Corona in Hanau

Angespannte Corona-Lage: Kühlcontainer wird zur Leichenhalle

Der Kühlcontainer auf dem Friedhof in Hainburg könnte eingesetzt werden, falls die Sterberate im Zusammenhang mit Covid-19 stark ansteigt.
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Der Kühlcontainer auf dem Friedhof in Hainburg wurde im April „nur für den Notfall“ aufgestellt. Jetzt ist dieser Notfall eingetreten - Hanau muss den Container für Corona-Todesfälle nutzen.

Die Corona-Lage in Hanau ist kritisch und die Krankenhäuser arbeiten an der Belastungsgrenze. Jetzt wurde auch der Kühlcontainer am Hauptfriedhof in Betrieb genommen. 

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  • Besonders die Corona-Lage in Hanau ist kritisch.
  • Der Kühlcontainer auf dem Hauptfriedhof ist nun in Betrieb, weil die Kapazitäten der Krankenhäuser ausgeschöpft sind.

Update vom Donnerstag, 17.12.2020, 12.35 Uhr: Was im Frühjahr dieses Jahres nur als Sicherheit geplant war, ist jetzt eine notwendige Lösung. Die Corona-Situation in Hanau hat eine derart kritische Entwicklung genommen, dass der Kühlcontainer, den die Stadt im April auf dem Hauptfriedhof in Hanau aufgestellt hatte, nun in Betrieb genommen werden mussten. Das teilte die Stadt Hanau am Mittwoch (16.12.2020) mit. Zwei Menchen, die in Hanau an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind, sind aktuell in dem Container untergebracht. Die Kühlkapazitäten der Krankenhäuser in Hanau reichten wegen der zunehmenden Zahl von Verstorbenen nicht mehr aus, teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit.

Corona in Hanau: Kühlcontainer auf Hauptfriedhof in Betrieb

In Hanau sind heute (Stand 17.12.2020, 0 Uhr) insgesamt 688 Personen mit Corona infiziert. Nach Angaben des Gesundheitsamtes des Main-Kinzig-Kreises haben sich am Donnerstag 76 weitere Personen in Hanau mit dem Corona-Virus infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 265,1. Nach dem Odenwaldkreis und dem Vogelsbergkreis ist das hessenweit der höchste Wert.

Dazu kommt, dass nicht nur die Kühl-Kapazitäten der Krankenhäuser in Hanau erschöpft sind, die Mitarbeiter auf den Covid-Intensivstationen der Krankenhäuser in Hanau arbeiten an ihrer Belastungsgrenze. Im Klinikum Hanau sind 13 von 22 Intensivbetten von Corona-Patienten belegt*. In den restlichen neun Betten liegen Patienten mit anderen Krankheiten. Damit ist die Intensivstation des Klinikums Hanau ausgelastet. Ein weiteres Problem ist der Personalmangel.

* 13 der 22 Intensivbetten sind (Stand 16.12.2020) mit Covid-Patienten belegt. Die restlichen neun Betten sind mit „normalen“ Intensivpatienten belegt. Die Auslastung liegt hier auch bei nahezu 100 Prozent.

Corona-Pandemie: Stadt Hanau sorgt vor

Erstmeldung vom 18.04.2020: Hanau - Das Coronavirus stellt viele Städte und Gemeinden vor eine harte Probe. Es mangelt an allen Ecken und Enden, denn auf eine Krise mit so großem Ausmaß war wohl niemand vorbereitet. Die Stadt Hanau hat jetzt vorgesorgt, um für eine Verschärfung der Lage gerüstet zu sein.

Corona in Hanau: Ein Container als Leichenhalle

Um selbst für äußersten Notfall gerüstet zu sein, hat die Stadt Hanau auf dem Hauptfriedhof einen Kühl-Container mit 25 Kühlplätzen aufstellen lassen. Dieser könnte eingesetzt werden, wenn die Sterberate im Zusammenhang mit Covid-19 stark ansteigen sollte und vorhandene Kapazitäten nicht ausreichen, antwortet die Stadt auf Anfrage. 

Pro Jahr finden auf dem Hauptfriedhof 360 Bestattungen statt, auf allen Friedhöfen von Hanau zusammengenommen 873. Die Trauerhalle des Hauptfriedhofs hat 50, die Stadtteil-Friedhöfe bieten weitere 18 Kühlplätze.

Corona-Krise in Hanau: Schon oft war Hanau Vorreiter

Hanau nimmt die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus sehr ernst. So ernst, dass ab Montag (20.04.2020) in Hanau die Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie im Einzelhandel eingeführt wird. Und nicht nur das: Denn in Bus und Bahn wird das Tragen von Masken gegen eine Infektion mit dem Coronavirus auch kontrolliert.

„Nach der ersten Woche des Eingewöhnens [werden] ab 27. April spezielle Kontrollteams zum Einsatz kommen und Fahrgäste ohne Schutz von Mund und Nase leider des Busses verwiesen werden“, betont der Geschäftsführer der Hanauer Straßenbahn, Thomas Schulte, in einer Mitteilung. Denn im Nahverkehr könne das Abstandsgebot nicht immer eingehalten werden. Daher werde versucht, die Sicherheit der Bürger von Hanau gegenüber einer Infektion mit dem Coronavirus auf diese Art besser gewährleisten zu können.

ju/slo

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