Mit gesundem Frühstück zum Schulerfolg

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„Lecker“, lautete gestern das einhellige Fazit von Viertklässlern in der Heinrich-Heine-Schule über den Inhalt ihrer „Power-Tüten“. Bis zu den Sommerferien bekommen die 250 Mädchen und Jungen der Schule jeden Tag ein gesundes Frühstück.

Hanau ‐ Bis sich die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Schule in der Weststadt gestern ihr gesundes Pausenbrot schmecken lassen konnten, hatte das schon eine ziemliche Odyssee hinter sich. Von Dirk Iding

Gebacken in Holland wurde es nach Hildesheim transportiert, dort belegt und eingepackt, weitertransportiert nach Köln, wo weitere Lebensmittel in die Pausenbrot-Tüte kamen, und zurück zum Zentrallager nach Darmstadt. Von dort aus fand das ausgewogene Frühstück schließlich den Weg in die Hanauer Grundschule. Es ist schon auch ein gewaltiger logistischer Aufwand, der hinter dem „Power-Tüten“-Projekt steckt, das die Rewe-Handelsgruppe in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Tafeln seit September 2009 auf die Beine stellt.

Ziel ist es, bei Grundschülern und Eltern ein Bewusstsein für die Bedeutung eines gesunden Frühstücks zu schaffen. Die Heinrich-Heine-Schule ist eine von derzeit sieben Grund- und Förderschulen bundesweit, die an diesem Projekt teilnehmen. Bis zu den Sommerferien bekommt jeder der 250 Kinder an der Heinrich-Heine-Schule täglich eine „Power-Tüte“ mit Obst, einem Pausenbrot, einem Getränk, Trinkjoghurt und ähnlichem. Bundesweit nehmen mehr als 5 250 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teil, über 360 000 Tüten, die es in fünf Varianten gibt, werden bis zu den Sommerferien ausgegeben.

Anstoß für gesunde Ernährung

Hinter dem Projekt, das die Rewe Group mit Unterstützung ihrer Handelspartner stemmt, steht die Erkenntnis, dass ein gesundes Pausenbrot wesentlich zum Schulerfolg beiträgt. Gleichzeitig gibt es eine aktuelle Forsa-Studie, wonach jedes siebte Kind morgens überhaupt nichts isst. Das deckt sich mit den Erfahrungen von Schulleiterin Dr. Brigitte Wasjack-Knaf. In der Heinrich-Heinrich-Schule gibt es schon seit längerem gemeinsame Frühstückspausen im Klassenverband. „Da zeigt sich, dass manche Kinder überhaupt nichts zum Essen dabei haben, andere nur Süßigkeiten oder Geld, um sich davon Süßigkeiten zu kaufen“, so die Schulleiterin.

Mit dem Projekt „Power-Tüte“ wollen die Initiatoren einen Anstoß in Richtung gesunde Ernährung geben. „Ein Anstoß, der hoffentlich einen nachhaltigen Effekt bei Schülern und Eltern über das Ende der Aktion hinaus hat“, wie es Achim Drewes, Pressesprecher bei Nestlé Deutschland, formulierte. Für Hanaus Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold ist die Teilnahme der Heinrich-Heine-Schule an dem Power-Tüten-Projekt denn auch „ein Baustein der Gesundheitserziehung in unseren Schulen und Kindertagesstätten“. Ziel sei es, Kindern möglichst frühzeitig ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu vermitteln.

Alle Kinder bekommen ihre Power-Tüte

Auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky lobte das Projekt, das man nicht als kostenlose Schulspeisung für bedürftige Kinder missverstehen dürfe: „Wenn Kinder ohne Pausenbrot in die Schule geschickt werden, ist das eine Form von Vernachlässigung, die unabhängig vom Geldbeutel der Eltern stattfindet.“

Schulleiterin Wasjack-Knaf betonte denn auch, dass alle Kinder der Grundschule täglich ihre Power-Tüte bekommen: „Eine Stigmatisierung von Kindern aus ärmeren Familien findet also nicht statt.“ Diesen Aspekt betonte auch Jutta Knisatschek, Projektleiterin der Hanauer Tafel der Stiftung Lichtblick: „Auch die Kinder aus besserverdienenden Elternhäusern können hinsichtlich gesunder Ernährung viel aus diesen Tüten lernen.“

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