Kinos dürfen wieder öffnen

Trotz Corona-Lockerungen - Kinopolis in Hanau bleibt zu 

Vorerst nur Kopfkino: Das Kinopolis in Hanau bleibt weiterhin geschlossen. Foto: Seifert

Trotz der Lockerung der Corona-Beschränkungen bleibt das Kinopolis in Hanau zu. 

  • Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen dürfen Kinos in Hessen wieder öffnen
  • Das Kinopolis in Hanau* bleibt vorerst geschlossen
  • Grund sind strenge Corona*-Auflagen

Hanau – Die Popcorn-Maschine bleibt ausgeschaltet, die 58 Mitarbeiter sind ohne Beschäftigung und die 13 Fest- oder Teilzeitkräfte des Kinopolis in Hanau in 100 Prozent Kurzarbeit. Eine kleine Mannschaft hält das Gebäude in Schuss, betätigt die Spülungen und schaut nach den Servern. 

Das Kinopolis Kino in Hanau ist seit Mitte März aufgrund der Coronakrise geschlossen – und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis wieder Filme über eine der acht Leinwände flimmern, bedauert Dr. Gregory Theile im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kinopolis in Hanau: Corona-Regeln verhindern Wiedereröffnung des Kinos

„Unter den derzeitigen Bedingungen und Vorgaben ist ein wirtschaftlicher Betrieb des Lichtspielhauses nicht darstellbar“, so die Aussage des geschäftsführenden Gesellschafters der Kinopolis Management Multiplex GmbH. Eigentlich dürfen die Kinos in Hessen seit dem 9. Mai wieder Filme zeigen, doch die Verordnung aus Wiesbaden hält einige gravierende Fallstricke bereit. 

Zum einen die Zahl von einer Person auf fünf Quadratmetern, was die Besucherzahl in den acht Sälen des Kinopolis Hanau ebenso einschränkt wie die Corona-Abstandsregeln. Rund um einen einzelnen Besucher müssten zwölf Plätze freigehalten werden, erläutert Theile. „Bei einem Kinosaal mit 80 Plätzen würde das zu einer Auslastung von zehn Prozent führen“, rechnet er vor.

Corona-Regeln machen Fimvorführungen im Kino in Hanau unmöglich

Eine weitere Bestimmung ist letztlich ausschlaggebend, dass der Betrieb weiter ruht. Denn sollte ein Besucher während der Vorstellung auf die Toilette müssen, darf er nur mit einem Abstand von eineinhalb Metern an anderen Besuchern vorbeigehen. „Gerade in den kleinen Sälen mit nur einem Aufgang dürfte dann in jeder zweiten Reihe nur ein Gast sitzen, damit er nicht in derselben Reihe nahe an einem anderen Besucher vorbeigehen muss, wenn ihn ein Bedürfnis plagt. Und in den großen Sälen mit zwei Aufgängen wären es dann zwei Gäste in jeder zweiten Reihe. Das ist wirtschaftlich nicht machbar.“

Bei einem Gespräch mit der zuständigen städtischen Behörde in Hanau sei klargestellt worden, dass die Vorgaben der hessischen Landesregierung eingehalten werden müssten. Diese Haltung versteht Theile; in einer anderen Kommune lege man diese Vorschrift allerdings laxer aus. Dort denke man über eine Wiedereröffnung nach, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter. 

Hanau: Kino trotz Corona-Lockerungen weiter geschlossen

„Wir und unser Bundesverband hatten gehofft, dass die Politik bundesweit einheitliche, mit ausreichend Vorlauf ausgestattete und wirtschaftlich umsetzbare klare Vorgaben beschließt. Das ist leider nicht so gekommen.“ Man sei weiter bemüht, die politisch Verantwortlichen nicht nur auf den Stellenwert des kulturellen Gemeinschaftserlebnisses Kinobesuch hinzuweisen, sondern auch Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Vorschriften so angepasst werden, dass eine betriebswirtschaftlich vertretbare Öffnung der Kinos möglich werde.

Eigentlich sei man von einer Schließung der Lichtspielhäuser für eine Dauer von drei Monate ausgegangen. Den meisten Betreibern seien deshalb die Mieten für diesen Zeitraum gestundet worden. Nun laufe diese Frist aus, und vor allem kleinere Häuser stünden vor dem Nichts. „Wenn sich die Politik nicht bald bewegt, dann droht bei den Kinos eine Pleitewelle“, prophezeit Theile.

Von Thomas Seifert

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