Pandemie

Corona-Song als Band Aid Projekt aus Hanau - Musikvideo entsteht im Amphitheater

Eine „Welt ohne Lieder“ besingen regionale Musiker mit Andy Fischer (links) in ihrem Corona-Song.
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Eine „Welt ohne Lieder“ besingen regionale Musiker mit Andy Fischer (links) in ihrem Corona-Song.

Etliche Künstler, die zur musikalischen Crème der Region gehören, haben sich am Donnerstag auf der Bühne des Amphitheaters versammelt. Musiker, Sängerinnen und Sänger probten einen Song, der das Zeug zum Corona-Hit haben könnte: „Welt ohne Lieder“.

Hanau – Die Ballade wurde von Andy Fischer, dem studierten Pianisten, Sänger und Keyboarder aus dem Main-Kinzig-Kreis, geschrieben und als „Band Aid-Projekt“ während der coronabedingten Beschränkungen des gesamten Lebens, das insbesondere für Künstler gravierende Einschnitte bedeutet, eingespielt.

Am Donnertag (20. August 2020) entstand das Musikvideo im Amphitheater, produziert von den Kameraleuten Philipp Allenbrand und Johannes Petersen mit ihrer Gelnhäuser Firma Peal Film. „Eigentlich entwickelte sich der Song aus einer Schnapsidee heraus, die uns vor ein paar Wochen in einem Biergarten in Gründau kam“, erzählt Fischer. „Da meinte mein Freund Andi Malle: ‘Mach’ doch mal nen Song so á la ‘We are the world’, wo es um die Situation von Musikern heute weltweit in der Corona-Zeit geht’. Ich fand die Idee von Anfang an sehr charmant.“

Text zu Hanauer Band-Aid-Song entstand gemeinsam mit Eberhard Grasmück

Gesagt, getan, Fischer setzte sich ans Piano und fing an zu komponieren. Ein Anruf bei einem weiteren Freund, Eberhard Grasmück, der in Rodenbach seine Kabarett-Truppe „Coelze“ mit spritzigen und prägnanten Versen versorgt, und „Der Doktor“, Grasmücks Spitzname, schrieb den Text zum Lied.

Was Bob Geldof mit seinem Band Aid-Projekt im Jahr 1984 schaffte, bei dem unter anderem „Do they know it’s Christmas?“ herauskam, und ein Jahr später Michael Jackson und Lionel Ritchie mit ihrem berühmten Projekt „We are the world“: das will Fischer jetzt mit seinem Künstlernetzwerk „Geräuschimpulse“ in etwas kleinerem Rahmen und in deutscher Sprache abbilden: ein Hit, so hofft er.

Und so hoffen auch alle Beteiligten. Das Strickmuster ist das gleiche, das auch 1984 und 1985 so herrlich funktionierte. Sängerinnen und Sänger, allesamt Weltstars mit ihren jeweils einzigartigen Stimmen, wechseln sich in einzelnen Songzeilen ab, die Refrains singen alle zusammen.

Band Aid: Hanauer Song stellt Frage nach einer Welt ohne Künstler

Und ohne zu viel zu verraten, bevor das Lied offiziell released ist: „Wann wird diese Welt wieder gesund?“, lautet eine Frage im Text. Fast eine rhetorische, denn wer kann das beantworten? Ohne die Künstler, die Musik mit Leben füllen, wäre sie jedenfalls „wie eine Blume, die nicht blüht, wie ein Vogel, der nicht fliegt“.

Zu den Künstlern, die über Fischers Netzwerk „Geräuschimpulse“ verbunden sind und die „alle sofort Feuer und Flamme waren, als ich sie angesprochen habe“ (Fischer), gehören unter anderem neben Fischer Heiko Proske mit dem Sopransaxofon und Jochen Karger am Bass. Sängerinnen und Sänger sind Größen wie Nadine Wopp, Simone Kerchner, Melanie Roth, Corinna Grimm, Silke Roth oder Reinhard Paul, Heiko „Tofino“ Schmidt, Rüdiger Munke, Uwe Plank und Jörg Dewald. Allesamt sind sie gestandene Musiker und haben ihren Platz in den Top-Bands und auf den Bühnen der gesamten Region.

Fischer hat seinen Song „Welt ohne Lieder“ Eurovision-Song-Contest-tauglich gebaut, wie er verrät, das Ziel ist also hoch gesteckt, deshalb steht der Release-Termin auch noch nicht fest. Produziert wurde das Lied im Hasselrother Tonstudio Record Verdächtig von Christian Kauffeld, in dem beispielsweise auch Hubert Kah („Sternenhimmel“) sein neues Album aufgenommen hat. „Man sieht, wir haben auch bei uns im Main-Kinzig-Kreis richtig gute Leute“, meint er. Andreas Malle, Ideengeber zum Song, ist mit seiner Firma Xquadrat auch Sponsor des Projekts. (Von Rainer Habermann)

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