Kniebeuge vor der Löwin

Der mit Millionenaufwand umgebaute Rochusplatz ist freigegeben

Sitzgelegenheit und zugleich markante Gestaltungselemente sind die großen hölzernen Bänke und Liegen auf dem neuen Rochusplatz in Großauheim. Fotos: Kögel
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Sitzgelegenheit und zugleich markante Gestaltungselemente sind die großen hölzernen Bänke und Liegen auf dem neuen Rochusplatz in Großauheim.

Seit gestern sind die Bauzäune, die den Rochusplatz abgeschirmt haben, verschwunden. Mit einer Feierstunde wurde der umgebaute Platz samt dem neuen August-Gaul-Denkmal eingeweiht.

Großauheim –  Einige hundert Menschen fanden sich gestern zwischen Hauptstraße und Krotzenburger Straße ein, um das neue Ortszentrum in Augenschein zu nehmen. OB Claus Kaminsky, Stadtrat Thomas Morlock und Ortsvorsteher Reiner Dunkel forderten in ihren Reden die Bürger dazu auf, den Platz zu beleben und in Besitz zu nehmen.

Das renovierte Uhrtürmchen dominiert die Rochusplatz-Seite zur Hauptstraße hin, zeigt an, was die Stunde geschlagen hat. Wenige Meter weiter steht das Rochuskreuz als Erinnerung an die Befreiung von der Pest. Pfarrer Manuel Stickel sprach gestern mit der Gemeinde ein Gebet am neuen Standort des Kreuzes. Und in der Mitte des Platzes laden übergroße Sitz- und Liegemöbel ebenso zu Verweilen ein wie das Denkmal, das Matthias Kohn zum Andenken an den in Großauheim geborenen Bildhauer August Gaul geschaffen hat, dessen Geburtstag sich morgen zum 150. Mal jährt. 

Das renovierte Rochuskreuz wurde von Pfarrer Manuel Stickel eingeweiht.

In die runde Sitzgelegenheit sind Silhouetten von Gaulschen Tiermotiven eingearbeitet, die es zu entdecken und zu entschlüsseln gilt. Denn Kohn will den Zugang zu Gauls Werk über die Benutzung des Denkmals schaffen. Zumindest am Eröffnungstag gelang das prompt. Nach der Enthüllung wurde ausgiebig Probe gesessen. Um Löwin oder Pinguine genauer zu betrachten, ging mancher Besucher sogar in die Knie.

Großauheim: So ganz doch noch nicht verschwunden

Auch im Großauheimer Museum wird der renommierte Bildhauer mit einer großen Ausstellung gewürdigt (wir berichteten). Am Samstag wurde die Präsentation „Weil es mich freut“ eröffnet. Dauer- und Sonderausstellung werden mit vielen Zusatzveranstaltungen ergänzt und dauern bis zum 24. Mai 2020.

So ganz waren die Bauzäune übrigens gestern doch noch nicht vom Rochusplatz verschwunden. Die verbliebenen Absperrungen zeigten Arbeiten eines Sprayworkshops für Senioren, die sich in den vergangenen Monaten mit Farbsprühflaschen unter fachkundiger Anleitung kreativ mit Gauls Gurtstag beschäftigt hatten. 

Besonderer Hingucker: Das Uhrentümchen.

Noch etwas unscheinbar sind derweil die neu gepflanzten Bäume am Platz. Insgesamt 14 wurden gesetzt, sechs mehr als vorher auf dem Platz standen, wie OB Kaminsky hervorhob. Im übrigen hätten die Großauheimer jetzt eine Platzgestaltung, so wie sie es gewollt haben, sagte der Rathauschef. Gelächter und Murren ließen indes Zweifel an der rückhaltlosen Zustimmung der Besucher aufkommen. 

Großauheim: "Ein Gewinn an Aufenthaltsqualität"

Doch letztlich sei Bürgerbeteiligung gegeben gewesen, erinnerte Kaminsky, und die Vorschläge von Bürgerseite hätten Berücksichtigung gefunden. Von dem attraktiven Ortszentrum erhofft man sich auch einen Sog für private Investoren, um das Ortsbild insgesamt aufzuwerten. Der neue, 1,3 Millionen Euro teure Platz, so Stadtrat Thomas Morlock, beschere Großauheim jedenfalls einen „Gewinn an Aufenthaltsqualität“; und er sei auch ein Stück Kulturraum. Thomas Morlock: „Großauheim hat nun einen repräsentativen Ortsmittelpunkt.“

VON DIETER KÖGEL

Außerdem wollte ein Einbrecher in Hanau in ein Haus einsteigen. Doch er hatte die Rechnung ohne den Hund der Bewohner gemacht.

Das Unternehmen P3 Logistic Parks Germany treibt seine Planungen für den Bau eines der größten Rechenzentren Europas in Hanau-Großauheim voran. 

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