Viele Besucher

Gesundheitsmesse: Therapie mit blinzelnder Robbe

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Tanya Yagci stellte eine Therapie-Robbe vor, die äußerlich wie ein normales Kuscheltier aussieht. Im Inneren ist sie mit vielen Sensoren bestückt.

Hanau - Anregungen, um fit zu werden und fit zu bleiben, versprach Organisator Karl-Heinz Kroll bei der Eröffnung der mittlerweile 6. Hanauer Gesundheitsmesse im Congress Park. Von Dieter Kögel 

Und diese Anregungen gab es denn auch in Hülle und Fülle an den Ständen der rund 100 Aussteller und bei den etwa 80 Fachvorträgen, die am Samstag und gestern bei freiem Eintritt besucht werden konnten. Nicht zuletzt deshalb werde die Messe seit Jahren „sehr gut angenommen“, so Kroll. Von rund 4000 Besuchern bei der Messepremiere im Jahr 20013 sei man im letzten Jahr immerhin bei 7000 Besuchern angekommen, sagt Birgit Bauer-Seuring vom Hanauer „Treffpunkt Gesundheit“, vor sechs Jahren Initiatorin der Messe, die nach wie vor erfolgreich ist, wie sich am Wochenende zeigte. Denn „Gesundheit ist ein stetig wachsender Markt“, unterstrich Oberbürgermeister Claus Kaminsky in seiner Begrüßungsansprache.

Einen speziellen Fahrradtrainer für Menschen mit demenziellen Erkrankungen präsentierte das Steinheimer Pflegeheim Mainterrasse.

Und der Markt ist vielfältig, was sich auch am Angebot der Aussteller zeigt. Klinikum Hanau und St. Vinzenz-Krankenhaus sind mit ihren Gesundheitsleistungen vertreten, informieren, beraten - und messen. Und das manchmal mit erstaunlichen Resultaten. In zwei Fällen, so erinnert man sich am Stand des Klinikums, sind bei Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern in der Vergangenheit wegen des Befundes die Klienten sofort in die Klinik eingeliefert worden. Die Gefäße hatten sich bei der Untersuchung am Stand als lebensgefährlich dicht erwiesen. Beste Argumente für eine aufmerksame Vorsorge.

Prävention, so sagt Birgit Bauer-Seuring, sei ohnehin von Anfang an das Hauptthema der Gesundheitsmesse gewesen. Daran habe sich nichts geändert. Und so stehen auch der Sportkreis Hanau und die Turngemeinde (TGH) in den Startlöchern, weisen auf ihre Bewegungs- und Sportangebote hin, laden in kleinen Workshops im CPH-Foyer zum Mitmachen ein. Es sind nicht die Massen, die die Gelenke unter Anleitung dezent belasten, oder die Muskelpartien strecken und dehnen, aber immerhin probieren es immer wieder einige Interessierte aus.

Bei einem Gesundheitsparcours konnte man unter anderem Blutdruck- und Körperfettmessungen vornehmen lassen.

Zur Bewegung gehört natürlich auch die richtige Ernährung. Viele Offerten werden im CPH gemacht: Vom Bringdienst für Biogemüse und Obst über Rezeptideen für gesundes Essen bis zu schonenden Zubereitungsmethoden. Probiert werden kann auch. Die Martin-Luther-Stiftung serviert an ihrem Stand Smoothies aus Avocado und Banane. Am Stand des Treffpunkts Gesundheit steht die Kraft von Biophotonenpflastern im Mittelpunkt. Für Bauer-Seuring eine hocheffektive Methode zur Wiedererlangung des körperlichen Gleichgewichts, die „auch in der Schmerztherapie tolle Erfolge“ vorweisen könne.

Viel Raum auf der Messe nehmen auch die Hilfs- und Betreuungsmöglichkeiten für Senioren ein. Am Stand der Steinheimer Mainterrasse ist ein Fahrradtrainer mit einem Bildschirm gekoppelt, der für den Radler bekannte Routen wiedergeben kann. Gewohntes kann so vom Zimmer aus mit mäßiger Bewegung wieder nachvollzogen werden.

Fotos zur 6. Hanauer Gesundheitsmesse

Wirklichen Mobilitätsgewinn in unscheinbarer Verpackung findet man am Stand des Sanitätshauses Bussfeld & Schiller. Was wie ein kleiner Trolley aussieht, wird mit wenigen Handgriffen zum transportablen Elektroscooter für Senioren. Balsam für die Seele, insbesondere von Demenzpatienten, verspricht eine Therapie-Robbe am Stand der Main-Kinzig-Pflegezentren. Tanya Yagci stellt das Kuscheltier vor, dessen Innenleben mit Sensoren gespickt ist, die auf Außenreize reagieren. Und so blinzelt die Robbe, reckt den Kopf für Streicheleinheiten, schmiegt sich an und scheint fast ein Eigenleben zu führen. Damit, so Yagci, werden „gute Erfolge erzielt“, denn „man muss das Tier einfach mögen.“

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