Keine einheitliche Regelung

Hanau: Ärzte-Präsident rügt Anordnung zur Maskenpflicht

Es brauche einheitliche Regelungen, keine kommunalen Alleingänge, sagt Edgar Pinkowski, Präsident der Landsärztekammer Hessen.

Hanau/Wiesbaden – „Wir brauchen einheitliche Regelungen und keine grundlose Verschärfung der Corona-Maßnahmen auf kommunaler Ebene. Hier geht der Föderalismus eindeutig zu weit. “ Mit Unverständnis reagiert Dr. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen, auf die Entscheidung der Stadt Hanau, ab kommenden Montag eine Maskenpflicht für Menschen einzuführen, die in Geschäften einkaufen und den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Die Bundesregierung habe klare Regelungen zur weiteren Eindämmung des Corona-Virus getroffen. „Eine Maskenpflicht gehört aus gutem Grund nicht dazu,“ so der Landesärztekammer-Präsident.

Pinkowski: Vorgehen der Bundesregierung ist „fahrlässig“

So lange es nicht genügend wirksame Masken und Schutzkleidung für medizinisches Personal gebe, entbehre eine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes jeglicher Grundlage, wiederholt Dr. Pinkowski seinen Standpunkt. Das freiwillige Tragen sogenannter Alltagsmaske könne zwar dazu beitragen, die Übertragung von Tröpfchen beim Husten und Sprechen zu verringern. Es dürfe aber nicht sein, dass sich Menschen durch eine Maskenpflicht in falscher Sicherheit wiegten und nachweislich wirksame Schutzmaßnahmen wie Abstand und häufiges und ausreichend langes Händewaschen darüber vernachlässigten.

Anderer Meinung ist der Hanauer SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe. Er begrüßt das Hanauer Vorgehen und empfindet es als einen Fehler, das in Sachen Tragen von Alltagsmasken in Geschäften sowie im ÖPNV die Bundesregierung auf Freiwilligkeit setze. Der Verzicht auf eine Maskenpflicht sei „fahrlässig“. did

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

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