Inszeniertes Gedenken von Rechtsextremen

André Poggenburg (AfD) in Hanau: OB Kaminsky reagiert umgehend

Andre Poggenburg hat Hanau am Mittwoch (26.02.2020) besucht. (Symbolbild)
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Andre Poggenburg hat Hanau am Mittwoch (26.02.2020) besucht. (Symbolbild)

Eine Aktion des rechtsextremen Politikers André Poggenburg traf in Hanau auf entschiedenen Widerspruch und große Abscheu. Es war eine nachgerade provozierende Inszenierung.

  • Rassistischer Anschlag in Hanau auf Shisha-Bars
  • André Poggenburg (AfD) besucht Hanau
  • OB Kaminsky verurteilt den AfD-Politiker

Hanau –  Am Mittwochabend (26.02.2020) war der Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt in Hanau, fuhr mit zwei weiteren Männern zum Kurt-Schumacher-Platz, einem der Tatorte des rassistischen Anschlags. Dort ließ sich Poggenburg, der in der Vergangenheit mit dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke ein Positionspapapier des völkisch-nationalistischen Flügels der AfD verfasst hatte und zweimal wegen Hetze gegen Ausländer vom AfD-Bundesvorstand abgemahnt worden war, von einem Begleiter fotografieren. Das Bild seines angeblichen Gedenkens ließ er im Internet verbreiten.

Hanau: OB Kaminsky verurteilt André Poggenburgs Aktion aufs Schärfte

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat die Aktion Poggenburgs, der sein Kommen vorher angekündigt hatte, in einer E-Mail an den rechtsextremen Politiker scharf verurteilt. „Sie und Ihre Begleiter sind in Hanau nicht erwünscht!“ Poggenburgs privater Besuch solle offenkundig dazu beitragen, „die Opfer dieser Horrortat für ihre rechtsextremistischen politischen Machenschaften zu instrumentalisieren und verunglimpfen. Es erfüllt mich mit Abscheu, das Sie hierher kommen wollen, um das Andenken an ermordete Bürger meiner Stadt mit Füßen zu treten.“ Poggenburg kam trotzdem. Auf seine Ankündigung hin war die Polizei mit einem größeren Aufgebot in der Weststadt vor Ort.

Christian Spindler

Alle Infos zum rassistischen Anschlag in Hanau gibt es in unserem Liveticker. Nach dem Anschlag in Hanau kommen brisante Details zur Tatnacht ans Licht. Zudem stellen Politiker den Einsatz der Polizei infrage.

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