Digitalisierung

Das Seniorenbüro in Zeiten von Corona

Christine Schäfer ist die kommissarische Amtsleiterin des Seniorenbüros.
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Christine Schäfer ist die kommissarische Amtsleiterin des Seniorenbüros.

Die Nachfrage steigt. Immer wieder wollen die Leute wissen, „wann es wieder losgeht“, berichtet Christine Schäfer. Die Angebote des Seniorenbüros, die in Hanau so umfangreich sind wie in wenigen anderen Städten, sind äußerst gefragt.

Hanau – Und das sind „nicht nur Bildungs- und Beteiligungs-, sondern auch Begegnungsangebote“, so die kommissarische Leiterin des im März 2019 geschaffenen Amtes für Senioren, Ehrenamt und Vielfalt, zu dem auch das seit fast 20 Jahren bestehende Seniorenbüro gehört. Das alles ist auch und gerade in Corona-Zeiten wichtig. Aber auch das ist mit Einschränkungen behaftet. „Wir müssen austarieren zwischen den Öffnungen und dem Schutz der Mitarbeiter und Teilnehmer“, so Schäfer, schließlich zählten diese zumeist zu Risikogruppen.

Nach dem Lockdown im März wurden auch die Angebote des Seniorenbüros rapide heruntergefahren. 64 Tages- und Mehrtagestouren mussten abgesagt werden, dazu 55 Kurse und andere Veranstaltungen. Schäfer: „Wir haben daraufhin die telefonische Erreichbarkeit stark erhöht.“ Man wollte den Kontakt halten zu den Ehrenamtlichen und den Nutzern der Angebote, die von Ausflügen über Gedächtnistraining, Chancenpatenschaften mit Flüchtlingen bis zu Sprachkursen und dem Pflegeberatungszentrum reichen. Letzteres wurde vor fast einem Jahr mit dem Main-Kinzig-Kreis eröffnet. Bis zu 40 Nachfragen verzeichnet allein die städtische Mitarbeiterin pro Woche.

Digitalisierung habe für Senioren zu Corona-Zeiten an Relevanz zugenommen

Ein Thema, das in Corona-Zeiten auch in der Seniorenarbeit an Bedeutung gewonnen hat: Digitalisierung. Der Umgang damit ist in der älteren Generation weiter verbreitet, als manch Jüngerer glauben mag. „Wir haben Leute erreicht, die vorher keinen Zugang dazu hatten“, sagt Schäfer. Es fanden und finden Schulungen für Videokonferenzen statt, es werden online Kontakte zu Nachbarschaftsinitiativen gepflegt, aber auch zu Teilnehmern. In Kürze soll ein Französisch-Sprachkurs stattfinden - online. Die Wohnberatung, die darüber informiert, wie man die Wohnung altersgerecht gestaltet, gibt es nun digital, bis Herbst sollen weitere Online-Angebote folgen. Man will sogar versuchen, hochbetagte Senioren, die zuvor gar keinen Kontakt mit Smartphone oder PC hatten, behutsam an diese heranführen „Es gibt da einfache Programme“, sagt Schäfer, „mal sehen, wie das funktioniert.“

Natürlich setzt man trotz aller Corona-Einschränkungen weiter auf direkte Begegnungen – so weit und so gut es eben geht in diesen Zeiten. Neben den Corona-Auflagen und dem Ausbalancieren zwischen Öffnungen und dem Blick auf wieder steigende Infektionszahlen, gibt es auch räumliche Beschränkungen. Der größte Raum im Haus am Steinheimer Tor, dem Domizil des Seniorenbüros, kann wegen der Corona-Beschränkungen gerade mal von acht bis zehn Personen genutzt werden. Und auch im gut ausgestatteten PC-Schulungsraum fallen wegen der Abstandsregeln Plätze weg.

Ausflugs- und Tourenprogramm ist wieder gestartet

Seit 15. Juni werden dringliche Beratungen auch wieder persönlich angeboten. Und vor zehn Tagen hat man wieder vorsichtig das Ausflugs- und Tourenprogramm gestartet. Bis Anfang September gibt es zunächst acht Angebote. „Viele freuen sich schon das ganze Jahr auf solche Veranstaltungen“, weiß Schäfer. Derzeit ist die Teilnehmerzahl auf je zehn limitiert und die Ausflugsziele liegen in der nahen Umgebung. Am 26. August startet beispielsweise von der Steinheimer Mainbrücke eine Radtour mainabwärts, am 1. September ab dem Druckhaus eine um den Wildpark.

14 hauptamtliche Mitarbeiter hat das Amt für Senioren, Ehrenamt und Vielfalt; dazu 135 aktive ehrenamtliche, dazu gehören 34 Kurs- und 26 Tourenleiter. Die Ehrenamtler sind das Rückgrat des Seniorenbüros. Dass es so viele sind, „ist einfach toll“, so Schäfer. Schließlich seien auch die Bereiche vielfältig, in denen sie sich engagieren. Denn die Senioren gebe es schon lange nicht mehr, sondern „quasi verschiedene Generationen von Senioren“. Und die Interessen von Um-die-60-Jährigen, von Hochbetagten oder von Menschen im Alter dazwischen seien durchaus unterschiedlich.

Kontakt und Infos

Per Mail an seniorenbuero@hanau.de oder telefonisch unter 06181 6682031

(Von Christian Spindler)

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