Fertigstellung für Ende 2019 geplant

Genehmigung für „Haus des Jugendrechts“

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In dieser Häuserzeile am Schlossplatz entsteht das Hanauer „Haus des Jugendrechts“. Gestern wurde die Genehmigung zum Umbau der Immobilie an die Baugesellschaft Hanau übergeben. Geplante Fertigstellung ist Ende 2019.

Hanau - Das Hanauer „Haus des Jugendrechts“ hat gestern eine weitere Hürde auf dem relativ kurzen Weg zu seiner Verwirklichung genommen. Von Dieter Kögel 

Oberbürgermeister Claus Kaminsky überreichte den dicken Ordner mit der Baugenehmigung an Baugesellschafts-Geschäftsführer Jens Gottwald, dessen Unternehmen die Liegenschaft zwischen Schlossplatz und Steinstraße nun entsprechend umbaut. Ende 2019 soll das Haus seiner Bestimmung übergeben werden.
„Eine Rekordzeit von der Planung bis zur Verwirklichung“, betonte der Oberbürgermeister bei der Aktenübergabe im Congress Park Hanau, an der auch Vertreter von Land, Kreis, Stadt, Staatsanwaltschaft, Polizei und städtischem Präventionsrat teilnahmen, um die Bedeutung der künftigen Einrichtung zu unterstreichen.

Das Hanauer Haus des Jugendrechts wird das vierte in Hessen, aber dennoch einmalig sein, weil hier Stadt und Kreis eng zusammenarbeiten. Denn nicht nur für junge Hanauer wird das „Haus des Jugendrechts“ Anlaufstelle sein, es wird auch für Jugendliche aus dem Altkreis Hanau zuständig sein.

Unter einem Dach entstehen in der Häuserzeile entlang der Graf-Phillipp-Ludwig-Straße Büros und Besprechungsräume für Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendgerichtshilfe, damit diese künftig auf der Basis möglichst kurzer Wege eng zusammenarbeiten können. „Verfahren gegen auffällige Jugendliche sollen sich beschleunigen und die Prävention soll einen ganz hohen Stellenwert erhalten,“ sagten die Oberstaatsanwälte Gabriele Türmer und Dominik Mies einvernehmlich.

Rund 8,9 Millionen Euro wird der Umbau kosten, der bald richtig beginnt. „Ab Dezember wollen wir richtig loslegen,“ sagt Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau, die die Immobilie für den Zweck zur Verfügung gestellt und bereits begonnene Vorarbeiten für eine anderweitige Nutzung zugunsten der Verwirklichung des Hauses des Jugendrechts aufgegeben hatte. Die Gebäudezeile sei entkernt, die alten Versorgungsleitungen bereits entfernt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert, der sich im Landtag insbesondere bei der Finanzierung erfolgreich für das Projekt stark gemacht hatte, nannte die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten in diesem Zusammenhang als Beschleuniger für das Verfahren. Auch für Christoph Degen, für die SPD im Landtag und am Mittwoch als Vertreter des Main-Kinzig-Kreises in der Runde, war die Übereinstimmung bei der Planung und die überparteiliche Zusammenarbeit einer der Gründe, sich vehement für das Projekt einzusetzen.

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Für Jens Peter Thiemel, Leiter der Kriminalpolizei Hanau und Main-Kinzig-Kreis, ist das künftige Haus des Jugendrechts auch ein Ort, um den Belangen auch der Opfer „möglichst zeitnah gerecht zu werden.“ Mit rund 25 Beamten werde die Kripo im Haus des Jugendrechts vertreten sein, stellt damit personell die stärkste Gruppe der Nutzer. Die kann auch aus externen Partnern bestehen. Räume für Gespräche beratender und helfender Organisationen werden im Haus des Jugendrechts ebenfalls vorgehalten, wurde betont. Konzeptionell, so Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, sei alles vorbereitet, sodass man „im Anschluss an die Bauarbeiten sofort an den Start gehen kann.“

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