Corona-Krise

Absage der Freibadsaison in Hanau: Schwimmbad-Sanierung mit Turbo?

In Hanau fällt die Freibadsaion sprichwörtlich ins Wasser (Symbolbild)
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In Hanau fällt die Freibadsaion sprichwörtlich ins Wasser (Symbolbild)

Der Sommer könnte hart werden – besonders für Familien: Corona-Zeiten, keine Urlaubsreise, keine großen Feste, Hitze, aber keine Abkühlung. Zumindest keine in den beiden Freibädern in Hanau. 

  • Nach jetzigem Stand entfällt die Freibadsaison in Hanau
  • Idee: Sanierung des Lindaubades vorziehen
  • Das diese Idee stößt auf Kritik

Hanau – Sowohl das Heinrich-Fischer-Bad in der Innenstadt als auch das Großauheimer Lindenaubad bleiben nach jetzigem Stand bis Ende August zu (wir berichteten). Die Freibadsaison fällt wegen der Corona-Pandemie wohl sprichwörtlich ins Wasser.

Ein herber Schlag für alle Wasserratten. Immerhin 315 000 Besucher haben beide Bäder im Jahr – in den Hallen und draußen. An Rekordtagen waren in den Freibädern bis zu 4000 (Fischer-Bad) bzw. 3000 (Lindenaubad) Gäste.

Schwimmbäder in Hanau: Absage der Freibadsaison

Die faktische Absage der diesjährigen Freibadsaison, die am Freitag erfolgte, stößt offenbar weithin auf Verständnis. Weder von Badegästen, noch von Schwimmvereinen habe es Rückmeldungen gegeben, heißt es auf Anfrage vom Sprecher der städtischen Bädergesellschaft. Auch die CDU-Opposition spricht zwar von einem „herben Einschnitt“, den die Entscheidung insbesondere für Familien bedeute. „Das haben wir in Zeiten von Corona aber hinzunehmen.“

Vorschlag: Sanierung von Hanauer Schwimmbad vorziehen

Die CDU schlägt zugleich vor, die ab November anstehende Sanierung des Lindenaubades in den Sommer vorzuziehen, „um die im Herbst beginnende Schließzeit zu verkürzen“, so Fraktionschefin Isabelle Hemsley. In Handwerksbetrieben deuteten sich neue Kapazitäten an, die man für eine Bädersanierung nutzen könnte.

Eine Idee, die in der Praxis freilich nicht so leicht umsetzbar sein dürfte. Von der Bädergesellschaft war gestern zwar keine offizielle Stellungnahme zu bekommen. Intern ist indes zu hören, dass unter anderem wegen der Ausschreibungen und des Vergabeverfahrens wohl kaum eine größere Zeitersparnis bei der Sanierung zu erwarten ist. Geplant ist, dass das Lindaubad von November 2020 bis April 2022 komplett erneuert wird. Im Anschluss soll das Heinrich-Fischer-Bad für eine zweijährige Sanierung geschlossen werden. Insgesamt sind Investitionen von zwölf Millionen Euro vorgesehen.

CDU: Eventuell ein Freibad in Hanau öffnen

Die Hanauer Christdemokraten wollen zudem geprüft haben, ob trotz Corona wenigstens ein Freibad für gewisse Zeit geöffnet werden kann. „Das wäre eine Art Schwimmen mit Terminvergaben“, meint die CDU, die es für möglich hält, durch Zeitfenster die Besucherzahlen zu steuern. Die Bäder GmbH hatte bereits zuvor erklärt, an heißen Tagen nur einer begrenzten Besucherzahl Zutritt zu gewähren, sei „schwer zu organisieren und zu überwachen“. Zudem sei das Abstandsgebot insbesondere in den Freibadbecken kaum kontrollierbar. Weitere Vorschläge der CDU für eine alternative Nutzung der geschlossenen Freibäder reichen von bewachtem Fahrradparken im Fischer-Bad über vorgezogene Open-Air-Kinonächte bis zu einem zusätzlichen Hundebadetag.

Für den Betrieb der beiden Schwimmbäder muss die Stadt jährlich drei Millionen Euro zuschießen.

VON CHRISTIAN SPINDLER

Sämtliche Freibäder dürfen nach der Corona-Schließung bald wieder für den Vereinssport öffnen. In der Region rund um Offenbach und Hanau bereiten sich die Schwimmbäder aber schon auf weitere Badegäste vor.

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