Lebenszeichen aus dem „MaaÄppelsche“

Online-Stöffche-Probe mit Gesang und Anekdoten: Altstadt-Wirt Klaus Schmidt ist fast täglich auf Sendung 

Mit Witz und Gesang unterhält Wirt und Altstadtbarde Klaus Schmidt fast täglich im Internet sein Publikum. Dazu gehört stets auch eine Stöffche-Probe. 
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Mit Witz und Gesang unterhält Wirt und Altstadtbarde Klaus Schmidt fast täglich im Internet sein Publikum. Dazu gehört stets auch eine Stöffche-Probe.

Der Grund, warum er das macht, ist einfach: „Ich möcht’ die Leut’ e bissi bespaßen“, sagt Klaus Schmidt, Steinheimer Altstadtbarde und Betreiber des „MaaÄppelsche“ in der Altstadt.

Hanau - Da aber auch seine kleine Schankwirtschaft rund um Äppelwoi wegen Corona geschlossen ist, gibt Schmidt „in der „MaaÄppelsche-losen Zeit“ über Facebook ein tägliches Lebenszeichen per Video-Podcast. Und das mit erstaunlicher Resonanz. Tag für Tag erreicht er fast 500 Zuschauer und Zuschauerinnen mit seiner Mischung aus Anekdoten, Gesang und täglicher Stöffche-Probe.

„Heut ist Tag 33 der endlos langen MaaÄppelsche-losenZeit,“ begrüßt der Gastronom in bester Staanemer Mundart sein Publikum. „De Schmidte Klaus“ ist weit und breit der einzige Gastronom, der seit der Gaststättensperrung, dem Lockdown, am 21. März um 12 Uhr an seinen „eigentlichen Öffnungstagen“ ein Lebenszeichen sendet. MaaÄppelsche-Grüße übermittelt der Schankwirt von der Hans-Sachs-Straße in umsatzlosen Corona-Zeiten in Form von acht bis zwölfminütigen Kurzvideos.

„Bei meiner Tagezählung berücksichtige ich nicht den mittwöchlichen Ruhetag“, erklärt Schmidt kurz bevor er das Video startet. „33, das ist eine Schnapszahl. Deswegen verkoste ich heute für Euch einen Apfelbrand“, macht sich der 62-Jährige wie immer gut gelaunt ans Werk.

Jeden Tag bespricht Schankwirt Schmidt einen anderen von ihm ausgesuchten Äppelwoi. Alle stammen aus kleineren regionaler Keltereien. Mal wird ein Streuobstwiesenschoppen wie der „Wiesenäppler“ von Alexander Wurbs (Biebergemünd/ Klein-Auheim) vorgestellt, mal ein sortenreiner wie „Ein Schöner von Boskop“.

„Zu jedem Schoppe hab’ ich auch e’ Gesicht. Industrieschoppe verkauf ich nicht“, bekräftigt das Staanemer Original, das je nach Lust und Laune seine Videos mit Äppelwoi-Gedichten und so manch um- und neu getextetem Lied abrundet. Ideen dafür holt er sich beispielsweise aus dem „Frankforter Ebbelwoi-Bichelche“ mit allerlei kauzigen Versen rund ums hessische Nationalgetränk.

Aufgezeichnet werden seine Videos täglich zwischen 14 und 15 Uhr in der kleinen Schankwirtschaft in der Altstadt. Eine Stunde später werden sie dann meist hochgeladen – „bei mir zuhause, weil im MaaÄppelsche is’ net so e gute Internetverbindung“, grinst Schmidt.

Der Schankwirt und Sänger freut sich, das seine täglichen Videos so gut angekommen. Viele kommentieren die Internet-Beiträge, bedanken sich und loben die Aktion. „Als Künstler lebt man ja auch von den Reaktionen seines Publikums“, ist Schmidt schon ein bisschen stolz, dass seine Auftritte im Netz auf so gute Resonanz stoßen: „Das sorgt für ein wenig Abwechslung im Leben meiner Stammgäste.“

Die Schnapszahl 33 krönte de Schmidte Klaus übrigens mit „Heute hier, morgen dort“ des Liedermachers Hannes Wader. „Bis neulich und bleibt mir g’sund, a la vot - auf Euer Wohl“, verabschiedet sich der Schankwirt bis zur nächsten Folge.

VON HOLGER HACKENDAHL

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