Am Konzept wird noch gefeilt

Versetztes Parken: Ideen für Klein-Auheimer Ortsdurchfahrt vorgestellt

Auf der Seligenstädter Straße ist wie auch auf der Geleitstraße momentan Gehwegparken angesagt. Das könnte sich ändern. Aber bis zu einem Gesamtkonzept dauert es noch Monate.
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Auf der Seligenstädter Straße ist wie auch auf der Geleitstraße momentan Gehwegparken angesagt. Das könnte sich ändern. Aber bis zu einem Gesamtkonzept dauert es noch Monate.

Die Verkehrs- und Parksituation auf der Seligenstädter Straße und der Geleitstraße wird sich vorerst nicht verbessern. Bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung in der Willi-Rehbein-Halle stellten Vertreter der Stadt einen ersten Entwurf vor. Am Ende stand fest: Weitere Ideen müssen her. Bis diese vorliegen, werden noch einige Monate vergehen.

Klein-Auheim. Die Klein-Auheimer Ortsdurchfahrt beschäftigt den Ortsbeirat und die Menschen im Stadtteil seit Jahren. Weil links und rechts halb auf dem Gehweg geparkt wird, geht es dort eng zu, wenn sich Lkw oder Busse begegnen. Und das auf einigen Abschnitten geltende Tempo 30 hält auch nicht jeder ein. Ein neues Parkkonzept soll Abhilfe schaffen. Die Idee: Künftig sollen Autos auf der Straße parken, zwischendrin sollen längere Lücken als Ausweichflächen dienen, wenn sich große Fahrzeuge entgegenkommen. Dementsprechend würden je nach Umsetzung einige Parkplätze wegfallen.

Die Verkehrsplaner Jan Marschall und Vincenco Tedesco vom städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service stellten bei der Sitzung am Dienstagabend die Pläne für das „alternierende Parken“ auf der Fahrbahn vor. Sie betonten, es handele sich um einen Vorschlag. „Eine breite Mehrheit muss es befürworten“, so Marschall. Man wolle nichts aufzwängen, es könne ergebnisoffen diskutiert werden. Ihnen sei die Meinung des Ortsbeirats wichtig.

„Klar ist: Egal, es werden nicht mehr Parkplätze“

Mit der vorgestellten Variante würde nach ihren Worten die Verkehrssicherheit für Fußgänger erhöht. Zudem sorge die einseitig verengte Fahrbahn sorgen, dass langsamer gefahren würde. Nicht zuletzt reduzierten sich dadurch die Emissionen. Die Fahrbahn hat laut den Planern eine Breite von 7,50 Metern. Parke auf einer Seite ein Pkw, reduziere sich diese auf 5,50 Meter. Zwei Autos würden somit noch problemlos aneinander vorbeipassen. Für Busse und Lkw müssten Ausweichstellen geschaffen werden, laut Tedesco jeweils mit rund 35 Metern Länge. Eine neue Beschilderung, entweder mittels Schildern, die erläutern, wie das Parken erlaubt ist, oder mit Verbotsschildern. Bei einer Zählung, die schon über zwei Jahre zurückliegt, hatte die Stadt laut Marschall und Tedesco 54 parkende Fahrzeuge festgestellt. Nach dem neuen Konzept gäbe es nur noch 44 Parkplätze.

Ortsvorsteher Sascha Feldes unterbrach die Sitzung nach der Präsentation für einen regen Austausch der Ortsbeiratsmitglieder. Ungewöhnlich, aber zu begrüßen: Auch die Zuhörer, darunter Anwohner, konnten sich mit Ideen und Kritik einbringen. Feldes brachte es bereits eingangs auf den Punkt: „Klar ist: Egal wie, es werden nicht mehr Parkplätze.“

Weitere Ideen sollen bis Herbst her

Man verständigte sich darauf, die Stadt Hanau um weitere Entwürfe zu bitten. So sollen verschiedene Mischvarianten aus Gehweg- und Fahrbahnparken betrachtet werden. Aus den Reihen der Zuhörer kam zudem die Idee, die künftig favorisierte Variante zu testen, bevor sie für alle Zeit fest umgesetzt wird. Laut Marschall ist ein Verkehrsversuch denkbar, dieser müsse vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Bis Herbst könnten weitere Ideen vorgestellt werden, kündigten Marschall und Tedesco an. Wenn alle Pläne verworfen würden, seien auch rein punktuelle Verbesserungen möglich – je nach Vorstellung des Ortsbeirats.

Für bissige Kommentare einer Zuhörerin sorgte Grünen-Ortsbeiratsmitglied Petra Bauer, die sagte: „Von was reden wir hier?“ Man dürfe es Autofahrern nicht zu bequem machen. Anwohner könnten ihre Pkw auch in die eigene Hofeinfahrt oder in Innenhöfe stellen. Eine Dame aus dem Publikum meinte: „Ich gebe Ihnen gerne mal meinen Autoschlüssel, und dann versuchen Sie morgens im Berufsverkehr mal, vorwärts oder rückwärts aus einer Hofeinfahrt zu kommen.“

Verkehrskonzept für gesamten Stadtteil lässt auf sich warten

Eine andere Dame beklagte angesichts der aus ihrer Sicht herrschenden Parkplatzknappheit, dass die Angestellten mancher Gewerbetreibender Stellplätze belegten. Auch wiesen Zuhörer darauf hin, dass stellenweise viel zu schnell gefahren werde. Kinder, die die Straße überquerten, könnten so in Gefahr geraten – selbst auf dem Zebrastreifen. „Kommen Sie zu mir und schauen Sie aus dem Fenster, ich backe uns einen Kuchen“, so das Angebot an die Verkehrsplaner. Raserei erlebt ein anderer Zuhörer auch an der Ortseinfahrt von der Fasanerie kommend. Um dies live zu erleben, lud auch er Marschall und Tedesco ein – auf einen Kasten Bier am Samstagnachmittag.

Ortsvorsteher Feldes hielt abschließend fest: „So wie jetzt ist es nicht gut.“ Man müsse sich die Alternativen anschauen. Der Ortsbeirat warte auf die Fortsetzung des Stadtteilentwicklungsprozesses, insbesondere im Hinblick auf ein seit Langem gefordertes Verkehrskonzept für den ganzen Stadtteil. Seit Corona bekomme man dazu keine Antworten von der Stadt Hanau.

Von Christian Dauber

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