Großauheimer Rochusmarkt

An August Gaul kommt keiner vorbei

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Als gelungene Mischung aus Straßenfest und Gewerbeschau präsentierte sich auch diesmal der Großauheimer Rockusmarkt - trotz der Einschränkungen durch den Umbau des Rochusplatzes. Ein Teil des Markts fand in der „abgeschnittenen“ Krotzenburger Straße statt (links).

Der 43. Rochusmarkt wird wohl als einziger in die Geschichte eingehen, bei dem der Rochusplatz als Zentrum des vom Gewerbeverein organisierten und beliebten Straßenmarkts nicht genutzt werden konnte. Wegen des Umbaus ist er weiter gesperrt.

Großauheim – Eigentlich habe der diesjährige Rochusmarkt sogar infrage gestanden, sagte die Vorsitzende des Gewerbevereins, Elke Koch-Krause, bei der Eröffnung. Doch letztlich habe man sich auch vom Umbau des für die Veranstaltung zentralen Platzes nicht abhalten lassen. Es sei Flexibilität gefordert worden, meinte Sabine Läpple in ihrer Rolle als Irminrat VI, „aber Flexibilität, die haben wir. “ Zumal laut Scholz-Krause die Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen mit Stadt und Ordnungsamt sehr gut gewesen sei, um die Krotzenburger Straße, die direkt hinter dem Rochusplatz als Verlängerung der Hauptstraße beginnt, an das Marktgeschehen anzubinden - „wenn auch ein bisschen abgeschnitten“, so Scholz-Krause.

Doch bereits am Samstag wirkte der durch die Baustelle von der Hauptstraße getrennte Teil keineswegs abgeschnitten. Zum einen nutzten viele Besucher des Rochusmarkts die Gelegenheit, einen Blick auf den Baufortschritt auf dem neuen Platz zu werfen. Zum anderen lockten in dem mit Ballons geschmückten Bereich Musik und weitere Angebote. Auch die Krabben in Knoblauch oder die Paella waren ein begehrtes Angebot auf der anderen Seite der Bauzäune. Die Zäune werden pünktlich verschwinden, so Ortsvorsteher Reiner Dunkel. Der neue Rochusplatz wird anlässlich des 150. Geburtstages des in Großauheim geborenen Künstlers August Gaul am 22. Oktober zusammen mit einem Denkmal eröffnet, das an den bedeutenden Tierbildhauer erinnert.

„Gaul-Wein“ extra fürs Jubiläum

An dem größten Sohn Großauheims kam auch kaum ein Besucher des Rochusmarkts vorbei. Der örtliche Geschichtsverein bot einen „Gaul-Wein“ aus Hörstein an, extra fürs Jubiläum kreiert. Eine Führung durch Großauheim hin zu den Plätzen, an denen die Plastiken des Bildhauers einst standen, wurde gestern geboten.

Flyer mit der Einladung zum Theaterstück „Gaulchen, Paulchen und Tilla“ (26. und 27. Oktober, Lindenauhalle) aus der Feder der Geschichtsvereinsvorsitzenden Sabine Laber-Szillat wurden von Darstellern in den entsprechenden Kostümen verteilt. Zwischen den Liedern von Jörg Sanders auf der Bühne an der Wiesenstraße verwies Thomas Göbel vom Förderkreis Kultur auf weitere kulturelle Höhepunkte der kommenden Saison, und würzte seine Informationen mit Rätselspielen. Ja, den Tag den Weltnudeltag gibt es wirklich, und es ist die Tinte des Tintenfischs, die Nudeln schwarz färbt.

Auch am Stand der Großauheimer Bücherei setzte man neben dem Bücherwühltisch auf Quiz und Rätsel, für deren richtige Lösungen Preise winkten. Auf die bewährte Methode der Lose griff indes die Edy-Petri-Stiftung zurück, die Bedürftige unterstützt.

Die Stimmung jedenfalls war gut in den von Handel, Gewerbe und Gastronomie beherrschten Straßen, trotz des durchwachsenen Herbstwetters. Zumindest eine Pizzeria war darauf bestens eingestellt und ließ auf einem Schild an ihrem Maxi-Pavillon wissen: „Beheiztes Zelt.“

VON DIETER KÖGEL

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