergabe des Kondolenzbuchs: Schulsprecher Paul Heinzinger, OB Claus Kaminsky, Schulleiterin Claudia Galetzka und der stellvertretende Schulsprecher Özcan Deger.

Im Rahmen einer Gedenkstunde für Opfer der Terrornacht des 19. Februar in Hanau haben Schulsprecher und Schulleiterin Claudia Galetzka von den Kaufmännischen Schulen ein Kondolenzbuch an OB Claus Kaminsky übergeben. Das teilt die Stadt Hanau mit. Kaminsky versprach, das Buch bei Gelegenheit an die Familienangehörigen der Opfer zu überreichen.

Hanau - In verschiedenen Redebeiträgen sprachen Mitglieder der Schülervertretung und Schulleiterin Galetzka über die Nacht des 19. Februar, ihre Folgen und ihre Bedeutung für die multikulturelle Schülerschaft der Kaufmännischen Schulen. Große Betroffenheit und Verunsicherung hätte in den Tagen danach an der Schule geherrscht. Viele Schülerinnen und Schüler – insbesondere mit ausländischen Wurzeln – hätten dieses Gefühl bis heute nicht abgelegt, und manche hätten nach wie vor Ängste, berichteten sie.

„Unsere Schule ist das beste Beispiel für gelebte Integration!“, sagte Schulsprecher Paul Heinziger laut Mitteilung. „Mit dem Kondolenzbuch wollen wir unserem tief empfundenen Mitgefühl für die Angehörigen und Freunde der Ermordeten Ausdruck geben. Aber wir wollen auch ein Zeichen setzen – gegen Rassismus, Hass und Nationalismus! Hanau ist bunt und bleibt bunt!“

„Wir stehen an dieser Schule für Vielfalt!“, sagte laut Mitteilung auch die sichtlich gerührte Schulleiterin Galetzka, „an dieser Schule sind Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus 43 Nationen!. Der Schulgemeinde liegt es sehr am Herzen, dass jeder hier Respekt und Wertschätzung erfährt!“

Kaminsky dankte den Schülern herzlich für ihre Worte. Auch er berichtete von der schrecklichen Nacht, in der er von den Morden erfuhr und im klar wurde, „dass alles was bisher wichtig war, nun belanglos ist. Und dass die Welt jetzt eine andere ist.“ Dieser Tag werde und dürfe nie aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt gelöscht werden, sagte er.

Auch aus diesem Grund plane man ein Zentrum der Demokratie und Vielfalt in Hanau zu etablieren. „Rechtsextremismus und Rassismus sowie islamistisch motivierter Terror sind die beiden großen Übel unserer Gesellschaft. Und es ist unser aller Aufgabe ihnen Einhalt zu gebieten“, so der OB. „Wir müssen uns denen, die die Gesellschaft spalten wollen, entgegenstellen und als Stadtgesellschaft zusammenhalten!“, forderte er, „dafür benötigen wir jeden einzelnen, denn nur Politik allein vermag das nicht!“

Schulpfarrerin Ivona Linhart leitete zum Abschluss ein gemeinsames Gedenken an die neun Opfer der rassistisch motivierten Tat sowie Frau R., die Mutter des Täters, die ebenfalls getötet wurde, heißt es in der Mitteilung. cd

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