Rundflug am 10. September

Goodyear-Luftschiff kehrt nach Europa zurück: „Blimp“ fliegt bald über Hanau

Das Goodyear-Luftschiff „Blimp“ wird bald über Hanau zu sehen sein.
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Das Goodyear-Luftschiff „Blimp“ wird bald über Hanau zu sehen sein.

Hanau – Nach fast einem Jahrzehnt ist bald wieder ein Luftschiff des Hanauer Reifenherstellers Goodyear am Himmel über Europa zu sehen. Für das Unternehmen ist der „Blimp“ laut Mitteilung eine Ikone, und seine Rückkehr die jüngste in einer Reihe von Investitionen in das Geschäft in Europa.

Am kommenden Donnerstag, 10. September, startet der Zeppelin zu einem Flug über Deutschland. Auf der Strecke von Bonn nach Bad Homburg wird der „Blimp“ dabei im Laufe des Tages auch Hanau überqueren, den Hauptsitz des Reifenherstellers. Bei manchem dürften auch Erinnerungen an die Absturzkatastrophe von 2011 in Reichelsheim wach werden.

Unternehmen investiert in das Geschäft in Europa

„Der Goodyear-Blimp fasziniert die Menschen weltweit seit fast einem Jahrhundert“, wird Mike Rytokoski, Vice-President und Chief Marketing Officer von Goodyear in Europa in der Mitteilung zitiert. „Seine lang ersehnte Rückkehr nach Europa eignet sich perfekt, um unsere Rückkehr in den internationalen Motorsport, unsere neue Medienpartnerschaft mit Eurosport sowie die aktuellsten Produktneuzugänge zu würdigen.“

Das aktuelle Luftschiff mit Goodyear-Branding ist ein Zeppelin NT, der von der Deutschen Zeppelin-Reederei GmbH mit Sitz in Friedrichshafen betrieben wird. Es markiert das jüngste Kapitel in einer fast 100-jährigen Zusammenarbeit von Goodyear und Zeppelin.

Beeindruckende Maße: Luftschiff ist 75 Meter lang

Mit einer Länge von 75 Metern – das entspricht ungefähr der Länge eines dreiviertel Fußballfeldes – und einer Höhe von 18 Metern ist es das derzeit größte halbstarre Luftschiff. Als Markenbotschafter von Goodyear soll es in Europa laut Mitteilung für einzigartige Luftaufnahmen bei verschiedenen Rennveranstaltungen sorgen. Zudem wird es für touristische Flüge in Deutschland genutzt. In den USA betreibt Goodyear drei weitere Luftschiffe vom gleichen Typ.

Firmenintern und auch in den USA verwendet Goodyear den Begriff „Blimp“, obwohl es sich bei den aktuellen Modellen um halbstarre Luftschiffe des Typs Zeppelin NT handelt. Ein Blimp ist eigentlich ein „Prallluftschiff“ ohne feste innere Struktur. Alle Goodyear-Luftschiffe bis zum Jahr 2014 waren „Blimps“.

Erstes Goodyear-Luftschiff flog 1972 über Europa

In den USA sieht man die berühmten Goodyear-Luftschiffe häufig am Himmel, besonders bei großen Sportveranstaltungen wie den Nascar-Rennen, den Basketballspielen der NBA oder der amerikanischen Golfturnierserie PGA. Doch auch in Europa haben sie als Ikone langjährige Tradition.

Erstmals kam ein Goodyear-Blimp im März 1972 nach Europa. Getauft auf den Namen „Europa“, hatte er seinen Erstflug im Juni desselben Jahres im englischen Cardington und schwebte in den darauffolgenden vierzehn Jahren am europäischen Himmel. Er überflog zahlreiche Sport- und Kulturveranstaltungen, darunter der Große Preis von Deutschland am Nürburgring (1985), die French Open im Pariser Stadion Rolland Garros (1986) sowie zwei Hochzeiten des englischen Königshauses.

Luftschiff erstmals seit 2012 wieder in Europa

In den darauffolgenden Jahren kehrten Goodyear-Blimps wiederholt nach Europa zurück. Nun ist erstmals seit 2012 wieder ein Goodyear-Luftschiff in Europa. In den kommenden Wochen wird es die Region Friedrichshafen sowie das weitere Bundesgebiet überfliegen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 soll es zudem Luftaufnahmen bei einigen wichtigen europäischen Motorsportevents liefern und damit dem Comeback von Goodyear im internationalen Rennsport einen wichtigen Schub geben.

Die Wiederkehr des Goodyear-Luftschiffs weckt insbesondere in Hessen nicht nur gute Erinnerungen: Im Juni 2011 stürzte eines der Luftschiffe nahe des Flugplatzes in Reichelsheim ab. Zuvor war es über den Hessentag in Oberursel geflogen, wo Tausende Besucher über die Festmeile flanierten. Kurz vor der Landung ging der „Blimp“ in Flammen auf. Drei Journalisten konnten sich durch einen Sprung aus niedriger Höhe aus dem Luftschiff retten. Der 52-jährige Pilot aus Australien schaffte es nicht mehr und verbrannte.

Werbeflüge nach Unfall bei Hessentag abgesagt

Der Hanauer Reifenhersteller, in dessen Auftrag das von Lightship Europe Limited betriebene Luftschiff flog, reagierte schockiert auf den Unfall und stellte alle weiteren mit einem zweiten, baugleichen „Blimp“ geplanten Werbeflüge bis auf Weiteres ein. Jenes Luftschiff blieb an seinem Standort in Spanien auf dem Boden.

Beide Luftschiffe sollten auch damals auf Werbetour durch Europa gehen. Das Motto für die Reise durch 20 Länder lautete ausgerechnet „Safety Tour“. Die Maschinen – damals allerdings einer anderen Bauart als die heutigen „Blimps“ – sollten für die Sicherheit auf der Straße werben.

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