Ein griffiger Name fehlt noch

Museum in ehemaliger Druckerei Ingra nimmt Gestalt an

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Fachbereichsleiter Martin Hoppe (l.) ließ sich von dem Klein-Auheimer Unternehmer Uwe Hoppesack über den Stand des Umbaus der ehemaligen Druckerei Ingra informieren. Hier soll das Museum Klein-Auheim einziehen.

Klein-Auheim - Im nächsten Frühjahr soll es eröffnen: das „Museum Klein-Auheim“.

Dafür wird das ehemalige Gebäude der Druckerei Ingra an der Gutenbergstraße umgebaut, das von der Stadt Hanau gemietet und von ihr an den Heimat- und Geschichtsverein sowie die Schlepperfreunde Klein-Auheim untervermietet wird. Bislang liegt das Projekt im Zeitplan.
Davon konnte sich nun Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur bei der Stadt Hanau, bei einem Rundgang mit Unternehmer Uwe Hoppesack überzeugen. Hoppesack hatte die brachliegende Immobilie gekauft und lässt sie nun für die Bedürfnisse eines Museums umbauen.

In der künftigen Präsentation soll die Industriegeschichte von Klein-Auheim im Mittelpunkt stehen, und damit auch die sogenannten „Arbeiterbauern“, die einst morgens in den Firmen und anschließend in ihren eigenen landwirtschaftlichen Betrieben schufteten. Einen nachhaltigen Eindruck der Klein-Auheimer Industriegeschichte werden vor allem die Fahrräder und Mopeds hinterlassen, die in den 1968 geschlossenen Bauer-Werken hergestellt wurden. Die Stadt kauft hierzu die weltweit umfangreichste Bauer-Räder-Sammlung, die der private Sammler Jörg Schulisch bisher in seiner Heigenbrückener „Mopedscheune“ gezeigt hat. Mehr als 400 Stücke –- vom Rad über Zubehör, Werkzeug, Postern bis zu Autogrammkarten von Radball-Weltmeistern – sollen künftig im Museum zu sehen sein.

Zum Museum wird auch ein Gastronomiebereich mit Kolleg gehören, das auch für Vorträge, Familienfeiern und Gremiensitzungen nutzbar sein soll. Sogar einen Biergarten auf der Gebäuderückseite hält Hoppesack für denkbar, er ist noch auf der Suche nach einem Gastro-Pächter.

Den geplanten Museumsladen und die Kasse soll künftig während der noch nicht feststehenden Öffnungszeiten des Museums von Ehrenamtlichen des HGV und der Schlepperfreunde betreut werden. „Die Stadt stellt den Rahmen, die Verantwortung tragen die Vereine“, beschreibt Hoppe die Arbeitsteilung.

Nach der Bauer-Präsentation folgen Exponate aus der Sammlung des Heimat- und Geschichtsvereins und schließlich die historischen Landmaschinen der Schlepperfreunde.

Ebenfalls in den Komplex einziehen wird „Günthers Radladen“, der zur Zeit noch an der Seligenstädter Straße ansässig ist. Dort seien auch Fahrrad-Werkstätten für Kinder und Jugendliche denkbar, hieß es. Der Rundgang endet auf der Ostseite mit einem zweiten gastronomischen Angebot: Einem Cafè, das von der Kuchen Stil Manufaktur aus Wolfgang betrieben wird.

Für das Gestaltungskonzept im Museum konnte die Hanauer Kommunikationsdesignerin Alexandra Streubel gewonnen werden. Sie ist ausgebildete Tischlerin, hat dann Design studiert und ist inzwischen preisgekrönte Spezialistin für Ausstellungsgestaltung.

Bilder: Altstadtfest und Johannisfeuer in Steinheim

Fachbereichsleiter Martin Hoppe hält den künftigen Museumsstandort in der Gutenbergstraße für „hervorragend geeignet“. Denn er biete genug Platz für verschiedene Aspekte der Klein-Auheimer Ortsgeschichte und für ein modernes multimediales Mitmachangebot in den Ausstellungsräumen. Zudem sei er mit verschiedenen Verkehrsmitteln gut zu erreichen: Bahnhof und Bushaltestelle seien nah. Und zum nur etwa 200 Meter entfernten Main-Fernradweg gebe es eine direkte Verbindung. Außerdem gibt es ausreichend Parkplätze. Dort will Hoppesack sogar Ladesäulen für E-Bikes und Elektroautos installieren.

„Das alles erleichtert uns die überregionale Vermarktung des Museums Klein-Auheim“, ist Hoppe überzeugt. Allerdings werde für das Projekt noch ein griffiger Name gesucht. Schon jetzt stoße das Projekt überregional auf Interesse. So werde die „Route der Industriekultur Rhein-Main“ um eine Attraktion reicher und die KuturRegion Frankfurt RheinMain GmbH habe bereits angefragt, ob sie das Museum Klein-Auheim für 2019 in ihre Planungen und die Werbung mit einbeziehen könne.

„Das kann sie,“ sind Hoppe und Hoppesack sicher. Vor Ostern 2019 soll Eröffnung sein. Zum 1. Januar werden die Räume an die Stadt übergeben, damit sich die Innengestaltung zusammen mit HGV und Schlepperfreunden binnen rund drei Monaten umsetzen lässt. „Der HGV hat die Umzugskisten schon bestellt“, weiß Hoppe. (did)

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