Reminiszenz an Fuchsberger und Kulenkampff

Gelungene Premiere für die Hanauer Online-Weihnachtsrevuen aus dem Amphitheater

Aufwärmen vor dem Start – Die Proben für erste Online-Weihnachtsrevue begannen am Sonntag im frostigen Amphitheater mit einer Regieplan-Besprechung.
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Aufwärmen vor dem Start – Die Proben für erste Online-Weihnachtsrevue begannen am Sonntag im frostigen Amphitheater mit einer Regieplan-Besprechung.

Leise rieselnder Schnee, das blieb zwar noch Wunsch, ansonsten aber hat bei der ersten virtuellen Hanauer Adventsgala am Sonntag alles gepasst. Mit einem kräftigen Schub an Seelenwärme schickte ein Dutzend engagierter Akteure im frostigen Amphitheater ihr Online-Publikum in die Vorweihnachtszeit.

Hanau – Dass rund eineinhalb Stunden lang alles wie am Schnürchen lief, Moderator Philipp Heinzinger nach dem Hanau-Daheim-Festival im Sommer seine Gäste nun gewohnt souverän in die Winterrunde lotsen und das Produktionsteam unter Führung der Eventschmiede Bright Management eine professionell getaktete Vorstellung liefern konnte, hatte wenig mit Improvisation und gar nichts mit Zufall zu tun. Zwar ließ der Regieplan, den Aufnahmeleiter Kevin Kenntemich am Nachmittag mit den Künstlern durchackerte, noch Raum für spontane Ideen. So reicherten die Musiker der Band Fayette bei der finalen Probe ihre Songs hier und da noch an.

Wie bei der ersten von vier Weihnachtsrevuen die Programmbausteine ineinandergreifen, das stand laut Bernd Michel vom städtischen Veranstaltungsbüro freilich seit Wochen fest. Livemusik bildet bei den Weihnachtsrevuen die Klammer. So ließ sich die Band Fayette am Sonntag zweimal hören und sehen. Zudem sind laut Michels jeweils eine oder mehrere Weihnachtsgeschichten von prominenten Vorlesern, klassische Weihnachtslieder und mindestens eine Showeinlage gesetzt, jeden Sonntag mit anderen Akteuren.

Für die Premiere setzen die städtischen Event-Manager neben der aufstrebenden Band, die schon bei der Hanauer Musikernacht von sich reden machte, weitgehend auf bekannte Größen. In den Ohrensesseln der Vorlese-Lounge nahmen mit den Schauspielern Detlef Nyga und Claudia Brunnert zwei bewährte Darsteller aus dem Ensemble der Brüder-Grimm-Festspiele Platz. Den besonderen Show-Part hatten vier Musiker der ebenfalls lokal verankerten Formation „Soul und Gebläse“ übernommen – mit Alphörnern. Weihnachtsklassiker steuerte Musical-Sänger Jan Schuba mit Piano-Begleitung bei.

Mit Kurz-Interviews von Philipp Heinzinger und lockeren Talk-Einlagen erinnerte das gelungene Liveerlebnis mit zunehmender Dauer immer mehr an gängige Fernsehformate aus der Fuchsberger- und Kulenkampff-Zeit – durchaus nicht zufällig, wie Regisseur Kevin Kenntemich verriet: „So etwas passt in die Jahreszeit.“ Auch der beträchtliche Aufwand an Ton-, Licht- und Aufnahmetechnik hätte wohl zu einer klassischen Samstagabendshow aus den 80er-Jahren gepasst. Schon beim dreistündigen Vorlauf am Nachmittag arbeiteten laut Bernd Michel zeitweise bis zu 40 Profis in mehreren Teams.

Dass die Show über Facebook, Youtube oder die Webeseite Hanau daheim gut rüberkam, stellte Lutz Hanus mit seinem Medienteam sicher. Schon im Sommer hat er mit dem Hanauer Online-Festival Erfahrung gesammelt und daher auch eine Vorstellung davon, wie viele Zuschauer das Projekt erreicht: Bis zu 1000 im Livestream, per Abruf in den nächsten Wochen auf den diversen Online-Kanälen dann 30 000 bis 50 000. Vielleicht, meint Hanus, werden es diesmal sogar noch mehr.

Von Oliver Klemt

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