Corona-Virus

Der Coronabus bringt Gewissheit: Ein Besuch an der mobilen Teststation neben der August-Schärttner-Halle

Im Bus werden die Proben für die Tests genommen.
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Im Bus werden die Proben für die Tests genommen.

Um vor Ort Tests durchführen zu können, wurde eine mobile Corona-Teststation an der August-Schärttner-Halle in Hanau eingerichtet. Wir waren zu Besuch.

Hanau – „Ich hatte totale Angst vor dem Test. Ich dachte, die stecken mir das Stäbchen ganz weit hoch in die Nase. Aber es war gar nicht so schlimm und auch nur im Rachen.“ – Die junge Frau kommt gerade vom Coronatest. Sie besucht die Kaufmännischen Schulen in Hanau. Ein Mitglied ihrer Klasse wurde positiv auf Corona getestet, jetzt muss die ganze Klasse zum Corona-Test. Dafür ist sie heute an die August-Schärttner-Halle gekommen.

Flatterband weist den Weg zum Parkplatz hinter der Halle. Ein Ordner in Warnweste steht an der Zufahrt, nickt und deutet mit der Hand auf die große Schotterfläche. Dort steht die mobile Corona-Teststation: Zwei Zeltpavillons, ein Rettungsfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes und ein Bus der HSB – umfunktioniert zum mobilen Coronatest-Bus.

Neben Schülern der Kaufmännischen Schulen in Hanau müssen sich dort auch Schüler einer Schönecker Grundschule testen lassen. Auch in ihrer Klasse gibt es einen positiven Corona-Fall. Die Schüler sind seit dem Bekanntwerden in Quarantäne.

Hanau: Im Corona-Bus zu testende Personen müssen sich ausweisen

Ein Schüler einer Schönecker Grundschule bei der Stäbchenprobe.

Ein kleiner Junge ist mit seiner Mutter gekommen. Zunächst müssen sich die beiden namentlich ausweisen. Das DRK hat dafür Namenslisten vom Kreisgesundheitsamt bekommen. Nur Personen, die dort aufgeführt sind, können sich an der mobilen Station testen lassen. Weiter geht es mitsamt Teströhrchen ins Innere des Busses. Die Mutter wartet draußen. Drinnen ist auf der Freifläche in der Fahrzeugmitte die Abstrichnahme eingerichtet.

Der Junge nimmt auf einem Stuhl Platz. Hinter einer Plexiglasscheibe sitzt ein DRK-Mitarbeiter. Eigentlich ist er hauptamtlich im Rettungsdienst beschäftigt. In diesen besonderen Zeiten obliegt es ihm, die Corona-Abstriche vorzunehmen. „Den Mund bitte ganz weit aufmachen und laut ‘Ah’ sagen“, lautet seine Anweisung.

Der kleine Junge tut wie ihm befohlen, bekommt ein Wattestäbchen in den Rachen gesteckt. Alles geht ruck, zuck. „Das war’s schon“, sagt der DRK’ler. Durch Plastikkittel, Maske, Handschutz und Visier ist er im sogenannten Vollschutz. Nach einer halben Stunde Abstricharbeit gibt es auf seiner Position einen Schichtwechsel. Zum Durchatmen.

Testergebnisse des Corona-Busses in Hanau liegen nach ein paar Tagen vor

„War gar nicht schlimm“, sagt auch der Junge nach dem Test. Sein Röhrchen gibt er am Ausgangspavillon ab. Jetzt heißt es Abwarten, bis in ein paar Tagen das Ergebnis kommt.

In den vergangenen Tagen stand die mobile Corona-Teststation, die in einem ausrangierten Bus der Hanau Straßenbahn untergebracht ist, hinter der August-Schärttner-Halle.

„Hoffentlich ist alles in Ordnung“, sagt die Mutter, die herbeisehnt, dass ihr Sohn schnell wieder in die Schule zurück kann. „Bald wieder Alltag, das wünsche ich mir“, sagt sie.

Die mobile Teststation kann im kompletten Kreisgebiet zum Einsatz kommen. „Die Idee dazu entstand im Verwaltungsstab des Kreises“, erläutert Stefan Betz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hanau. „Vergangenen Mittwoch hatten wir einen ersten Anruf vom Kreis, mit der Nachfrage, ob das DRK die Teststation übernehmen könnte. Am Freitag sind wir an den Start gegangen.“ Es galt, im Höchsttempo zu organisieren und die Infrastruktur zu schaffen.

DRK ist mit sieben Leuten am Corona-Bus in Hanau vertreten

Mit sieben Leuten ist das Deutsche Rote Kreuz vor Ort. Hauptamtliches Rettungsdienstpersonal nimmt die Rachenabstriche vor, Ehrenamtler kümmern sich um die Verwaltungsarbeit. Ihnen zollt Betz besonderen Dank. „Sie opfern ihre Freizeit, übernehmen außerdem eine Tätigkeit, die sie ja auch einer gewissen Gefahr aussetzt“, betont er. „Wir haben hier Gutes, Wichtiges auf die Beine gestellt.“

Warten auf den Corona-Test – Vom Kreisgesundheitsamt wurden den Schülern Zeitfenster vorgegeben, in denen sie zum Testen erscheinen sollten

Die junge Frau, die ihren Corona-Test schon hinter sich gebracht hat, wartet noch auf ihre Klassenkameradinnen. „War kein bisschen schlimm“, sagen diese. Ihre komplette Klasse steht bis kommenden Mittwoch unter Quarantäne – auch wenn der Coronatest negativ ausfallen sollte. Jetzt hoffen sie, möglichst schnell das Testergebnis übermittelt zu bekommen.

Nach Test im Corona-Bus in Hanau: Positiv getestete Personen werden zuerst informiert

„In der Regel dauert es zwei bis drei Tage, bis die Laborergebnisse vorliegen“, weiß DRK-Chef Betz. Zuerst würden immer positiv Getestete informiert. „Die Teströhrchen gehen heute noch an den DRK-Blutspendedienst in Frankfurt und sollen heute Abend um 21 Uhr in den Test gehen.“

Wenn der Coronatestbus seine Türen in Hanau schließt, werden in ihm über 200 Menschen getestet worden sein. Seine nächste Station ist Schlüchtern. Dort sollen zwei Fußballmannschaften zum Test antreten.

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