Umwelt

Coffee-to-go: in Hanau könnte es bald Pfand auf den Becher geben 

Hanau: Coffee-to-go - Stadt prüft Einführung eines Pfandsystems 
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Hanau könnte bald ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher einführen (Symbolbild).

Allein in Hanau werden 3,4 Millionen Einwegbecher pro Jahr verbraucht. Deshalb prüft die Stadt nun, ob sie ein Pfandsystem einführt.

Hanau - Die bloßen Zahlen verdeutlichen das Problem: Allein in Hanau werden 3,4 Millionen Einwegbecher pro Jahr verbraucht. In Deutschland sind es 2,8 Milliarden solcher Becher, die nur für Coffee-to-go verwendet werden. Hinzukommen 1,3 Milliarden Deckel. Macht 320 000 Einwegbecher deutschlandweit pro Stunde. Allein dieser Stapel würde den Gipfel der Zugspitze überragen.

Mit diesen Zahlen wartete Hildegard Geberth (CDU) bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung auf, als sie eine Initiative ihrer Fraktion begründete. Das Ziel: Der Aufbau eines Pfandbecher-Systems in Hanau. Das, so kamen die Parlamentarier überein, soll nun geprüft werden.

Hanau: Coffee-to-go torpedieren Klimaschutz und Müllvermeidung 

Dabei geht es um Klimaschutz und Müllvermeidung. Die Energie, die zur Herstellung der in Deutschland jährlich verbrauchten Einwegbecher nötig ist, würde ausreichen, so Geberth, um mehr als 100 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Wegen der Einwegbecher fallen in Deutschland per anno 40 000 Tonnen Müll an.

Der Kunde könnte einen Euro Pfand für den Coffee-to-go zahlen

Um das Problem zu reduzieren, böte sich ein Pfandsystem an. Das ist bereits auf dem Markt. Das heißt: Der Kunde zahlt bei der Ausgabe des Getränks im Becher einen Euro Pfand. Nach dem Gebrauch kann er den Becher nicht nur dort abgeben, wo er ihn gekauft hat, sondern bei allen teilnehmenden Cafés, Bäckereien oder sonstigen Verkaufsstellen – und das sogar deutschlandweit, erläuterte Geberth.

Hanau: Pfandsystem soll sich bei zehn Coffee-to-go-Bechern pro Tag lohnen

„Partner kann jedes Geschäft, jedes Unternehmen, jede Einrichtung sein, die Kaffee anbietet - vom kleinen Kiosk bis zur großen Werkskantine.“ Das Pfandsystem lohne sich finanziell nach den Erfahrungen in anderen Städten bereits bei der Ausgabe von zehn Bechern pro Tag.

Mehrere Unternehmen böten solche Systeme an, sagte Geberth, die zahlreiche Städte nannte, die sich daran beteiligen.

Für Hanau soll nun geprüft werden, welcher organisatorische und finanzielle Aufwand zur Einführung notwendig ist. Bislang gibt es hier nur den wenig erfolgreichen „Hanau-Becher“ als Alternative zu Einweg. Er muss allerdings gekauft werden und bleibt beim Käufer.

Von Christian Spindler 

Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass Hanau etwas gegen die Einwegbecher-Flut tun möchte.

2016 hatte der „Hanauer Klimabecher“ * keinen Erfolg gehabt.

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