Intensivstationen im Klinikum und St.-Vinzenz-Krankenhaus gut ausgelastet

Hanau: Betten in Intensivstationen im Klinikum und St.-Vinzenz-Krankenhaus werden langsam knapp

Intensivbetten werden auch in der Region knapp. Im Klinikum Hanau (Bild) rechnet man mit einem Engpass.
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Intensivbetten werden auch in der Region knapp. Im Klinikum Hanau (Bild) rechnet man mit einem Engpass.

In Hanau werden angesichts der hohen Infiziertenzahlen die Intensivbetten langsam knapp, wie eine Nachfrage unserer Zeitung bei den beiden Häusern in der Brüder-Grimm-Stadt zeigt. Auch die Kreisspitze und OB Claus Kaminsky betrachten die Entwicklung laut Mitteilung mit Sorge.

Hanau – Anfang November wagte die Hessische Krankenhausgesellschaft eine düstere Prognose: Wenn sich die Corona-Neuinfektionen weiter so rasant entwickeln, könnte es bald eng werden in den hessischen Kliniken. Das scheint sich jetzt langsam zu bewahrheiten.

Hanau: Großteil der Betten im Klinikum belegt

Im Klinikum Hanau äußert man diese Befürchtung wörtlich: Aufgrund der aktuellen Entwicklungen „ist davon auszugehen, dass insbesondere die Kapazitäten der Intensivbetten knapp werden“, heißt es in der Antwort aus der Pressestelle. Von den 22 Betten waren Stand Donnerstag, 9 Uhr, bereits 18 Betten belegt. Vier dieser Betten sind mit Covid-19-Patienten besetzt, wovon zwei beatmet würden. Die Situation könne sich stündlich ändern.

Das Klinikum könne seine Intensivbetten noch auf maximal 34 aufstocken. Hierzu sei es erforderlich, das reguläre OP-Programm komplett einzustellen und Personal im großen Umfang zu verschieben. Diese höchste Eskalationsstufe sei von der planenden Behörde, im Falle Hanaus das hessische Ministerium für Soziales und Integration, aber noch nicht ausgerufen.

Corona wirkt sich auch auf das Personal des Klinikums aus: Aktuell seien 35 Mitarbeiter aus „völlig unterschiedlichen Bereichen und Dienstarten“ in häuslicher Quarantäne.

Krankenhaus Hanau: Prognose zu Entwicklung schwierig

Im St.-Vinzenz-Krankenhaus ist die Situation ähnlich. Von den vorhandenen elf Betten seien Stand Donnerstag, 11 Uhr, sechs Betten belegt, teilt die Geschäftsführung auf Nachfrage mit. Zwei Betten seien mit Corona-Patienten besetzt, ja nach Gesundheitszustand auch mit Beatmung.

Auf die Frage, ob ein Engpass drohe, heißt es: „Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu beantworten, da wir zum jetzigen Zeitpunkt auch oft eine schnelle Zunahme von Patienten mit gesicherter Covid-19-Infektion beziehungsweise einem Verdachtsfall auf Covid-19-Infektion haben, die eine stationäre Versorgung und Betreuung im Krankenhaus auf unserer Covid-Isolierstation benötigen. Je nach Verlauf und Schwere der Erkrankung erfolgt hier auch eine intensivmedizinische Behandlung, und die Patienten müssen auf unsere Intensivstation verlegt werden.“

Kapazitäten auf Intensivstation könnten erweitert werden

Sollten die Betten knapp werden, sei man in der Lage, die Covid-Betten auf Normalstation sowie auf der Intensivstation zu erweitern. Bereits im Frühjahr habe man Mitarbeiter qualifiziert, die im Bedarfsfall die Mitarbeiter auf der Intensivstation bei Erweiterung der Bettenkapazität unterstützen könnten.

Das Personal sei erfahren und könne im Bedarfsfall auf der Covid-Normalstation mit eingesetzt werden. Dann allerdings müsse wie auch im Klinikum das Normal-Programm zurückgefahren werden. Auch im Vinzenz-Krankenhaus ist Personal vom Corona-Virus betroffen. Aktuell befänden sich 20 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen in häuslicher Absonderung.

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