Regisseur äußert sich

Anschlag in Hanau: Umstrittener Film soll doch kommen – Regisseur mit Klarstellung

Am 19. Februar 2020 erschoss ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete.
+
Am 19. Februar 2020 erschoss ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete.

Es sah so aus, als sei der umstrittene Film über die Anschlagsnacht in Hanau geplatzt – doch nun stellt Regisseur Uwe Boll klar: Das Projekt wird zu Ende gebracht.

Hanau - Ein umstrittenes Filmprojekt sorgt in Hanau* weiter für Aufsehen. Am Sonntag (06.06.2021) hatte der für seine Werke oft kritisierte Regisseur Uwe Boll ein Statement auf Facebook veröffentlicht, aufgrund dessen davon auszugehen war, das der Film über die Anschlagsnacht in Hanau Geschichte sei. Doch nun bestätigte Boll gegenüber dem HR, dass der Film erscheinen werde. Er sei bereits abgedreht und werde aktuell bearbeitet. Im Sommer soll der Film dann offenbar erscheinen.

Die Nachricht, dass der Film nicht erscheinen werde, hatte bei den Angehörigen der Getöteten des rassistischen Anschlags von Hanau und der Stadt sicher für Erleichterung gesorgt. Angehörige der Opfer und die Stadt hatten bereits kurz nach Bekanntwerden des Filmprojekts heftige Kritik geübt und in einem offenen Brief gefordert, den Film nicht zu verwirklichen. Cetin Gültekin, der Bruder des ermordeten Gökhan Gültekin, sagte im Spiegel: „In meinen Augen tötet er mit dieser Verunglimpfung meinen Bruder ein zweites Mal.“ Die Mutter von Sedat Gürbüz sagte: „Er hat uns nicht gefragt. Der darf das nicht. Der war nie hier.“

Film über Anschlag in Hanau: Uwe Boll hält an umstrittenen Projekt fest

Doch diese Erleichterung wehrte nur kurz. Denn die vermeintliche Absage des Films am Sonntag basierte offenbar auf einem Missverständnis, ausgelöst durch einen inzwischen gelöschten Facebook-Post Bolls. In dem hatte der Regisseur geschrieben: „Filmförderung und alle Sender und Streamer haben mein Projekt DEUTSCHLAND IM WINTER abgelehnt. Das Projekt ist dann erstmal tot. Zu hart, zu kalt, zu brutal etc. – waren die typischen Begründungen“.

Das Projekt „Deutschland im Winter“ sei als Trilogie geplant gewesen, doch dafür habe Regisseur Uwe Boll keine Förderer gefunden, schreibt der öffentlich rechtliche Sender. Dieses Projekt werde deshalb nicht weiter verfolgt. Der erste der geplanten drei Teile sollte sich um den Anschlag im Hanau im Februar 2020 drehen, bei dem der Deutsche Tobias R. neun Menschen aus rassistischen Motiven erschoss, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete – und dieser Film wird offenbar unabhängig der Trilogie erscheinen, wie der HR berichtet. (msb) *op-online ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare