Nadine Simon will Falknerin werden

Gepackt von der Faszination Greifvögel

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Hat ein klares Ziel: Nadine Simon möchte unbedingt Falknerin werden. Als Praktikantin unterstützt sie derzeit Detelf Kotsch, der die Falknerei im Wildpark übernommen hat.

Klein-Auheim - Nadine Simon hat eine besondere Beziehung zu Tieren – schon von Kindheit an. Sie hegt den großen Wunsch, Falknerin zu werden und ist als Praktikantin in der Falknerei des Wildparks Alte Fasanerie auf dem besten Weg dazu. Von Holger Hackendahl 

Gemeinsam mit Nicole Wilde, einer weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterin, unterstützt Falkner Detlef Kotsch, der im Wildpark insgesamt 23 Greifvögel betreut, Nadine Simons Ambitionen. „Das Faszinierende an der Falknerei ist, dass ein Wildtier einem Menschen aus eigenem, freiem Willen folgt“, erzählt Nadine Simon während Uhu „Rudi“ auf ihrem Falknerhandschuh sitzt. Derzeit macht die 32-Jährige in der Falknerei im Klein-Auheimer Wildpark ein Praktikum. Detlef Kotsch, der seit Anfang Mai die Falknerei im Wildpark betreibt, hat der jungen Frau schon so einiges im Umgang mit Uhu, Falke, Wüstenbussard und Schleiereule beigebracht. „Mit jedem einzelnen Greifvogel muss sich ein Falkner auseinandersetzen, um Verständnis für das Tier zu bekommen“, sagt die junge Frau. Dabei wird die Bindung des Tieres zum Falkner über die Futtergaben aufgebraut. „Der Greifvogel landet auf dem Falknerhandschuh, weil dort Futter auf ihn wartet und er mich damit positiv verknüpft.“

Die gelernte Tierarzthelferin, die sich danach auch noch zur Arzthelferin ausbilden ließ, arbeitet seit sieben Jahren in der Unfallchirurgie des Hanauer St. Vinzenz-Krankenhauses. Sie nutzt fast jede Minute ihrer Freizeit für ihr Hobby. „Ich hatte schon immer einen besonderen Draht zu Tieren. Schon als kleines Kind habe ich verletzte Tiere gesund gepflegt“, erzählt sie mit einem Lächeln.

In der Falknerei der Alten Fasanerie können Besucher die Greifvögel während der Flugshows in Aktion erleben und viel über deren Lebensweise erfahren. Doch zum Falknersein gehört viel mehr. „Wir müssen auch die Volieren sauber machen – immerhin sind es 20 an der Zahl. Auch Futter vorbereiten, frisches Wasser geben, täglich checken, ob alles in Ordnung ist und die Vögel an uns gewöhnen“, erzählt Nadine Simon von ihrer täglichen Arbeit. „Falknerin zu werden ist jedenfalls gar nicht so leicht und es ist sehr zeitintensiv.“

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Die gebürtige Hanauerin, die in der Nähe der Ronneburg wohnt, hat sich zum Ziel gesetzt, die Falknerprüfung abzulegen. Doch davor muss die 32-Jährige noch das „grüne Abitur“, sprich: den Jagdschein machen. Das ist immerhin mit Kosten von rund 2 500 Euro und vor allem jeder Menge Büffeln verbunden. Denn für den Jagdschein braucht es Wissen auf vielfältigen Gebieten, vom Natur- und Artenschutz über Wildbiologie bis hin zum Waffenrecht. Erst wenn sie den Jagdschein erworben hat, kann Simon die Falknerprüfung in Angriff nehmen, was nochmals rund 1 000 Euro kostet.

Noch bis zum 31. Oktober laufen die Greifvogelschauen im Wildpark, bei denen Simon den erfahrenen Falkner Detlef Kotsch zuweilen unterstützt. Die Greifvogelschauen finden dienstags bis freitags um 15, an Samstagen um 13 und 15 sowie sonntags um 13, 15 und 16.30 Uhr statt.

Weitere Infos: www.falknerei-hanau.de

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