Grün bleibt Markenzeichen

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Hanau - Das vergleichsweise üppige Stadtgrün gehört zu den Aushängeschildern Hanaus. Von Dirk Iding

Schon zweimal konnte die Brüder-Grimm-Stadt damit beim europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb „Entente florale“ punkten: 2004 und 2010 bekam Hanau für seine gepflegten Parkanlagen und das viele Grün entlang der Straßen Goldmedaillen verliehen. Und auch eine vergleichende Untersuchung des TÜV Hessen bescheinigte zuletzt, welch großen Stellenwert das Stadtgrün in Hanau hat. Demnach habe Hanau die am besten gepflegten Grünflächen unter zehn großen Städten Hessens, ermittelten die Prüfer im Auftrag des Landesrechnungshofes. 86 Prozent aller öffentlichen Grünflächen mit einer Gesamtgröße von 378 Hektar seien in einem positiven Pflegezustand, hieß es in der Studie. Ein Wert, der deutlich über den Mittelwert der Vergleichsstädte Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Offenbach, Gießen, Marburg, Rüsselsheim, Wetzlar und Fulda lag. Dort bescheinigten die Prüfer im Durchschnitt nur 75,5 Prozent der öffentlichen Grünflächen eine positiven Pflegezustand.

Doch das Ganze hat auch seinen Preis. Im Jahr 2010, als Hanau letztmals die Goldmedaille im Wettbewerb „Entente florale“ zugesprochen bekam, erhielt der damals noch selbstständige Eigenbetrieb Hanau Grünflächen immerhin rund fünf Millionen Euro aus der Hanauer Stadtkasse als Dienstleistungsentgelt für die Pflege von Parks, Grünanlagen und Straßenbegleitgrün. Nun muss auch in diesem Bereich gespart werden. Doch Angst ums städtische Grün brauche niemand zu haben, versicherte der zuständige Dezernent, Andreas Kowol (Grüne), gestern im Gespräch mit unserer Mediengruppe.

Sein Ziel sei es, den hohen Pflegestandard in öffentlichen Parks und Anlagen auf jeden Fall zu halten und sogar noch mehr Grün ins Hanauer Stadtbild zu bringen. „Eine pauschale Kürzung von 20 Prozent bei der Grünpflege wird es nicht geben“, erklärte Kowol. Dabei profitiert der frühere Eigenbetrieb Hanau Grünflächen davon, dass er zwischenzeitlich mit dem Eigenbetrieb Hanau, Verkehr und Entsorgung zum neuen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) zusammengelegt worden ist. Denn so könne innerhalb des größer gewordenen Budgets umgeschichtet werden. So könnten nun die durch den milden Winter eingesparten Gelder zumindest zum Teil in die Pflege der Hanauer Grünflächen fließen, erläuterte der Stadtrat. Auf mehrere hunderttausend Euro hätten sich die geringeren Ausgaben durch den milden Winter im Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service summiert, vor allem weil der Winterdienst praktisch beschäftigungslos war und sich die vom Frost verursachten Schäden auf Straßen und Wegen in engen Grenzen hielten, so Kowol. Damit würden die Sparvorgaben bezogen aufs Gesamtbudget von HIS auf jeden Fall erfüllt.

Für die Zukunft setzt der Stadtrat unter anderem darauf, „durch intelligentes Handeln“ die Unterhaltungskosten zu senken. Ein Beispiel seien die jüngsten Investitionen in den Hanauer Schlossgarten. 70.000 Euro gab HIS für die Sanierung der Parkanlage aus. Unter anderem erhielten die Wege einen neuen Belag, der nach Meinung der Fachleute künftig einen geringeren Pflegeaufwand erfordert. Kowol versichert, Stadtgrün werde auch in Zukunft ein Markenzeichen Hanaus bleiben. Für Neu- beziehungsweise Ersatzanpflanzungen von Bäumen sei der Etatansatz sogar noch erhöht worden. „Wir sind ständig auf der Suche nach Stellen, wo noch weitere Bäume gesetzt werden können“, ist Kowol auch für Vorschläge aus der Bürgerschaft offen.

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