Beanstandungsquote liegt bei bis zu 61 Prozent

Großkontrolle an A45: Technische Mängel keine Seltenheit

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Das ist deutlich zu viel des Guten: Gleich zwei Bagger transportierte der Fahrer dieses Gespanns, dessen zulässiges Gesamtgewicht deutlich überschritten wurde. Damit endete die Fahrt auf dem Rasthof Langen-Bergheim.

Main-Kinzig-Kreis - Für den Fahrer eines Lastwagens mit türkischem Kennzeichen war die Fahrt am Dienstag auf dem Rasthof Langen-Bergheim an der A 45 in Fahrtrichtung Hanau beendet. Von Andreas Ziegert 

Er geriet in eine Großkontrolle von Polizei und mehreren Behörden, die den Lkw-Verkehr unter die Lupe nahmen. Bei dem türkischen Lkw war eine Bremsscheibe gebrochen. Neben Polizei und Zoll hatten auch das Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises und das Regierungspräsidium Darmstadt Mitarbeiter entsandt, um bei der Überprüfung der Fahrzeuge gegebenenfalls eingreifen zu können. Und die Statistik gibt den Kontrolleuren recht: Die Beanstandungsquote liegt bei bis zu 61 Prozent und auch die Kontrolle am Dienstag, die von 13.30 bis kurz nach Mitternacht dauerte, brachte einiges an Verstößen zu Tage.

„Wir wollen auch einmal sehen, welche Fahrzeuge hier abends und nachts unterwegs sind“, erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Maikranz von der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südosthessen mit Sitz in Offenbach den langen Zeitrahmen. Jeweils vier Fahrzeuge von Polizei und Zoll fungierten als „Schlepper“ und lotsten die Laster von der Autobahn zur Kontrollstelle auf dem Rastplatz. Die ersten Auffälligkeiten wurden bereits kurz nach Beginn festgestellt: Als erster musste der Fahrer einer deutschen Spedition, allerdings mit rumänischen Kennzeichen, seinen Lkw abstellen. Ein Druckluftkessel an der Bremsanlage entfaltete nicht mehr die notwendige Wirkung, außerdem lag ein Verstoß gegen die Ladungssicherung vor.

Ganz genau schauten die Experten der Polizei hin, um technischen Mängeln auf die Spur zu kommen.

Er fuhr zuvor, wie alle großen Lastwagen, über eine digitale Waage, auf der die Fahrzeuge anders als früher nicht mehr stehen bleiben müssen. Bei der Überfahrt wird jede Achslast einzeln gemessen und dann von einer Spezialsoftware zum Gesamtgewicht addiert. Zu Ende geht auch die Zeit der Tachoscheiben aus Papier, seit 2006 müssen die großen Transporter mit Geräten für die elektronische Fahrerkarte ausgerüstet werden. Nur ältere Modelle dürfen noch auf die traditionelle Weise betrieben werden. Vor allem die Manipulationsmöglichkeiten wurden durch die neue Technik erheblich erschwert. Dann waren die Veterinäre am Zug: Erst kurz waren Vater und Tochter mit ihrem Pferdeanhänger unterwegs, 300 Kilometer bis zu einem Turnier liegen noch vor ihnen. Beim Öffnen der Heckklappe strahlen die Augen der Polizisten: Den beiden Pferden geht es gut, Transport und Versorgung sind vorschriftsmäßig.

„Für jede Tierart gibt es eigene Regeln“, erklärt einer der Spezialisten, Verstöße kommen immer wieder vor. Allerdings meist nicht bei privaten Tiertransporten. „Für ihre eigenen Pferde sorgen die Halter meist besonders gut“, war der jetzt festgestellte positive Befund für den Kontrolleur keine Überraschung.

Beim Zoll läuft unterdessen alles ganz ruhig ab: Aufgenommen werden zunächst nur Personendaten, außerdem wird die Arbeitszeit abgefragt. Erst in den nächsten Tagen geht es in die Betriebe, dann werden die Daten abgeglichen und beispielsweise auch die Einhaltung des Mindestlohns geprüft.

Der komplizierteste Fall in den ersten Stunden: Ein Klein-Lkw mit Anhänger transportierte gleich zwei Bagger. Schon für den Laien erkennbar eine wackelige Geschichte. Dass er gleich zweimal über die Waage fahren musste, nahm der Fahrzeuglenker noch hin, telefonierte aber bereits hektisch mit seinem Chef. Das Gesamtgewicht des Gespanns war zu hoch, die Bagger nicht korrekt gesichert, eine Weiterfahrt so nicht möglich.

Damit hatte sich der Fahrer des türkischen Lastwagens bereits abgefunden, allzu groß schien der Schock über das vorzeitige Fahrtende wegen der gebrochenen Bremsscheibe aber nicht zu sein. „Die Speditionen sind in der Lage, solche Schäden meist schnell beheben zu lassen“, wunderte sich Polizeihauptkommissar Maikranz über die Gelassenheit des Fahrers nicht. Genug Nervennahrung war ja immerhin auch dabei: Der Lkw hatte Vitamin C geladen.

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