„200 Fälle würden Extremsituation bedeuten“

Die Hälfte der Kommunen im Main-Kinzig-Kreis meldeten zuletzt keine  neuen Corona-Infektionen

Die Entwicklung der Corona-Fälle laut Statistik des Kreisgesundheitsamtes.

Aus 15 der 29 Kommunen im Main-Kinzig-Kreis wurden seit Ende April bis 8. Mai keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Main-Kinzig-Kreis - Entwarnung bedeutet das aber nicht, denn andererseits hatten sieben kleinere Gemeinden in den vergangenen Wochen einen als kritisch eingestuften Schwellenwert bereits überschritten. Die von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze von 50 Infektionen pro Woche und 100000 Einwohnern spielt dabei auf den gesamten Main-Kinzig-Kreis gerechnet bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Für das Kreisgebiet mit zirka 420000 Einwohnern würde die Obergrenze einen Wert von 210 Fällen bedeuten. Die Statistik weist indes bislang einen Sieben-Tages-Höchstwert von 120 Infektionen aus, also einen deutlich niedrigeren Wert. „Für den Kreis würde die Zahl von über 200 Fällen pro Woche erneut eine extreme Situation bedeuten. Eine Nachverfolgung wäre schwierig und könnte nur mit zusätzlichem Personal und weiteren Ressourcen geleistet werden“, heißt es aus dem Kreisgesundheitsamt.

Zu den Gemeinden, die bereits die kritische Schwelle für mindestens eine Woche übertroffen hatten, gehörte Rodenbach, gerade zu Beginn ein Hotspot der Corona-Infektionen. Ski-Urlauber hatten das Virus mitgebracht. Die Stadt Hanau hingegen führt mit über 200 Fällen die Statistik zwar an, was aber angesichts von fast 100000 Einwohnern eher ein Durchschnittswert ist.

Beim Kreisgesundheitsamt wurden unterdessen die Personalstärke mehr als verdoppelt und die Arbeitsstrukturen hin zu spezifizierten Teams für Einsatzbereiche verändert. „So konnten wir bisher alle notwendigen Aufgaben bewältigen“ und es hätten laut Kreispressestelle bislang die meisten Infektionen nachverfolgt werden können.

Doch momentan wird davon ausgegangen, dass die Corona-Pandemie auch im Main-Kinzig-Kreis noch lange nicht vorbei ist. „Wir stehen hier im Haus im täglichen Austausch, um die notwendigen Schritte zu planen und umzusetzen“, heißt es.

Es sei bereits die Entscheidung getroffen worden, die Personaldecke weiter aufzustocken. „Wir haben unter anderem neue Stellen zur Unterstützung unseres Gesundheitsamtes bereits ausgeschrieben und haben eine gute Bewerberlage. Hier schöpfen wir alle Möglichkeiten zur weiteren Unterstützung aus“, heißt es aus der Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises.  

Von Andreas Ziegert 

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