Etliche Balken ausgetauscht

„Altes Jaghaus“: Eröffnung rückt näher - Neuer Pächter gefunden

Weit größer als gedacht sind die Schäden an der Bausubstanz vom „Alten Jagdhaus“ in Hanau. Etliche Balken waren bis in den Kern verfault.
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Weit größer als gedacht sind die Schäden an der Bausubstanz vom „Alten Jagdhaus“ in Hanau. Etliche Balken waren bis in den Kern verfault.

Das „Alte Jagdhaus“ am Wildpark Klein-Auheim (Hanau) wird renoviert. Die Arbeiten sind schwieriger als gedacht. Sie könnten aber trotzdem ein gutes Ende finden.

  • Das „Alte Jagdhaus“ in Klein-Auheim wird renoviert
  • Hanau: Sanierung schwieriger als gedacht
  • Einen Pächter für das künftige Gasthaus gibt es bereits

Klein-Auheim – Die Sanierungsarbeiten am historischen Jagdhaus am Klein-Auheimer Wildpark in Hanau schreiten voran - auch wenn sie weitaus schwieriger sind als gedacht. Das Problem: Die Kosten sind auf 1,5 Millionen Euro gedeckelt. Mehr darf die „kleine Gastronomie-Lösung“, wie Günter Hunold, technischer Leiter der Alten Fasanerie, sie nennt, nicht kosten. Immerhin: Einen Pächter für das künftige Gasthaus gibt es bereits.

Die Sanierung bereitet Kopfzerbrechen, denn immer wieder tun sich an der Bausubstanz neue Schäden auf. Mehr und mehr tragende Nadelholz-Balken müssen, weil sie „bis in den Kern verfault sind“, ausgetauscht werden. „Das erfolgt stets in Absprache mit dem Architekten und den Bauwerkssanierern. Das sind absolute Spezialisten“, sagt Hunold. „Allein durch den Austausch etlicher fauler Balken haben wir im Bereich des Holztragwerks deutlich höhere Kosten als geplant.“

Jagdhaus in Hanau: Teure Entsorgung von Sondermüll

In das 1705 errichtete, denkmalgeschützte Gebäude muss es, so vermuten die Experten, hin und wieder wohl auch hineingeregnet haben, sonst wäre es nicht zur Balkenfäule in diesem Ausmaß gekommen. Zudem sei der historische Bau mit dem eindrucksvollen Dachstuhl, auf dem früher auch Feldfrüchte getrocknet wurden, wohl nie fachmännisch saniert worden. 

1705 wurde das „Alte Jagdhaus“ in Hanau gebaut. Nun wird es erstmals wirklich fachmännisch saniert.

Und bei Behelfsreparaturen wurden auch noch Baumaterialien verwendet, die dem Gebäude nicht zuträglich waren. „Vor Sanierungsbeginn wurden etliche Container mit Rigipsplatten, Styropor, Bauschaum und Plastikfolien, die Gift für ein altes Gebäude wie dieses sind, entsorgt“, klagt Hunold, dass allein die Sondermüll-Entsorgungskosten für diese Materialien mehrere zehntausend Euro gekostet habe.

Hanau: Neue Pfahlkonstruktion sorgt bei Jagdhaus für Stabilität

Nach Baubeginn im Spätherbst 2018 habe allein die Entrümpelung, um auf die Original-Bausubstanz zu kommen, ein halbes Jahr gedauert, erinnert sich Architekt Christian Bernard, der hofft, dass die Sanierung des Alten Jagdhauses bis Ende dieses Jahres geschafft ist. „Es sei denn, wir finden weitere Bauschäden...“

Eines der größten Probleme war, wie berichtet, die Statik des Gebäudes, das buchstäblich auf Sand gebaut war und im Laufe der Jahrhunderte um rund einen halben Meter weggesackt ist. Deshalb ließ Architekt Bernard eine Pfahlkonstruktion einbauen, die dem Gebäude nun die nötige Stabilität gibt.

Jagdhaus in Hanau: Neue Fenster in altem Gewand

Bevor die Gastronomie öffnen kann, müssen die Handwerker aber noch jede Menge Aufgaben bewältigen - in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. „Für die Sanierung werden nur die historischen Baustoffe Holz und Stein sowie für die der Fachwerkgefache ein Lehm-Stroh-Gemisch verwendet“, erläutert Hunold.

Auch der Dachstuhl des historischen Gebäudes in Hanau muss teilweise erneuert werden.

Im Erdgeschoss ist der Baufortschritt am deutlichsten zu sehen. Das Fachwerk ist freigelegt, Teile des Balkenwerks sind saniert, teilweise auch durch neue ersetzt. Eine Schreinerfirma ist derzeit dabei, die alten gegen neue Fenster auszutauschen, die den historischen nachempfunden sind.

Erfahrener Gastronom als Pächter für das Jagdhaus in Hanau gefunden

Wenn alles gut läuft, dann könnte Anfang 2021 wieder eine lange geforderte Gastronomie eröffnen. „Einen Pächter haben wir jedenfalls schon“, sagt Hunold.

Nach Auskunft des auch für den Wildpark zuständigen Forstamtsleiters Christian Schaefer ist der Vertrag aber noch nicht unterschrieben. Darum will er vorerst nicht mehr dazu sagen. Der Gastronom soll, so heißt, bereits in verschiedenen anderen Orten in Hessen tätig sein.

VON HOLGER HACKENDAHL

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