CDU schlägt Grimm-Theater vor

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Hanaus größte Söhne, Jacob und Wilhelm Grimm, sollten nach Auffassung der CDU nicht nur mit dem weltbekannten Nationaldenkmal sondern auch mit einem Hanauer Grimm-Theater geehrt werden.

Hanau - Nachdem Pläne für ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum an fehlendem Geld vorerst gescheitert sind, denkt die Hanauer CDU jetzt über die Einrichtung einer dauerhaften Märchenbühne neben dem saisonalen Angebot der Festspiele im Amphitheater nach.

Hanau sei bei den Bemühungen um eine stärkere Verankerung der Grimms im Stadtbild noch nicht weit gekommen. „Andere bekannte Grimm-Städte wie Kassel oder Steinau sind hier deutlich weiter“, bedauert der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtparlament, Dieter Hog. „Wir müssen es auf absehbare Zeit schaffen, den Brüdern Grimm neben den im Sommer stattfindenden Hanauer Märchenfestspielen und dem Brüder Grimm-Nationaldenkmal auf dem Hanauer Marktplatz endlich einen festen Bezugspunkt im Herzen unserer Stadt zu geben“, erklärt Hog in einer Pressemitteilung

Die Stadt plante in den vergangenen Jahren mit hohem Aufwand ein eigenes Brüder-Grimm-Kulturzentrum für Hanau. Dieses war auch ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerblichen Dialoges um die Neugestaltung der Hanauer Innenstadt. Wegen der katastrophalen Haushaltslage und der hohen Verschuldung wurde das Projekt jedoch vorerst wieder beerdigt. Die CDU fordert nun ab 2017, wenn die Auflagen des kommunalen Rettungsschirms zur Sanierung des Hanauer Haushaltes erfüllt seien, einen neuen Anlauf zu unternehmen. „Wesentlich ist für uns, dass die Brüder Grimm in Hanau endlich erlebbarer werden. Der Name Brüder Grimm muss noch viel stärker das positive Image der Stadt Hanau prägen. Wir brauchen endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept, das geeignet ist, die Brüder Grimm in ihrer Geburtsstadt adäquat zu präsentieren“, fordert der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Göbel.

„Ergänzung zu den Festspielen“

„Als Kern eines solchen Projektes könnten wir uns ein Brüder-Grimm-Theater vorstellen, in dem ganzjährig Stücke mit einem besonderen Fokus auf Märchen gespielt werden. Das enorme Potenzial von Märchenerzählungen, insbesondere der Grimm-Märchen, zeigt sich Jahr für Jahr bei den Hanauer Märchenfestspielen. Was spricht dagegen, in Ergänzung zu den Festspielen, den Brüdern Grimm endlich eine dauerhafte Bühne zu geben? Das wäre ein echter Gewinn nicht nur für Hanau, sondern für das gesamte Rhein-Main-Gebiet“, ist Göbel überzeugt.

Wenn der Standort geschickt gewählt werde, könnte das Brüder-Grimm-Theater zusätzlich die Hanauer Innenstadt beleben und so auch bei Geschäften und Gastronomen die Kassen klingeln lassen. „Wir sehen am erfolgreichen Beispiel des neu in Hanau ansässigen Varieté-Theaters Stein´s Tivoli, dass es einen echten Bedarf an ganzjährigem Theater und Schauspiel gibt. Diesen Bedarf mit den Brüdern Grimm zu verknüpfen, könnte sich zu einem echten Publikumsrenner entwickeln“, erklärt Göbel. Positive Beispiele wie das Kikeriki-Theater in Darmstadt, dass seit 1996 mit über 4700 ausverkauften Vorstellungen bisher mehr als 1,6 Millionen Zuschauer angezogen habe, bewiesen zudem, dass Schauspiel auch außerhalb der Metropole Frankfurt überregional erfolgreich sein könne.

Märchenfestspiele (2013) eröffnet

Märchenfestspiele eröffnet

Chancen für eine Realisierung sieht die CDU in der neuen Wahlperiode ab 2017. „Der riesige Schuldenberg auf dem Hanau sitzt, verhindert eine schnelle Lösung“, bedauert CDU-Fraktionschef Dieter Hog. „Hätte die Rathausspitze in der Vergangenheit besser gewirtschaftete, wären wir bei den Brüdern Grimm schon deutlich weiter.“ Die weltweit insbesondere durch ihre Märchensammlung bekannt gewordenen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie der Maler-Bruder Ludwig Emil wurden in Hanau geboren. Die Stadt führt seit 2006 den Namenszusatz „Brüder-Grimm-Stadt“, will mit der „Marke Grimm“ für sich werben. 

(ed)

„Das tapfere Schneiderlein“ bei den Märchenfestspielen

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