Große Leere im Museum

Großauheim -Zur Wiedereröffnung am 28. August vorigen Jahres gab es noch ein volles Haus: 356 Gäste zählte die Stadt damals, als das Großauheimer Museum am Pfortenwingert nach rund dreijähriger Umbauphase wieder aufgemacht wurde. Von Christian Spindler

Seitdem werden die Kunstwerke des renommierten Tierbildhauers August Gaul und das Malers und Mosaikkünstlers August Peukert in zwei neuen Abteilungen präsentiert.

Aber das Museum ist ein Magnet ohne rechte Anziehungskraft. Statt eines gesteigerten Interesses an dem neuen Haus herrscht oft gähnende Leere in den Räumen. Gerade mal 290 Besucher wurde von September bis Dezember 2010 registriert; das sind magere 72 pro Monat und in vier Monaten 66 weniger als bei der Einzelveranstaltung im August - und das im Herbst und Winter, eigentlich beste Museumszeit.

Für den gesamten Großauheimer Museumsumbau gab die Stadt immerhin 1,3 Millionen Euro aus. Die Einrichtung kostet weitere 620.000 Euro.

Es gebe bis dato „keine befriedigenden Besucherzahlen“, räumt Hanaus Kulturmanager Klaus-Dieter Stork ein. Ganz überraschend sei das allerdings nicht. Richard Schaffer-Hartmann, Chef der Hanauer Museen, und seine Mitarbeiter setzen auf den zweiten Bauabschnitt. „Der ist der relevante“, meint auch der Kulturmanager. In dem zweiten Teil wird die Industriegeschichte präsentiert, darunter stattliche Maschinen. Das, so Stork, sei „der eigentliche Publikumsmagnet“. Der neue Teil solle auch „einen anderen ästhetischen Blick eröffnen“.

Museumspädagogische Angebote für Kinder verstärken

Neben der industriegeschichtlichen Abteilung wird es auch einen neuen Raum für Wechselausstellungen geben. Derzeit läuft die aufwändige Einrichtung des zweiten Großauheimer Museumsabschnitts. „Wir hoffen, dass wir im Herbst oder Winter eröffnen können“, sagt der Kulturmanager.

Das Großauheimer Museum habe ein Potenzial von 3000 bis 4000 Besuchern pro Jahr, heißt es aus dem Fachbereich Kultur der Stadt. Gut 4000 waren es noch lange vor dem Umbau im Jahr 2000. Als noch die „Großauheimer Dampftage“ jährlich veranstaltet wurden, waren es geschätzt sogar bis zu 14000.

Zum Vergleich: Das städtische Museum in Schloss Steinheim mit dem Schwerpunkt Vor- und Frühgeschichte hat im Schnitt jährlich 6000 Besucher. Im Vorjahr waren es sogar 7600. Die Sonderausstellung über die Eiszeit erwies sich als besonderer Quotenbringer.

Um die Besucherzahlen in Großauheim nach der bisherigen Flaute anzukrubeln, will man auch die museumspädagogischen Angebote für Kinder verstärken.

Und die „Nacht der Musen“, bei der in Hanau zuletzt alle Museen in der Stadt offen hatten, wird nunmehr nur noch an einem Ort stattfinden. Den Auftakt macht dieses Jahr Wilhelmsbad. Der Standort in 2012 ist dann das Museum Großauheim. Das „Kunstnacht“-Projekt wird am heutigen Freitag öffentlich vorgestellt.

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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