Bedarf für zweiten Ofen

Stadt Hanau plant den Neubau ihres Krematoriums

Jährlich rund 1500 Einäscherungen finden im Krematorium auf dem Hanauer Hauptfriedhof statt. Weil der Bedarf aber viel höher ist, ist ein Neubau mit zwei Öfen geplant. Fotos: Iding
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Jährlich rund 1500 Einäscherungen finden im Krematorium auf dem Hanauer Hauptfriedhof statt. Weil der Bedarf aber viel höher ist, ist ein Neubau mit zwei Öfen geplant. 

Der Trend zu Feuerbestattungen nimmt zu - auch in Hanau. Mittlerweile sind rund 75 Prozent der jährlich etwa 900 Bestattungen in der Brüder-Grimm-Stadt Urnenbeisetzungen.

Hanau – „Tendenz steigend“, sagt Markus Henrich, Leiter des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS), der auch für die Hanauer Friedhöfe zuständig ist. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass die Nachfrage nach Kremierungen in der Brüder-Grimm-Stadt die vorhandene Kapazität mittlerweile weit übersteigt, plant HIS den Neubau eines Krematoriums auf dem Hanauer Hauptfriedhof.

Zur Zeit finden etwa 1500 Einäscherungen pro Jahr in dem Hanauer Krematorium statt, das sich im Kellerraum unterhalb der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof befindet. Doch die Nachfrage aus Hanau und dem weiten Umland sei viel größer, weiß der HIS-Betriebsleiter. Zuletzt habe sie bei rund 2400 Anfragen jährlich gelegen.

Das sei mit dem einen Ofen des bestehenden Krematoriums nicht zu bewältigen. Und da die 2003 nach aufwendiger Sanierung wieder in Betrieb genommene Anlage ohnehin nicht mehr auf dem technisch neusten Stand sei, kam bei HIS der Gedanke an einen Krematorium-Neubau auf. Inzwischen sind die Planungen weit fortgeschritten. Zwischenzeitliche Überlegungen, das neue Krematorium auf einer städtischen Fläche außerhalb des Hauptfriedhofes zu errichten, wurden verworfen. Das neue Krematorium soll unweit des jetzigen als L-förmiger Anbau an die bestehende Trauerhalle errichtet werden - und es soll zwei Öfen bekommen. Dadurch erhöhe man insgesamt nicht nur die Kapazität der Anlage, sondern gewährleiste auch einen kontinuierlichen Betrieb - auch dann, wenn einer der beiden Öfen wegen Wartungsarbeiten nicht einsetzbar ist.

Für den geplanten Neubau müssten allerdings zunächst alte Gebäudeteile abgerissen werden, in denen derzeit unter anderem die Kühlkammern für Leichen untergebracht sind. „Während der Bauzeit werden wir die Leichen deshalb extern in einem Kühlcontainer aufbewahren müssen“, sagt Henrich. Das lasse sich leider nicht vermeiden.

Dieser Anbau an der denkmalgeschützten Trauerhalle müsste abgerissen und durch einen L-förmigen Neubau ersetzt werden. HIS-Betriebsleiter Markus Henrich glaubt, dass das neue Krematorium in drei Jahren in Betrieb gehen könnte.

Dafür werde man aber auch in der Bauphase das derzeit bestehende Krematorium nutzen können. Dessen Betrieb werde erst eingestellt, wenn das neue Krematorium einsatzbereit ist. Insgesamt geht HIS-Betriebsleiter Henrich von Investitionskosten in Höhe von rund neun Millionen Euro aus. Der Betrieb des neuen Krematoriums werde auf jeden Fall mehr als kostendeckend sein, ist sich Henrich sicher.

Noch haben Magistrat und parlamentarische Gremien über das Projekt nicht endgültig entschieden. Im von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten Investitionsplan für den Eigenbetrieb HIS sind die Mittel zwar vorgesehen, doch die Investition könnte auch verschoben werden. Henrich hofft dennoch, dass 2023 das neue Krematorium auf dem Hauptfriedhof in Betrieb genommen werden kann. (VON DIRK IDING)

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