Wohnen

„Baustart im Spätsommer 2021“: Auf dem Großauheimer Bautz-Gelände sollen 1400 Wohnungen entstehen

Rund 18 Hektar groß ist das ehemalige Bautz-Gelände am Großauheimer Mainufer. Dort soll in den nächsten jahren ein Wohnpark für bis zu 3500 Menschen entstehen. Mit dem Baubeginn wird im Spätsommer 2021 gerechnet.
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Rund 18 Hektar groß ist das ehemalige Bautz-Gelände am Großauheimer Mainufer. Dort soll in den nächsten jahren ein Wohnpark für bis zu 3500 Menschen entstehen. Mit dem Baubeginn wird im Spätsommer 2021 gerechnet.

Großauheim – Im Spätsommer 2021 könnten die ersten Bagger anrollen. Dann, so hofft Michel Divé, Sprecher der BUWOG Bauträger GmbH, könnten die ersten sichtbaren Baumaßnahmen zur Schaffung eines neuen Wohngebietes auf dem ehemaligen Bautz-Gelände am Großauheimer Mainufer beginnen.

Die BUWOG Bauträger GmbH mit Sitz in Berlin, eine Tochterfirma des Wohnungsunternehmens Vonovia SE, ist für die Entwicklung des Bautz-Geländes verantwortlich, nachdem der ursprüngliche Bauträger, die Hanauer Bien-Ries AG, im April diesen Jahres von der Vonovia aufgekauft wurde. Im Kauf enthalten waren auch die von Bien-Ries angestoßenen Bauprojekte, darunter der auf dem 18 Hektar großen Gelände der früheren Traktorenfabrik Bautz geplante Wohnpark für bis zu 3 500 Menschen.

Bereits im Juni 2019 hatte die Hanauer Stadtverordnetenversammlung mit dem Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan grundsätzlich grünes Licht für das Bauvorhaben geben. Seither wurden im engen Austausch zwischen der Stadt Hanau und dem Bauträger die Planungen für den Wohnpark konkretisiert. Voraussichtlich im Februar 2021 mündet die aktuelle Planung in einem Offenlagebeschluss der Stadtverordnetenversammlung.

Insgesamt 1400 Wohnungen sind geplant

Ursprünglich war von einer bis zu sieben Stockwerken hohen Bebauung auf dem Bautz-Gelände die Rede, was bei Anliegern und Politikern auf deutliche Skepsis stieß. Jetzt sind laut BUWOG-Sprecher Divé nur noch Gebäude mit drei bis fünf Geschossen zuzüglich zurückgesetzten Staffelgeschossen geplant. „So entsteht ein baulich vielseitiges Wohnquartier, das sich gut ins Umfeld einfügen wird“, versichert Divé.

Geplant seien insgesamt rund 1400 Wohnungen. Außerdem soll auf dem Areal ein Supermarkt, eine Kindertagesstätte sowie kleinteiliges Gewerbe und Einzelhandel zur Nahversorgung untergebracht werden, etwa ein Bäcker, Friseur, Apotheke oder Ähnliches. Derzeit sei auch noch ein kleiner Anteil an Büroflächen geplant.

Wohnungen sollen über Balkon, Terrasse und Garten verfügen

Der Wohnpark werde etwa zu gleichen Teilen ein Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen sein. Dabei soll das Wohnungsangebot ein breites Nachfragespektrum abdecken. So sind kleine Ein-Zimmer-Wohnungen ebenso geplant wie mittelgroße Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen bis hin zu großen Familienwohnungen mit vier und mehr Zimmern.

„Alle Wohnungen werden über Balkon, Terrasse oder Garten verfügen“, kündigte Divé an. Ziel der Planungen sei, einen Wohnpark zu bauen, in dem alle Zielgruppen und Generationen passenden Wohnraum finden könnten - von Studenten über sogenannte „Young Professionals“ bis hin zu Familien und älteren Menschen, die auf barrierefreien Wohnraum angewiesen seien.

Großauheimer Mainufer aufgewertet werden

Noch nicht abschließend geklärt ist, wie hoch der Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen sein wird. Dazu laufen noch Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt und dem Bauträger.

Mit der Realisierung des Wohnparks einhergehen soll eine Aufwertung des Großauheimer Mainufers in diesem Bereich. So soll die Bautz-Straße in diesem Abschnitt für den motorisierten Verkehr eingezogen und in eine attraktive Uferpromenade zurückgebaut werden. Die frühere Bautz-Verwaltung, ein unter Schutz stehendes Einzel-Kulturdenkmal, wird saniert und später voraussichtlich für gastronomische Zwecke genutzt.

Raiffeisensilo soll abgerissen werden

Auf dem Areal gibt es noch weitere denkmalgeschützte Gebäude, etwa Fabrikhallen mit außergewöhnlichen Deckenkonstruktionen, die ursprünglich zur 1906 eröffneten Hanauer Kunstseidefabrik gehörten. Allerdings wurde dort schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Kunstseide-Produktion eingestellt. Die Hallen wurden danach zunächst als Reservelazarett genutzt, ehe sie von 1922 bis 1935 von der „Röhrenimprägnieranstalt der Gebrüder Alt“ übernommen wurden. Schließlich erfolgte die Übernahme durch die Josef Bautz AG, die in den Hallen bis 1963 Traktoren und andere Erntemaschinen fertigte. Wie mit diesen denkmalgeschützten Gebäuden umgegangen wird, sei noch nicht abschließend geklärt, hieß es.

Sicher ist, dass das mächtige Raiffeisensilo, das weithin sichtbar das Bild des Großauheimer Mainufers in diesem Bereich prägt, abgerissen wird. Das wird nach Angaben der BUWOG allerdings erst in einem späteren Bauabschnitt und nicht vor 2022 geschehen.

Das mächtige Raiffeisensilo prägt das Landschaftsbild am Großauheimer Mainufer. Der Betonklotz muss dem neuen Wohnpark weichen und wird abgerissen.

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