Notstand in Verwaltung

Grippewelle erfasst den Kreis

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Eine außergewöhnliche Krankheitswelle beeinträchtigt derzeit in beachtlichem Maße den Dienstbetrieb in den besucherstarken Dienststellen des Stadtladens und der Stadtteilläden.

In der Konsequenz können bis zunächst Samstag, 3. März, ausschließlich Terminkunden im Stadtladen Innenstadt bedient werden. Die Rathausinformation wird besetzt sein. Daneben wird versucht, die Servicezeiten in den jeweiligen Stadtteilläden aufrecht zu erhalten. Eine kurzfristige Schließung könne aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es gestern. Auf der städtischen Internetseite unter www.hanau.de werden die Öffnungszeiten jeweils kurzfristig veröffentlicht.

Doch nicht nur die Hanauer Stadtverwaltung wird derzeit von einer Grippewelle heimgesucht. Betroffen ist der gesamte Main-Kinzig-Kreis Die Grippe hat den Kreis fest im Griff, teilte gestern das Kreis-Gesundheitsamt mit. Seit Anfang des Jahres wurden knapp 400 Influenzafälle gemeldet, die Hälfte davon alleine in den zurückliegenden beiden Wochen. Influenzaausbrüche seien vor allem in Schulen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Reha-Kliniken zu verzeichnen, eben dort, wie viele Menschen zusammenkommen, die sich gegenseitig leicht anstecken können.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

„Das ist sicher nur die Spitze des Eisberges“, vermutet Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Kreisgesundheitsamts, „da wir nur Fälle gemeldet bekommen, wenn ein Arzt von seinem Patienten einen Rachenabstrich genommen hat, der im Labor dann positiv auf Influenza getestet wurde.“ Nach Einschätzung des Hessischen Gesundheitsministeriums dürfte der Höhepunkt der diesjährigen Influenzawelle noch nicht erreicht sein. Der weitere Verlauf sei noch nicht prognostizierbar.

Die diesjährige Grippesaison verlaufe im Main-Kinzig-Kreis bisher ähnlich heftig wie die der vergangenen Saison. Besorgniserregend sei die Erkrankungsrate jedoch nicht. Anhand der gemeldeten Fälle lässt sich ablesen, dass im Main-Kinzig-Kreis die Altersgruppen ab 45 Jahre bisher am häufigsten betroffen sind, mehr Männer als Frauen, zudem werden Influenza-B-Viren häufiger nachgewiesen als Influenza-A-Viren.

Wussten Sie's? Acht Mythen über Schnupfen - und was hilft

Hat es einen erwischt, sollte man am besten zu Hause bleiben, empfiehlt das Gesundheitsamt. „Erkrankte sollten sich vor allem schonen und jeden Kontakt mit anderen Menschen meiden“, erklärt Giernat. Nur so könne eine Weiterverbreitung verhindert werden. Aussagen des Robert-Koch-Instituts zufolge biete in dieser Saison vor allem der Vierfachimpfstoff ausreichenden Schutz gegen eine Erkrankung. (did)

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare