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Rötelmäuse übertragen das tückische Hantavirus

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Von: Christian Spindler

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So possierlich die kleinen Nager anmuten, sie gelten als Hauptüberträger des Hantavirus.
So possierlich die kleinen Nager anmuten, sie gelten als Hauptüberträger des Hantavirus. © p

Main-Kinzig-Kreis - Die Zahl der Infektionen mit dem Hantavirus ist im Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr auffällig hoch gewesen. Wurden 2016 noch zwei Fälle registriert, so verzeichnete das Gesundheitsamt 2017 immerhin 25 bestätigte Fälle. Daher rät das Amt zu Schutzvorkehrungen.

Ursache für die hohen Fallzahlen von Hantaviren ist das starke Vorkommen von Bucheckern. Sie sind die Hauptnahrung der Rötelmaus, deren Bestand durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Damit breitete sich auch das Virus besser aus, die Nagetiere gelten als Hauptüberträger des Erregers. Nach den geringen Meldezahlen von 2014 (1) und 2016 (2) stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2015 im Main-Kinzig-Kreis auf 17 an. Deutschlandweit waren im vorigen Jahr 1807 Fälle von Hantavirus-Erkrankungen gemeldet worden. In Hessen waren es 109.

Das Virus erzeugt schwere Grippesymptome und kann unter Umständen zu Nierenversagen führen. Die meisten Menschen infizieren sich durch das Einatmen von Staub, der mit den Ausscheidungen der Nagetiere auch das Virus enthält. Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises rät grundsätzlich, den Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden. Die Exkremente können auch nach Eintrocknen über längere Zeit ansteckend bleiben. Ein besonderes Risiko besteht beim Umschichten von Holz, Arbeiten im Wald, Aufenthalt in Gartenhäuschen, Waldhütten oder Schuppen - insbesondere bei Tätigkeiten wie Ausfegen. Das gilt auch für vergleichbare Tätigkeiten auf dem Dachboden, in der Garage oder im Keller. Selbst der Kontakt mit Mäusen und anderen Nagern oder deren Ausscheidungen beim Wandern oder Zelten kann zu einer Ansteckung führen.

Der überwiegende Teil der Infektion läuft unbemerkt ab. Zumeist beträgt die Inkubationszeit etwa zwei bis vier Wochen, kann aber in Ausnahmefällen auch zwischen fünf bis sechzig Tagen liegen. Der Verlauf der Krankheit ist grippeähnlich mit mehrtägigen Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Fieber von über 38 Grad. Häufig kommt es dann zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen, in Ausnahmefällen auch zu einer lebensbedrohlichen Blutung.

Das Gesundheitsamt verweist auf vorbeugende Maßnahmen bei der Reinigung von Scheunen, Dachböden, Garagen oder ähnlichen Räumlichkeiten: Ausreichend lüften, wenig Staub aufwirbeln oder sogar feucht reinigen. Zusätzlich empfiehlt sich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Für die Beseitigung von toten Nagetieren, deren Kot und Urin empfiehlt sich der Einsatz von Einmalhandschuhen. Die Entsorgung von Putzlappen, Einmalhandschuhen und toten Nagetieren sollte in verschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll erfolgen. Im Anschluss sollte das gründliche Händewaschen keinesfalls vergessen werden.

Weitere Infos beim Main-Kinzig-Gesundheitsamt unter Telefon 06051/8511650. (cs.)

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