Afrikanische Schweinepest

„Auf keinen Fall füttern!“: Wie der Wildpark Alte Fasanerie sich gegen die Schweinepest wappnet

Die Wildschweine sollen dem Wildpark Fasanerie auch künftig erhalten bleiben.
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Die Wildschweine sollen dem Wildpark Fasanerie auch künftig erhalten bleiben.

Wühlen, suhlen, schnüffeln – augenscheinlich fühlen sich die Wildschweine im Wildpark Alte Fasanerie in Klein-Auheim sauwohl. In ihren großzügig bemessenen Gehegen gehen sie ihrem sorglosen Schweineleben nach und begeistern die Wildparkbesucher. Damit das so bleibt, hängen an den Gehegen große Transparente: „Bitte nicht füttern“, ist darauf zu lesen. Manch Besucher mag sich wundern, bereitet doch vor allem Kindern das Füttern der Tiere große Freude.

Klein-Auheim – Warum dies nicht mehr möglich ist, erläutert Christian Schaefer, Leiter des Forstamts Hanau-Wolfgang: „Bereits ein achtlos weggeworfenes oder verfüttertes Wurstbrötchen, das mit dem Virus kontaminiert ist, kann bei Wildschweinen zum Ausbruch der Schweinepest führen. Es sind die Menschen, die die Schweinepest verbreiten.“ Das passiert durch Lebensmittel wie Fleisch- oder Wurstwaren aus Ländern, in denen die Tierseuche bereits ausgebrochen ist. Oder durch Bodenpartikel, die sich an Schuhsohlen heften. In ihnen kann das Virus bis zu einem Jahr überleben. Für den Menschen ist es ungefährlich.

Die Einschätzung der Gefahr sei durch das in der vergangenen Woche in Brandenburg aufgefundene Wildschwein, das mit dem Virus infiziert war, in den Köpfen der Menschen wieder präsenter geworden, so der Forstamtsleiter. Doch Brandenburg sei von Hanau über 400 Kilometer entfernt. Wichtiger, sagt Schaefer, sei der Blick nach Belgien. „Dort gibt es schon seit längerer Zeit einen Ausbruch, der viel näher an uns dran ist.“

Schweinepest: Bereits seit einem Jahr ist das Füttern der Wildschweine im Wildpark in Hanau untersagt

Deshalb ist es Wildparkbesuchern in der Fasanerie bereits seit rund einem Jahr untersagt, die Wildschweine im Tierpark zu füttern. Generell ist derzeit, aufgrund der Corona-Situation, eine Tierfütterung in der Fasanerie nicht möglich. „Wir haben, nicht zuletzt um lange Schlangen und dicht gedrängtes Stehen an den Kassen zu verhindern, den Futterverkauf eingestellt“, informiert Schaefer.

An den Wildschweingehegen im Park sind große Banner angebracht. Sie weisen auf das Fütterungsverbot hin. Auch an der Kasse hängen entsprechende Hinweise. „Das Virus wird leider am ehesten durch Fütterung ausgebracht“, so Schaefer. Deshalb gilt: Wer sich an das Fütterungsverbot nicht hält, wird des Wildparks verwiesen. Auch die Wildparkmitarbeiter haben strikte Regeln zu befolgen: Sie dürfen das Wildschweingehege nur mit bestimmten Schuhen betreten, dürfen also nicht ihre normalen Arbeitsschuhe oder Straßenschuhe anbehalten.

Schon vor einem Jahr gab es Überlegungen zum Umgang mit der Schweinepest im Wildpark in Hanau

„Wir haben uns schon im vergangenen Jahr unsere Gedanken zu Maßnahmen gegen die Schweinepest gemacht und auch für den Fall eines Ausbruchs in der Nähe einen Plan in der Schublade“, sagt der Forstmann. „Gäbe es innerhalb des Wildparks oder auch nur in der Region einen Fall von Schweinepest, hätten wir eh schlechte Karten. Dann müssten wohl alle Tiere gekeult werden.“

Schaefer kennt andere Wildparks, die ihre Wildschweinbestände aufgrund der Schweinegrippe-Gefahr vollständig abgeschafft haben. „Das wollen wir in der Fasanerie nicht. Wir möchten für unsere Besucher das Beobachtungserlebnis erhalten.“ Deshalb lautet Schaefers eindringliche Botschaft: „Die Menschen müssen vernünftig sein und dürfen die Schweine nicht füttern.“

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