19. Februar 2020

Attentat in Hanau: Verdächtigte SEK-Beamte waren im Einsatz

SEK-Beamte beim Einsatz am Abend des Terror-Anschlags in Hanau (19. Februar 2020)
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SEK-Beamte beim Einsatz am Abend des Terror-Anschlags in Hanau (19. Februar 2020). Dreizehn Beamte waren Teil einer rechtsextremen Chatgruppe.

Innenminister Beuth löst das SEK Frankfurt wegen rechtsextremer Chatgruppen auf. Nun wird bekannt, dass Beamte der Einheit beim Anschlag in Hanau im Einsatz waren.

Hanau – Vor einer Woche (10. Juni 2021) hat Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) verkündet, dass das Spezialeinsatzkommando (SEK) Frankfurt aufgelöst wird. Hintergrund war eine Chatgruppe mit mehr als 20 Frankfurter Beamten, in der volksverhetzende und verfassungsfeindliche Inhalte geteilt worden sind.

Die Initiative 19. Februar Hanau wollte wissen, „ob rechtsradikale SEKler in Hanau im Einsatz waren und das dortige Geschehen mitbestimmt haben“. Bei einer Sitzung des Innenausschusses im Landtag stellt sich heraus: Tatsächlich wurden dreizehn Beamte der Einheit beim rassistisch motivierten Anschlag in Hanau im Februar 2020 eingesetzt.

SEK Frankfurt: Mehrere Beamte bei Anschlag in Hanau im Einsatz

„Es ist noch weitaus schlimmer als wir schon befürchtet hatten“, so Newroz Duman von der Gedenkinitiative am Mittwoch (16. Juni 2021) angesichts der neuen Erkenntnisse. Nun müsse „zügig geklärt werden, wie sich diese Beteiligung auf das Einsatzgeschehen in der Tatnacht ausgewirkt hat“. Auch fordert Duman Aufschlüsse, ob Rechtsextreme „gar in leitender SEK-Position in Hanau das polizeiliche Versagen am Täterhaus zu verantworten haben“.

Neben der Initiative 19. Februar Hanau fordert auch die Opposition im Landtag den Rücktritt von Innenminister Peter Beuth*. Dass der CDU-Politiker noch nicht zurückgetreten sei, bezeichnet Duman als „unglaublich“. „Er bagatellisiert weiterhin die rechtsextremen Strukturen in der hessischen Polizei und wird seiner Verantwortung in keinster Weise gerecht.“ (Lukas Rogalla) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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