Traditionell auch Neubürger empfangen

Bürgerfest: Viele führt die Liebe nach Hanau

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Hunderte Hände schüttelten Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky beim traditionellen Neubürgerempfang im Rahmen des Bürgerfestes. Mehr als 5600 Zugezogene, Neugeborene oder Eingebürgerte verzeichnete die Einwohnerstatistik Hanaus in den vergangenen zwölf Monaten.

„Welcome to Paradise City“, spielt die Band auf der Bühne des Amphitheaters, während Hanaus Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Eingang Hunderte Hände schütteln. Alljährlich beim Bürgerfest gibt es einen Empfang für die Frauen, Männer und Kinder, die als „Neubürger“ in den vergangenen zwölf Monaten in der Brüder-Grimm-Stadt hinzugekommen sind.

Hanau – Die Zahlen sind enorm. Laut amtlicher Einwohnerstatistik wurden in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 5600 zugezogene, neugeborene und eingebürgerte Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt registriert. Die amtliche Einwohnerzahl liegt nunmehr bei 98.544 Menschen. Rund 500 Hanauer „Neubürger“ folgten der Einladung der Stadt Hanau und nahmen am Sonntagnachmittag am Empfang im Rahmen des 59. Hanauer Bürgerfestes im Amphitheater teil. Eingeladen wurden alle, die im vergangenen Jahr hier geboren oder eingebürgert wurden oder neu zugezogen sind.

So wie Stefanie Leenders, die aus Brügge nach Hanau kam. „Der Liebe wegen“, sagt sie und deutet auf den Mann an ihrer Seite. Der ist ebenfalls neu in Hanau. Gemeinsam suchen sie hier nach einem Neustart und haben ihr Domizil in Steinheim aufgeschlagen. „Die Altstadt ist schön und am Main kann man wunderbar spazieren gehen“, beschreiben sie die ersten Eindrücke von ihrer neuen Heimat.

Liebe ein häufiges Motiv für Wohnortwechsel nach Hanau

Die Liebe ist ein häufiges Motiv für den Wohnortwechsel nach Hanau. Aber genauso wichtig ist für viele Neubürger die nahe Arbeitsstelle oder eben der neue Job, wegen dem es Mann oder Frau in die Brüder-Grimm-Stadt verschlägt.

Und wer dann zum ersten Mal die Stadt erkundet, stellt mitunter verwundert fest: „Hanau ist schöner als sein Ruf.“ Da waren sich viele der Befragten einig. Vor allem die „schönen Ecken“ wie Schloss Philippsruhe oder der Kurpark in Wilhelmsbad haben es vielen angetan. Doch auch der Wochenmarkt kann punkten, genauso wie der neugestaltete Freiheitsplatz mit dem Forum.

„Wir finden Hanau super“, sagt ein älteres Paar, das aus Düsseldorf nach Hanau umgezogen ist. „Jetzt, wo wir im Ruhestand sind, wollen wir in der Nähe unserer Enkel sein.“ Zwar sei das Angebot kleiner als in der Großstadt Düsseldorf, aber „wir brauchen auch nicht mehr so viel“, erzählt das Rentnerehepaar. Alles sei auch für ältere Menschen gut erreichbar, sagen sie und schwärmen dabei von den kurzen Wegen, die Besorgungen einfach machten.

Dass Hanau etwas kleiner ist, wird auch von manchen Zugezogenen aus Frankfurt geschätzt. „Dort ist es zu laut, zu voll, zu viel Verkehr“, meint Sonja Dietz, die mit ihrem Mann in Wolfgang ein neues Zuhause gefunden hat.

Hanau: Neubürger, die eigentlich „Altbürger“ sind

Aber mitunter trifft man unter den Neubürgern auch solche, die eigentlich „Altbürger“ sind. „Wir sind hier geboren und aufgewachsen“, erzählt ein Ehepaar. „Als wir aber bei der Untersuchung zur Einschulung gehört haben, dass unser Kind das einzige Kind mit Muttersprache Deutsch in der ersten Klasse sein werde, haben wir unseren Wohnsitz in Kahl als Zweitwohnsitz behalten und schickten unser Kind dort in die Schule“, sagt das Paar.

Für Javier Catalan Moreno mit spanisch-deutschen Wurzeln ist aber genau diese Vielfalt an Kulturen „ein großer Pluspunkt“ für Hanau. „Wir fühlen uns hier wohl“, sagt er und lobt „das multikulturelle Lebensgefühl und die Offenheit der Menschen in Hanau.“

„Hanau hat zwar auch seine Probleme“, räumte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei seiner Begrüßung im weiten Rund des Amphitheaters ein, „trotzdem lässt es sich in unserer Stadt gut leben.“ Hanau stehe dabei für ein friedliches und tolerantes Miteinander. Tolerant sein heiße aber auch, den Anderen in seinem Anderssein aushalten zu können.

VON MATTHIAS GRÜNEWALD

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