Diskussion in sozialen Medien

Von Toleranz keine Spur: Neue Regenbogenparkplätze in Hanau sorgen für Aufregung

Ein Parkplatz für mehr Vielfalt: Der CSD Hanau findet das wichtig. Doch im Netz gibt es zahlreiche Diskussionen.
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Ein Parkplatz für mehr Vielfalt: Der CSD Hanau findet das wichtig. Doch im Netz gibt es zahlreiche Diskussionen.

„Vielfalt-Parkplätze“ in Hanau sollen für mehr Akzeptanz sorgen. Aktuell erreichen sie jedoch eher das Gegenteil.

Hanau – Ein Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Toleranz: Die Hanauer Parkhaus GmbH hat am 23.09.2021 drei „Vielfalt-Parkplätze“ eröffnet. Die neuen Parkplätze befinden sich in der Tiefgarage am Markt, die Wände wurden in Regenbogenfarben gestrichen. Die Parkplätze sind nah am Ein- und Ausgang und kameraüberwacht. „Ein gutes und wichtiges Zeichen für Akzeptanz von Vielfalt in unserer Gesellschaft“, schreibt der CSD Hanau, eine Bewegung, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen einsetzt, auf seiner Facebook-Seite.

Doch sorge der Parkplatz in den sozialen Medien für Verärgerung. Woran liegt das? Der CSD in Hanau findet dafür mögliche Erklärungen: So werde die Aktion und die Botschaft dahinter missverstanden. Es gehe nicht darum, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen, um auf diesen Parkplätzen parken zu dürfen. Vielmehr gehe es darum, dass diejenigen Menschen ihr Auto dort abstellen, die ein Zeichen gegen Hass setzen oder Schutz in der Öffentlichkeit suchen wollen. „Und wer dort nicht parken will, der parkt dort eben nicht. Es gibt keine Pflicht und schon gar keine Kontrolle. Es geht um ein Zeichen, eine Botschaft. Dafür steht die Regenbogenflagge in ihrer ursprünglichen Bedeutung: Sie symbolisiert gesellschaftliche Vielfalt“, schreibt der Hanauer CSD.

CSD Hanau: Regenbogen-Parkplätze absichtlich missverstanden

 „Bei der Frage nach der Aufregung im Netz drängt sich jedoch auch unweigerlich der Eindruck auf, dass die Aktion von einigen Menschen missverstanden werden WILL“, befürchtet der CSD. Demnach sollen einige Kommentare darauf abzielen, absichtlich die positive Intention der Aktion zu untergraben. Die Verfasser der Hassnachrichten wenden scheinbar „Whataboutism“ an, ein rhetorisches Ablenkungsmanöver, bei dem ein kritisches Argument mit einer kritischen Gegenfrage gekontert wird. Die Kommentatoren stellen laut dem CSD zusammenhangslose Probleme gegenüber, um aus Prinzip zu empören.

Damit eine gegenseitige Wertschätzung stattfinden könne, bedürfe es des gemeinsamen Dialogs. „Bis dahin möchten wir alle Menschen einladen, die Aktion der ‚Vielfalt-Parkplätze‘ so zu verstehen, wie sie gemeint ist: Als Zeichen gegen Hass, Hetze und Diskriminierung in unserer Gesellschaft“, schreibt der CSD Hanau. (Ares Abasi)

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