Modellprojekt für Zugewanderte

Geflüchtete als Altenpfleger

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Auch in der Altenpflege gibt es einen Fachkräftemangel. Mit einem Modellprojekt will man Nachwuchskräfte gewinnen.

Hanau - Angesichts des Fachkräftemangels in der Altenpflege sollen verstärkt auch Geflüchtete und Zugewanderte für eine Ausbildung in diesem Beruf gewonnen werden. Von Christian Spindler 

Die Eugen-Kaiser-Schule in Hanau und die Altenpflegeschule Rodenbach wurden von Land Hessen als einer von zehn Modellstandorten ausgewählt.
Ziel des Kooperationsprojekts der Hanauer Berufsschule und der Altenpflegeschule im benachbarten Rodenbach ist es, insbesondere Schülerinnen und Schülern aus den so genannten InteA-Klassen Berufe in der Altenpflege näher zu bringen und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen „für die Altenpflegehelfer-Ausbildung zu motivieren und zu begeistern“, heißt es von der Eugen-Kaiser-Schule. In den InteA-Klassen werden junge Zuwanderer unterrichtet. InteA steht für Integration und Anschluss. Solche Klassen gibt es in Hanau aber nicht nur in Berufs-, sondern auch an Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Das Modellprojekt zielt auf die berufliche Integration der Zuwanderer in der Altenpflege, parallel dazu erwerben sie den Hauptschulabschluss. „Hierbei erfolgt eine gezielte Unterstützung beim Spracherwerb“, heißt es.

Nachdem die Eugen-Kaiser-Schule erfolgreich Pflegetage veranstaltet hatte, die von rund 200 Schülern besucht wurden, bewarben sich die Berufsschule und die Rodenbacher Altenpflegeschule beim Hessischen Sozial- und beim Kultusministerium als Modellstandort für die duale Ausbildung - und bekamen den Zuschlag.

Das duale Ausbildungsprojekt zum Altenpfleger und der parallele Erwerb des Hauptschulabschlusses laufen zunächst über drei Jahre. Pro Jahrgang können 16 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Der Unterricht findet an der Eugen-Kaiser-Schule und an der Altenpflegeschule in Rodenbach statt. Parallel arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den gewählten Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Die Lehre dauert zwei Jahre und endet nach erfolgreich abgeschlossener Hauptschulprüfung mit der Prüfung zur Altenpflegehelferin bzw. zum Altenpflegehelfer. Mit erfolgreichem Examen stehen den Absolventen eine Weiterqualifizierung und der Einstieg in die Fachkraftausbildung offen, bei entsprechendem Notendurchschnitt sogar verkürzt. Während der Ausbildung erhalten die Schüler bereits eine Vergütung von 475 Euro. Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 22 Jahre sein. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. April.

Schlaue Technik im Haus für Ältere

Vor Beginn der Ausbildung muss ein 14-tägiges Praktikum in der Altenpflege erfolgreich abgeleistet werden. Hierzu stehen Praktikumsplätze zur Verfügung. Interessierte können sich in der Eugen-Kaiser-Schule (Herr Mohrhardt, Telefon 06181 984726) oder der Altenpflegeschule in Rodenbach (Frau Berndt, Telefon 06184/935-135) informieren.

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