Stadtentwicklung

An der Luft durch den Corona-Winter: Hanau will Gastronomie bei Ideen für Außenbewirtung unterstützen

Der Aufbau für die Pop-up-Gastronomie im Fronhof läuft. Die Stadt Hanau will auch anderen Betreibern im Winter bei der Realisierung von Corona-Konzepten helfen.
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Der Aufbau für die Pop-up-Gastronomie im Fronhof läuft. Die Stadt Hanau will auch anderen Betreibern im Winter bei der Realisierung von Corona-Konzepten helfen.

„Alles, was draußen stattfindet, ist besser als private Treffen im Innenraum“, sagt Martin Bieberle. Deswegen werde die Stadt Gastronomen in Hanau unterstützen, die mit entsprechenden Ideen die kühle Jahreszeit überstehen wollen. Derzeit sei ein Konzept in Arbeit, kündigt der Stadtentwickler auf Nachfrage des Hanauer Anzeiger an.

Hanau – „Nach dem Ende der Biergartenzeit bangen Restaurants und Bars um Kundschaft. Schließlich könnte die Angst vor einer Corona-Infektion viele Menschen davon abhalten, sich lange in Innenräumen aufhalten zu wollen – verständlich und zumindest aus Virologensicht vermutlich auch zu begrüßen. Die Gastronomie setzt daher landauf landab darauf, auch bei Kälte viele Gäste im Freien bewirten zu können.

Ein Beispiel, wie dies aussehen kann, ist die Pop-up-Gastronomie unter dem Motto „Wirtschaft im Hof“, die am 9. Oktober im Fronhof an den Start gehen soll . Derzeit laufen dort die Aufbauarbeiten für die sieben Glashütten und Holzhütten. Sie sollen als wetterfeste Separees dienen. Auch Stehtische sollen noch aufgestellt werden. Das Gastronomenpaar Conny und Uwe Kannengießer wird unter Corona-Bedingungen für regionale Speisen und Getränke sorgen – unter anderem Handkäs-Fondue und hauseigenen Apfelwein.

Hanau könnte mehrere dezentrale Angebote bieten

Man könne sich weitere dezentrale Angebote nach diesem Vorbild in der Stadt vorstellen, erläuterte Stadtentwickler Bieberle. Zudem werde man Gastronomen genehmigungstechnisch entgegenkommen, wenn diese beispielsweise ein Zelt aufstellen oder ihren Biergarten winterfest machen wollen.

Damit ist Hanau in guter Gesellschaft: Auch Frankfurt und Darmstadt hatten kürzlich angekündigt, es Betreibern so leicht wie möglich zu machen und unbürokratisch Schutzwände zu dulden. In Frankfurt sollen in der kommenden Wintersaison die aus Umweltgründen umstrittenen Heizpilze erlaubt werden. Auch in Hanau dürften die als Klimakiller verschrienen Geräte bald wieder zum Stadtbild gehören. Man sei derzeit auf der Suche nach „ökologisch verträglichen“ Varianten, um gegebenenfalls solches Equipment zur Verfügung stellen zu können. Die Stadt hat bei ihren Überlegungen nicht nur Gastronomen im Blick: Wenn beispielsweise ein Verein gerne den Steinheimer Schlossplatz für eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen nutzen wolle und dabei Unterstützung benötige, wolle man bei praktischen und logistischen Fragen helfen, so Bieberle. Weiterhin stehe das wegen Corona ins Leben gerufene Hygieneteam der Stadt Hanau bereit, um bei der Entwicklung und Umsetzung von Hygienekonzepten zur Seite zu stehen. Im Einzelfall werde man auch für finanzielle Unterstützung sorgen, um Risiken für Gastronomen abmildern zu können, so der Stadtentwickler. Dabei könne auch auf die Mittel des beschlossenen Hilfspakets zurückgegriffen werden. Wem in welchen Fällen und in welcher Höhe Gelder zur Verfügung gestellt werden, ließ er offen. Derzeit werde im Rathaus an einem Gesamtkonzept „Winter in Hanau“ gearbeitet, erläuterte Bieberle. Dieses beinhalte neben den erwähnten Punkten auch nachbarschaftliche Fragen. Denn wo viele Leute im Freien zusammenkommen, entsteht freilich auch mehr Lärm. Dies müsse bei sämtlichen Überlegungen auch berücksichtigt werden, so Bieberle.

Mehrere Gastronomen seien bereits auf die Stadt zugekommen, informierte er. „Wir haben momentan rund zehn Themen vor der Brust“, sagte der Stadtentwickler. Bieberle zufolge soll das städtische Konzept in etwa zwei Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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