Gottesdienst in Frankfurt

17 Corona-Infizierte in Hanau nach Gottesdienst – Kaminsky sauer auf Informationspolitik

Oberbürgermeister Hanau - Claus Kaminsky
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Hanaus Bürgermeister kritisiert Gesundheitsamt nach Corona-Infektionsgeschehen in Frankfurter Bethaus scharf.

Nach einem Gottesdienst  in Frankfurt haben sich über 100 Menschen mit Corona infiziert. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) kritisiert das Gesundheitsamt scharf.  

  • Nach einem Gottesdienst in Frankfurt haben sich über 100 Menschen mit Corona infiziert, 17 kommen aus Hanau
  • Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky kritisiert das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises
  • Kaminsky: Drei Tage nach dem Geschehen keine ausreichenden Informationen

Hanau/Main-Kinzig-Kreis – Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat erneut die Informationspolitik im Zusammenhang mit dem Corona-Infektionsgeschehen in einem Frankfurter Bethaus reagiert: „Das hat mit Krisenmanagement und professioneller Krisenkommunikation nichts zu tun.“

Dabei übt Kaminsky nun auch harsche Kritik am für Hanau zuständigen Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises.

Corona-Infektionen nach Gottesdienst: 17 Infizierte aus Hanau

Wie berichtet, sollen sich mehr als 100 Menschen in der Folge eines Gottesdienstes am 10. Mai in Frankfurt mit dem Coronavirus infiziert haben. 17 davon kommen aus Hanau. Nähere Infos lägen der Stadt Hanau aber auch drei Tage nach der grundsätzlichen Information über das Ereignis durch das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises nicht vor. 

„Wir wissen weiterhin nicht, ob möglicherweise Schulen und Kindergärten betroffen sind“, so Kaminsky. Auf entsprechende Nachfrage habe man keine Auskunft bekommen. Das sei unverantwortlich gegenüber der Hanauer Bevölkerung,“ so der Hanauer OB.

Das Verhalten des für Hanau zuständigen Gesundheitsamts des Main-Kinzig-Kreises sei umso befremdlicher, weil der ebenfalls betroffene Wetteraukreis gänzlich anders agiere. Dort finde, so Kaminsky, die Aufarbeitung des Corona-Infektionsgeschehens in enger Abstimmung zwischen dem zuständigen Kreis und der betroffenen Kommune Rosbach statt. Der Main-Kinzig-Kreis hat dieKritik an seiner Informationspolitik am Dienstag zurückgewiesen.

Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky kritisiert Gesundheitsamt nach Corona-Ausbruch

„Das erwarten wir auch vom Main-Kinzig-Kreis, wenngleich wir derzeit nicht einmal wissen, ob in Gelnhausen überhaupt weitergehende Informationen vorliegen. Trotz mehrfacher Nachfragen haben wir unter Verweis auf den Datenschutz bislang keinerlei Informationen erhalten“, erläutert der Oberbürgermeister. Die Stadt Hanau habe in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Ebenen Auskünfte beim Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises über die Corona-Infektionen erbeten, sei dort aber mehrfach abgewiesen worden, auch Hilfsangebote seien ausgeschlagen worden. 

„Das befremdet umso mehr, weil das Land Hessen die kommunalen Ordnungsbehörden abweichend von der gesetzlichen Regelung mit dem Vollzug der Landesverordnung beauftragt hat, wenn die Gesundheitsämter nicht rechtzeitig tätig oder erreicht werden können“, führt Kaminsky aus. Folglich sei das Hanauer Ordnungsamt in der Mitverantwortung, die Einhaltung von Corona-Quarantäne-Auflagen zu kontrollieren. „Wie soll das gehen, wenn uns das zuständige Gesundheitsamt nicht einmal die Namen der betreffenden Personen mitteilt?“, fragt Kaminsky. 

Hanau: Oberbürgermeister kritisiert Corona-Krisenmanagement des Gesundheitsamtes 

Das gemeinsame, konsequente und schnelle Handeln wie es im Wetteraukreis möglich gewesen ist, erwartet Kaminsky auch für Hanau. „Jede Kommune, auch alle anderen im Main-Kinzig-Kreis, hat die Verantwortung, ihre Bürgerinnen und Bürger vor möglichen Gesundheitsrisiken zu schützen. Dementsprechend muss jede Kommune vom Gesundheitsamt umfassend informiert werden“, fordert Kaminsky. 

Es gehe auch nicht darum, dass die betreffende Kommune dann Daten über die Corona-Infektionen veröffentliche oder unabgestimmte Maßnahmen ergreife. Hanaus Oberbürgermeister: „Es geht schlicht und ergreifend darum, dass die Kommune in der Lage ist, die Ereignisse zu bewerten. Und vor allem darum, ihre Bürgerinnen und Bürger im Sinne einer professionellen Krisenkommunikation informieren zu können.“

Der Main-Kinzig-Kreis wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen Kaminskys äußern. Er kündigte für heute eine Stellungnahme an.  

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