Kirchgang mit Visitenkarte

Corona-Regeln in Hanau gelockert: Vorbereitung auf die ersten Andachten seit Wochen

Die Sitzplätze in der evangelischen Kirche sind mit entsprechendem Abstand gekennzeichnet, wie FSJ-lerin Hanna Neumann zeigt.
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Die Sitzplätze in der evangelischen Kirche sind mit entsprechendem Abstand gekennzeichnet, wie FSJ-lerin Hanna Neumann zeigt.

Seit Mitte März konnten keine Gottesdienste stattfinden. Beten wurde zur individuellen oder familiären Angelegenheit. Nun gibt es auch hier Lockerungen.

Hanau – Den Anfang in Steinheim und Klein-Auheim macht die evangelische Kirchengemeinde Steinheim, die am morgigen Sonntag nach acht Wochen wieder eine Andacht in ihrer Kirche feiert. Die Hygiene-Auflagen erfordern besondere Vorbereitungen.

„Es ist ein Anfang, und wir probieren aus, wie es ist und sein kann. Wir können aber noch längst nicht wieder Gottesdienste feiern, wie wir sie kennen“, so der Kirchenvorstand. Maximal 23 Besucher können ab 10 Uhr teilnehmen, man sollte aber 15 Minuten eher da sein. Wichtig ist auch hier das Einhalten des Mindestabstands von 1,50 Meter und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Wird dieser vergessen, haben wir Einmal-Mund-Nasen-Schutz vor Ort vorrätig“, so der Kirchenvorstand. Außerdem stehen am Eingang Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe bereit.

Vor der Kirche müssen Kontaktdaten auf einem Notizblatt oder als Visitenkarte in eine verschlossene Box gegeben werden. Sollte eine Corona positiv getestete Person nachträglich gemeldet werden, soll so die Information der anderen Besucher ermöglicht werden. „Nach 21 Tagen werden die Daten ungelesen vernichtet“, teilt der Kirchenvorstand mit.

„Wir haben die Kirche ausgemessen. Neben mir als Pfarrerin, einer weiteren Person des Kirchenvorstands und dem Küster können maximal 23 Besucher an der Andacht teilnehmen“, weist Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke darauf hin, dass Besucher einzeln und mit Abstand in die Kirche eintreten sollen. Der Zugang zur Empore ist nur für Musiker erlaubt, ein Sänger darf von der Empore aus singen. Was passiert, wenn morgen mehr als 23 Gläubige zur Andacht kommen? Die Texte der Andacht sind weiterhin an einer Leine vor der Kirche und dem Eingang zum Familien- und Generationenzentrum erhältlich, so die Pfarrerin. „Und wir lassen die Kirchenpforte offen, dann kann man von draußen die Orgel hören.“

Auf die Feier des Abendmahls wird bis zu den Sommerferien verzichtet, erläutert Zick-Kuchinke. Auch zu Taufen und Trauungen fehlen noch Regelungen durch die Landeskirche.

Katholische Pfarrgruppe Steinheim/Klein-Auheim: Der Pfarrgemeinderat hat beschlossen, vorerst auf die Feier von öffentlichen Gottesdiensten zu verzichten. „Der Entscheidung ging eine intensive Diskussion voraus“, so Pfarrer Lukasz Szafera und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Giuseppe Abrami. Die 40 Punkte umfassende Auflage der Diözese für Gottesdienste bedürfe einiger Vorbereitungen. In der nächsten Sitzung am 19. Mai will man über weitere Schritte abstimmen.

Evangelische Kirchengemeinde Klein-Auheim: Auch hier hat der Kirchenvorstand entschieden, noch einige Tage mit der ersten Gottesdienstfeier in der Erlöserkirche zu warten, um alle nötigen Vorbereitungen treffen zu können und ein Hygienekonzept zu erarbeiten. Der erste Gemeindegottesdienst soll frühestens an Christi Himmelfahrt gefeiert werden. Anschließend ist eine Fortsetzung der Gottesdienste im vierzehntägigen Rhythmus angedacht. Infos zu Haus-Gottesdiensten gibt es weiterhin auf www.klein-auheim.de und in gedruckter Fassung vor der Erlöserkirche. Ungeachtet dessen gibt es weitere Ideen für sonntägliche Andachten in Steinheim und Klein-Auheim, etwa im Schlossgarten, auf dem Wallfahrtsplatz St. Nikolaus oder den Rosengarten in Klein-Auheim, sagt Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke: „Mal schauen, wie es sich entwickelt, wir sind experimentierfreudig.“

VON HOLGER HACKENDAHL UND CHRISTIAN SPINDLER

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