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Hanauer Neustadt wird 425 Jahre alt – Joachim Gauck feiert mit

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Der Metzgerplan von 1632 zeigt die historische Ansicht der Neustadt.
Der Metzgerplan von 1632 zeigt die historische Ansicht der Neustadt. © pm

Die Neustadt Hanau feiert Jubiläum. Die Feier soll die Vergangenheit mit dem Heute verbinden, Orientierung bieten und vielfältige Begegnungen ermöglichen.

Hanau – „Vor 425 Jahren wurde die Neustadt Hanau gegründet. Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg schloss am 1. Juni 1597 die sogenannte Capitulation mit calvinistischen Glaubensflüchtlingen. Ein Vertragswerk, das Rechte und Pflichten für beide Seiten regelte. Die Neusiedler kamen aus den durch Spanien besetzten heutigen Niederlanden, aus Nordfrankreich und Belgien.

„Neuhanau wurde südlich der Altstadt errichtet, die bereits 1303 Stadt- und Marktrechte erhalten hatte. Kauf- und Handelsleute legten mit ihren Familien den Grundstein Hanaus als aufstrebende Kommune im Rhein-Main-Gebiet“, so Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky im städtischen Pressedienst.

Die Neustadt ist einem Schachbrettmuster gleich in Karrees angelegt. In dessen Zentrum liegen sich das Neustädter Rathaus und die weltweit einmalige Doppelkirche gegenüber, um zu zeigen, dass Stadt und Kirche gemeinsam für das Allgemeinwohl verantwortlich sind. Die Wallonisch-Niederländische Kirche, in der 1609 der erste Gottesdienst gefeiert wurde, stellt ein eindrucksvolles Zeugnis dieses Selbstverständnisses dar.

Hanau erwartet Bundespräsident a.D Joachim Gauck

Hanaus Innenstadt wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges durch einen alliierten Luftangriff bis auf wenige Gebäude zerstört. Der niederländische Teil der Kirche konnte wiederaufgebaut werden, der wallonische Teil dient als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Darin befindet sich die Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung.

Torben W. Telder, Pfarrer der Wallonisch-Niederländischen Kirche, betont, dass „das Jubiläumsprogramm die Vergangenheit mit dem Heute verbinden, Orientierung bieten und vielfältige Begegnungen ermöglichen soll“. In der Kirche an der Französischen Allee wird am historischen Datum ein Festgottesdienst mit anschließendem Empfang gefeiert. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Angebot an Vorträgen, Gottesdiensten, ein Kinderprogramm, ein Konzert mit der Sängerin Katrin Glenz am 17. November. Ein besonderer Gast ist Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, der am 30. Mai für einen Vortrag in Hanau zu Gast ist.

„Es ist ein besonderes Anliegen der Wallonisch-Niederländischen Kirche, in diesem Jubiläumsjahr ihre Verbundenheit über den Tellerrand hinaus zu zeigen und zu feiern: mit der Nagelkreuzgemeinschaft aus Coventry, der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa und natürlich vor Ort mit den ökumenischen Geschwistern und anderen Religionsgemeinschaften“, so Telder.

Jubiläum in Hanau: Wiedereröffnung des Rathauses geplant

Pfarrer Horst Rühl, Beauftragter der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck für das Neustadtjubiläum, wirbt unter anderen für eine Nacht der Kirche am 21. Mai, die Aufführung der „Schöpfung“ von Haydn am 5. Juni, einen Besuch der Grafengruft in der Marienkirche, eine „Tafel der Vielfalt“ am Pfingstmontag und „Politische Abendgebete“ zu den Themen Flucht, Queer und Armut. Für ihn ist das Jubiläum „ein guter Grund, die Diversität der Stadtgesellschaft zu feiern und zugleich an einer Weiterentwicklung einer inklusiven Stadt mitzuwirken“.

Hanau aus der Vogelperspektive: Das Karree der Neustadt sind bis heute zu erkennen.
Hanau aus der Vogelperspektive: Das Karree der Neustadt sind bis heute zu erkennen. © pm

Einer der Höhepunkte des Programms zum Neustadt-Jubiläum ist die Wiedereröffnung des Neustädter Rathauses nach der Sanierung mit einem Bürgerwochenende vom 9. bis 11. September.

Hanau: Großes Jubiläumsprogramm zum 425. Jubiläum der Neustadt

Die Französische Allee wurde 2020 bereits mit dem Kunstwerk Neustadtplan von Claus Bury 2020 neu gestaltet. Die Mauern und das Dach der Wallonisch-Niederländischen Kirche werden derzeit restauriert. Für Oberbürgermeister Claus Kaminsky sind dies „bleibende Investitionen in die Geschichte unserer Stadt“.

Die Programmpunkte stehen unter Vorbehalt der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der Corona-Pandemie. Infos zum Jubiläum sind unter hanau.de zu finden.

Das 15-seitige Jubiläumsprogramm wird von Kirchen, Vereinen, Verbänden und der Stadt unter Federführung des Fachbereichs Kultur koordiniert. Darunter finden sich Projekte der Jüdischen Gemeinde, von Hanauer Geschichtsverein, Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt, Volkshochschule, Hanauer Schulen, Veranstaltungsbüro, den Brüder-Grimm-Festspiele, der Neuen Philharmonie Frankfurt, Kulturforum, Städtischen Museen, Hanau Marketing GmbH und vielen mehr. (kd)

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